Armut in Deutschland: 13,3 Millionen betroffen, Quote steigt auf 16,1%
02.06.2026 - 18:30:41 | boerse-global.de
Rund 13,3 Millionen Menschen in Deutschland leben in Armut – während Eigentümer vor hohen Sanierungskosten stehen.
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist geprägt von einem Spannungsfeld: Steigende Lebenshaltungskosten treffen auf den dringenden Bedarf an energetischer Gebäudesanierung. Während private Haushalte und Kommunen mit knappen Kassen kämpfen, zeichnen sich neue Strategien für bezahlbare Modernisierungen ab.
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Was Eigentümer für Instandhaltung einplanen sollten
Branchenexperten empfehlen Immobilienbesitzern, jährlich ein bis zwei Prozent des Gebäudewerts für Instandhaltung zurückzulegen. Bei einer Immobilie im Wert von 400.000 Euro sind das 4.000 bis 8.000 Euro pro Jahr.
Die Kosten variieren stark je nach Umfang der Maßnahmen. Kosmetische Renovierungen schlagen mit 80 bis 200 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Komplettmodernisierungen kosten dagegen 400 bis 1.000 Euro pro Quadratmeter. Für eine standardmäßige 100-Quadratmeter-Wohnung bedeutet das: Eine Teilrenovierung liegt zwischen 50.000 und 100.000 Euro, der Rundum-Erneuerung können bis zu 180.000 Euro fällig werden. Fachleute raten, die Reihenfolge der Maßnahmen klug zu wählen und zuerst strukturelle Substanz und Energieeffizienz anzugehen.
Förderlandschaft im Wandel
Die Förderprogramme von Bund und Ländern befinden sich in Bewegung. In der Steiermark etwa wurde im Juni 2026 ein neuer „Sanierungspass" eingeführt. Das System staffelt die Zuschüsse: Wer nur eine Maßnahme umsetzt, erhält zehn Prozent Förderung. Wer vier oder mehr Maßnahmen kombiniert, bekommt bis zu 30 Prozent. Voraussetzung: Die Anmeldung muss vor Baubeginn erfolgen. Bund und Land zusammen dürfen maximal 30 Prozent fördern. Zudem wurde die Eigenheimförderung reformiert – die maximale Darlehenssumme liegt nun bei 80.000 Euro.
Und wie steht es um die Heizungstechnik? Wärmepumpen bleiben auch für ältere Gebäude effizient – vorausgesetzt, die Dämmung stimmt und die Vorlauftemperaturen sind niedrig. Zwar können Förderungen bis zu 70 Prozent der Kosten decken, doch zeichnen sich politische Kürzungen ab. Die Unionsfraktion schlägt eine pauschale Kürzung aller Subventionen und Steuervergünstigungen um fünf Prozent vor. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat durchgerechnet: Für eine Wärmepumpe würde die maximale Förderung von 21.000 auf 19.950 Euro sinken. Auch die EEG-Förderung in Höhe von 17,2 Milliarden Euro wäre betroffen – eine Kürzung um fünf Prozent würde die Stromkosten für Verbraucher um rund 20 Euro pro Jahr steigen lassen.
Mit Eigeninitiative und Gemeinschaftssinn
Kleine Projekte zeigen, dass Modernisierung auch mit schmalem Budget möglich ist. Der SV Drensteinfurt in Nordrhein-Westfalen hat sein Vereinsheim für 30.000 Euro saniert – dank 400 Stunden Eigenleistung und einem Finanzierungsmix. 5.500 Euro kamen per Crowdfunding zusammen, inklusive eines Matching-Beitrags der örtlichen Genossenschaftsbank.
Auch Kommunen gehen neue Wege. In Oberhausen begleitet das Quartiersmanagement Tackenberg den Energieumbau. Ein Vorzeigeprojekt: die Sanierung eines Hauses aus dem Jahr 1904. Im Mai 2025 wurde dort eine 22-kWp-Photovoltaikanlage installiert, kombiniert mit Smart-Home-Technik und Klimasteuerung. Die Reihe „Prima.Klima.Tackenberg" bietet Bürgern kostenlose Beratung zu Solarenergie und Fördermöglichkeiten.
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Armut in Deutschland: Zahlen, die alarmieren
Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat Anfang Juni 2026 neue Zahlen vorgelegt: 13,3 Millionen Menschen in Deutschland gelten als arm – das sind 16,1 Prozent der Bevölkerung. Ein Anstieg um 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zu 2024.
Besonders betroffen sind:
- Senioren: 19,5 Prozent der über 65-Jährigen sind arm, bei Frauen über 75 sogar 21,3 Prozent.
- Single-Haushalte: 30,3 Prozent der Alleinlebenden gelten als arm.
- Alleinerziehende: Hier liegt die Armutsquote bei 28,9 Prozent.
- Working Poor: Rund 1,8 Millionen Menschen bleiben trotz Vollzeitarbeit arm.
Die Zahl der Vermögenden mit mehr als 100 Millionen Dollar stieg 2025 um 1.100 auf rund 5.000. Sozialverbände kritisieren vor diesem Hintergrund die Kürzungen bei Wohngeld und Grundrente scharf. Die politischen Reaktionen sind gespalten: Während einige einen Mindestlohn von 15 Euro fordern, warnen andere vor einer Sozialpolitik, die allein der Sparlogik folgt.
Strengere Regeln für Unternehmen in der Krise
Auch für Unternehmen wird der Weg aus der Krise steiniger. Das SanInsFoG (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz) stellt höhere Anforderungen an die Eigenverwaltung. Nötig sind ein detaillierter Sechs-Monats-Finanzplan, ein Krisenanalysekonzept und dokumentierte Verhandlungen mit Gläubigern. Der Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen (SRR), seit Anfang 2021 verfügbar, erlaubt zwar außergerichtliche Restrukturierungen per Mehrheitsentscheid – verlangt aber von der Geschäftsführung, Krisen früher zu erkennen, um Gläubigerinteressen zu schützen.
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