Arbeitszeiterfassung: Große Unternehmen haben ein Jahr Übergangsfrist
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 10:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Referentenentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sieht vor, dass Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit digital dokumentiert werden müssen. Auch Vertrauensarbeitszeit ist von der Regelung betroffen.
Die Übergangsfristen sind gestaffelt: Große Unternehmen haben ein Jahr Zeit für die Umsetzung. Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten bekommen bis zu fünf Jahre. Zusätzlich soll der Ausgleichszeitraum für Mehrarbeit von sechs auf vier Monate schrumpfen.
Bundeskanzler Merz kündigte für den Herbst eine Reform an. Der Acht-Stunden-Tag bleibe zwar bestehen, aber Unternehmen ohne Tarifbindung sollen Lockerungen erhalten. Arbeitsministerin Bas will die wöchentliche Höchstarbeitszeit dagegen primär über Tarifverträge regeln.
Ergänzend kommt eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs: Fahrten zwischen Sammelpunkt und wechselnden Einsatzorten – etwa im Bauwesen oder der Reinigung – gelten künftig als Arbeitszeit.
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34-Stunden-Woche: Unternehmen gehen in Vorleistung
Der italienische Klimatechnik-Hersteller Galletti führt Mitte Juli eine 34-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich ein. Im Schichtbetrieb werden die Arbeitszeiten verkürzt. Besonders der Freitag sticht hervor: Sechs statt acht Stunden bei voller Bezahlung.
Das Paket für die rund 250 Beschäftigten umfasst zudem Ergebnisprämien von bis zu 2.150 Euro und höhere Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge. Solche Modelle reagieren auf den steigenden Arbeitsdruck.
Die Arbeiterkammer Österreich warnt: Vielen Beschäftigten fällt es zunehmend schwer, selbst im Urlaub oder Krankenstand von beruflichen Aufgaben abzuschalten.
Die rechtliche Absicherung bei Arbeitszeiten und Pausenregelungen ist für Arbeitgeber heute wichtiger denn je, um Bußgelder zu vermeiden. Mit dieser praxisnahen Checkliste erhalten Personalverantwortliche eine wertvolle Unterstützung für den rechtssicheren Betriebsalltag. Tausende Personalverantwortliche nutzen bereits diese kostenlose Checkliste zur Arbeitszeiterfassung
Workation: Arbeiten von den Azoren
Für ortsunabhängige Berufe gewinnen Workations an Bedeutung. Die Azoren investieren 154 Millionen Euro in ein Unterseekabel für die digitale Infrastruktur. Co-Working-Spaces entstehen.
Die Preise für Unterkünfte liegen zwischen 270 und 600 Euro pro Nacht. Professionelle Arbeitsplätze gibt es ab etwa 80 Euro.
Zeitwertkonten: Flexible Alternative zur Altersteilzeit
Die Alterssicherungskommission schlägt vor, das Einstiegsalter für Altersteilzeit von 55 auf 58 Jahre anzuheben. Das Blockmodell soll abgeschafft werden. Finanzexperten empfehlen stattdessen Zeitwertkonten.
Sie ermöglichen längere Auszeiten oder einen gleitenden Ruhestandsübergang – ohne dass Unternehmen Rückstellungen bilden müssen.
KI-Skepsis: 93 Prozent der Finanzexperten haben Bedenken
Eine Untersuchung von ACCA und CA ANZ unter 1.600 Finanzexperten zeigt tiefgreifende Skepsis gegenüber Künstlicher Intelligenz. 93 Prozent der Befragten äußerten Bedenken zur Integrität von KI-Ergebnissen. Besonders Fehlinformationen und Voreingenommenheit wurden kritisiert.
Trotz der zunehmenden Nutzung von Echtzeitdaten haben 72 Prozent der Fachkräfte keine oder nur grundlegende KI-Kenntnisse. Rund 41 Prozent suchen aktiv nach Trainingsmöglichkeiten.
ACCA-Präsidentin Melanie Proffitt betont: KI werde Karrierepfade grundlegend verändern. Ab 2027 seien flexible Qualifizierungsmodelle nötig. Die größten Hürden für die Integration sind Fachkräftemangel, mangelnde Datenqualität und fehlende Systemschnittstellen.
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