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Archon Robotics: WBI-System lässt fünf Humanoide parallel Haushaltsaufgaben erledigen

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Vorführung zeigt autonome Haushaltsaufgaben auf mehreren Robotermodellen; standardisierte Leistungsdaten und ein Entwicklungszeitplan fehlen.

Archon Robotics zeigt KI-System für humanoide Roboter im Haushaltstest
Eine moderne, minimalistische Küche in neutralen Farben mit hellem Tageslicht und leeren, sauberen Arbeitsflächen. Illustration mit AI erstellt.

Das in Shanghai ansässige Unternehmen Archon Robotics hat am 12. Oktober 2026 eine erste Demonstration seines Systems für sogenannte Whole-Body Intelligence (WBI) vorgestellt. Die entwickelte künstliche Intelligenz ist für mehrbeinige humanoide Roboter ausgelegt und verknüpft das semantische Aufgabenverständnis direkt mit der Koordination von Ganzkörperbewegungen.

Zweistufige Architektur steuert Wahrnehmung und Bewegung

Das WBI-System von Archon Robotics basiert auf einer zweigeteilten Modellstruktur. Die übergeordnete Schicht S1 übernimmt das Aufgabenverständnis, die multimodale Informationsverarbeitung sowie grundlegende Verhaltensentscheidungen. Darunter agiert die Schicht S0, die als Kleinhirn der Architektur fungiert. Sie verantwortet die Ganzkörpermotionskontrolle, sorgt für Stabilisierung und übernimmt die präzise koordinierte Bewegungsausführung.

Für das Vortraining des Modells nutzte Archon Robotics Aufzeichnungen menschlicher Demonstrationen aus mehreren Städten in China. Für das anschließende Post-Training kamen reale Robotikdaten zum Einsatz, die durch DAgger-Korrekturdaten ergänzt wurden.

Dieser Ansatz soll es den Systemen ermöglichen, Fehler eigenständig auszugleichen und begonnene Aufgaben fortzusetzen. Die Qualitätssicherung der Datenplattform erfolgte über automatisierte Prüfungen, stichprobenartige Kontrollen sowie gezielte Überprüfungen auffälliger Datensätze.

Haushaltsaufgaben im Test auf verschiedenen Plattformen

In einem dreiminütigen Video demonstrierte das Unternehmen die Software auf unterschiedlichen Hardware-Plattformen, darunter dem AGIBOT A3, dem Booster T2 und modifizierten Einheiten des Unitree G1. Zu den gezeigten Szenen zählte eine gemeinsame Küchen- und Essbereichsumgebung, in der drei Unitree-G1- und zwei Booster-T2-Roboter zeitgleich unterschiedliche Tätigkeiten ausführten.

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Am 12. Oktober 2026 präsentierte das Unternehmen die Bewältigung typischer Haushaltsaufgaben: Die Maschinen hoben Gegenstände auf, navigierten über Treppen, räumten Tische ab, bedienten und beluden Geschirrspüler, organisierten Kühlschränke und wischten Oberflächen.

Nach Angaben von Archon Robotics liefen die vollständigen Demonstrationen autonom und in regulärer Geschwindigkeit ab. Teleoperation sei lediglich zur Veranschaulichung der S0-Funktionsweise sowie in den DAgger-Trainingssegmenten eingesetzt worden.

Offene Fragen zu Leistungswerten und Entwicklungsplan

Trotz der praktischen Vorführung auf mehreren Plattformen fehlen bislang standardisierte Leistungsnachweise. Archon Robotics veröffentlichte weder Erfolgsquoten noch Kennzahlen zu manuellen Interventionen, Aufgabenerfüllungsraten oder dem genauen Umfang der genutzten Datensätze. Auch Vergleichsdaten zwischen den verschiedenen getesteten Robotermodellen blieben aus.

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Zudem wirft die präsentierte Softwarestruktur Fragen auf: Während das aktuelle Material ausschließlich die Module S1 und S0 zeigt, beschrieb ein Blogbeitrag des Unternehmens aus dem Juli noch ein vierstufiges Framework mit zusätzlichen Ebenen für Aufgabenplanung und Bewegungserzeugung.

Ob die Architektur seither grundlegend überarbeitet wurde, ließ das Unternehmen offen. Auch ein Zeitplan für die kommenden Entwicklungsschritte liegt bislang nicht vor. Der Begriff der Ganzkörperintelligenz ist unterdessen nicht neu in der Branche: Google DeepMind verwendete die Bezeichnung bereits im Juli im Zusammenhang mit Gemini Robotics 2.

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