Arbeitszeit-Reform: Koalitionsausschuss entscheidet am 1. Juli
19.06.2026 - 20:43:51 | boerse-global.de
Ein Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums sorgt für hitzige Debatten.
Flexibilität nur für Tarifgebundene
Der Entwurf hält grundsätzlich an der täglichen Höchstarbeitszeit von acht Stunden fest. Eine Flexibilisierung hin zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von maximal 48 Stunden im Jahresschnitt soll nur für tarifgebundene Unternehmen möglich sein. Das würde laut Analysen etwa die Hälfte aller Arbeitnehmer betreffen.
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Die elektronische Erfassung von Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit soll verpflichtend werden. Die Wirtschaft reagiert scharf. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger spricht von einer „Zumutung" und einem „Rückfall in alte Regulierungsmuster".
Breite Kritik aus der Wirtschaft
Auch Verbände wie der VDMA, Gesamtmetall und „Die Familienunternehmer" lehnen die Kopplung von Flexibilität an Tarifbindung ab. Präsidentin Marie-Christine Ostermann kritisiert: „Mehr Bürokratie für alle, aber mehr Flexibilität nur für wenige." Unions-Generalsekretär Carsten Linnemann bezeichnet den Entwurf als nicht tragfähig.
Ein Koalitionsausschuss soll am 1. Juli Klarheit bringen.
Digitale Zeiterfassung im Aufwind
Unabhängig von der Gesetzeslage setzen viele kleine und mittlere Unternehmen bereits auf digitale Systeme. Die eurodata AG aus Saarbrücken bietet Cloud-Lösungen für mobile Zeiterfassung, Abwesenheitsmanagement und Arbeitszeitkonten.
Der Vorteil: Die Systeme lassen sich medienbruchfrei in die Lohnabrechnung integrieren. Über 80.000 Kunden nutzen solche Dienste bereits. Für komplexe Anforderungen stehen erweiterte Module zur Personaleinsatzplanung bereit.
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Speziallösungen fürs Handwerk
Branchen wie der Garten- und Landschaftsbau profitieren von spezialisierter Software. Anbieter wie Sander & Doll, ToolTime oder Lexware kombinieren Zeiterfassung mit betriebswirtschaftlichen Funktionen.
Monteure erfassen Arbeitszeiten direkt beim Kunden per App. Die Integration von Projektdaten ermöglicht eine präzise Nachkalkulation. Die Kosten beginnen bei etwa 29 Euro monatlich, umfangreiche Pakete kosten mehrere tausend Euro als Einmallizenz.
IT-Sicherheit wird zum entscheidenden Faktor
Mit der Cloud-Verlagerung von Personaldaten steigen die Sicherheitsanforderungen. Die ISGUS GmbH betont: Modernes Workforce Management muss als Resilienzfaktor gegen Cyberrisiken wirken.
Laut Bitkom wurden 2024 über 131.000 Cyberkriminalitätsfälle registriert. Der jährliche Gesamtschaden liegt bei rund 178,6 Milliarden Euro. Professionelle Anbieter setzen daher auf zertifizierte deutsche Rechenzentren nach ISO/IEC 27001. Das sichert nicht nur den Datenschutz, sondern auch die Verfügbarkeit kritischer Systeme bei IT-Störungen.
