Arnold, Schwarzenegger

Arnold Schwarzenegger mit 79: Tägliches Training hält ihn in Bewegung

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Regelmäßiges Training kann Muskelkraft und Mobilität im Alter fördern; ein Exosuit senkte bei älteren Testpersonen den Energieaufwand beim Gehen.

Krafttraining im Alter: Muskelkraft und Beweglichkeit gezielt erhalten
Symbolbild: Yogamatte, Trinkflasche und Laufschuhe Illustration mit AI erstellt.

Regelmäßiges Krafttraining und neuroathletische Ansätze gewinnen für die Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit im fortgeschrittenen Alter zunehmend an Bedeutung. Wie Berichte und fachliche Einschätzungen verdeutlichen, lassen sich Muskelaufbau und Mobilität bis in späte Lebensphasen gezielt fördern. Der Erhalt von Muskelmasse gilt dabei als zentraler Faktor für die langfristige Gesundheit und Selbstständigkeit.

Richtwerte für Kraftverlust und Leistungsfähigkeit

Der altersbedingte Kraftabbau lässt sich durch kontinuierliche Belastung verlangsamen. Personaltrainer Markus Bremen schätzt den durchschnittlichen Kraftverlust bei regelmäßigem Training auf 8 bis 10 Prozent pro Jahrzehnt. Zur Orientierung verweist er auf unverbindliche Richtwerte für die Maximalkraft (1RM), abhängig von Technik, Körpergewicht und Trainingserfahrung.

Für einen regelmäßig trainierenden Mann mit einem Körpergewicht von rund 80 Kilogramm liegen diese Werte bei etwa 100 Kilogramm im Alter von 20 Jahren, 95 Kilogramm mit 30 Jahren, 85 Kilogramm mit 40 Jahren, 75 Kilogramm mit 50 Jahren, 65 Kilogramm mit 60 Jahren und etwa 55 Kilogramm im Alter von 70 Jahren.

Bei trainierenden Frauen mit einem Referenzgewicht von etwa 60 Kilogramm staffeln sich die Vergleichswerte von rund 57 Kilogramm mit 20 Jahren über 54 Kilogramm (30 Jahre), 49 Kilogramm (40 Jahre), 43 Kilogramm (50 Jahre) und 38 Kilogramm (60 Jahre) bis hin zu 32 Kilogramm mit 70 Jahren.

Für den Aufbau empfahl ein Schauspieler in einem Interview mit der Zeitung Die Welt, Grundübungen wie Kniebeugen mit der Langhantel zu erlernen, um mehrere Muskelgruppen gleichzeitig zu fordern. Sein Programm umfasse drei schwere Einheiten pro Woche, wobei nach dem Krafttraining stets ein Ruhetag zur Regeneration notwendig sei.

Trainingsreize durch Dehnung und Schnellkraft

Neben klassischem Hanteltraining eröffnen weitere Methoden physiologische Anpassungen. Der Forscher Konstantin Warneke erläuterte, dass intensives und langes Dehnen die Muskelkraft steigern könne. In einer Untersuchung erzielten Probanden mit 15 Minuten Brustmuskeldehnen an vier Tagen pro Woche ähnliche Kraftzuwächse wie durch ein Krafttraining an drei Tagen.

Zwar sei die optimale Dauer noch Gegenstand der Forschung, Warneke vermute jedoch einen Nutzen bei täglichen Einheiten von 15 bis 30 Minuten über mehrere Wochen. Zudem verbessere Krafttraining die Beweglichkeit, sofern Übungen über den vollen Bewegungsradius ausgeführt werden.

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Ergänzend weist die Süddeutsche Zeitung darauf hin, dass auch die Schnellkraft im Alter rasch abnimmt. Übungen wie Sprünge, Seilspringen oder schnelle Schlagbewegungen seien wichtig, um die Reaktionsfähigkeit im Alltag zu bewahren.

Bei schweren Grundübungen ist zugleich auf Verletzungsrisiken zu achten: Laut einem Bericht von Bild ereignen sich rund 85 Prozent der Risse des großen Brustmuskels im Kraftsport beim Bankdrücken – insbesondere bei maximalen Lasten und niedrigen Wiederholungszahlen. Geführte Geräte wie die Brustpresse bieten hier eine sichere Trainingsalternative.

Medizinische Ursachen und technische Assistenzsysteme

Auf zellulärer Ebene erforscht die Wissenschaft die Mechanismen des Muskelschwunds. Eine Studie der University of Missouri im Journal of Clinical Investigation identifizierte eine nachlassende Signalübertragung an der neuromuskulären Endplatte sowie den Rückgang des Natriumkanal-Proteins NaV1.4 als Treiber altersbedingter Schwäche.

Fast die Hälfte aller Menschen über 80 Jahren ist von Sarkopenie betroffen. In Tierversuchen gelang es, über eine Hemmung des Chloridkanals ClC-1 die neuronale Ansteuerung und Muskelkraft zu verbessern. Der experimentelle Hemmstoff Ignaseclant zeigte bereits bei Patienten mit Charcot-Marie-Tooth-Krankheit messbare Effekte; Studien zu Sarkopenie stehen noch aus.

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Parallel gewinnen unterstützende Systeme an Relevanz. Forschende der Technischen Universität München untersuchten einen 2,86 Kilogramm schweren Exosuit an zehn Probanden im Alter von 69 bis 85 Jahren.

Im Ein-Minuten-Aufstehtest steigerte die Unterstützung der Hüftstreckung die Zahl der XML-Zyklen im Mittel von 16,8 auf 18,6, während sich die Zyklusdauer im Schnitt um 9 Prozent verkürzte. Beim Sechs-Minuten-Gehtest verringerte sich der durchschnittliche Energieaufwand um 13,6 Prozent. Das subjektive Autonomiegefühl der Testpersonen erreichte dabei durchschnittlich 6,07 von 7 Punkten.

Individuelle Anpassung des Lebensstils

Dass Bewegung in jedem Lebensabschnitt angepasst werden kann, belegen prominente Praxisbeispiele: Der 79-jährige Arnold Schwarzenegger trainiert nach eigenen Angaben täglich morgens mit altersgerechten, gelenkschonenden Übungen.

Die 100-jährige Elaine LaLanne absolviert morgens Crunches, Beinheben sowie Liegestütze an der Wand, wenngleich Experten betonen, dass einzelne Übungen keine Garantie für ein langes Leben bieten.

Gleichzeitig wandelt sich das Körperverständnis: Laut einem Bericht der Welt gewinnen Krafttraining und definierte Muskulatur auch als weibliches Schönheitsideal an Zuspruch, gestützt durch Studien, die regelmäßiges Training mit einer höheren Lebenserwartung bei Frauen verknüpfen.

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