Arbeitsplatzabbau, CEOs

Arbeitsplatzabbau durch KI: 99% der CEOs planen Entlassungen

27.05.2026 - 17:15:08 | boerse-global.de

72 Prozent der Schweizer Unternehmen nutzen KI, sieben Prozent streichen gezielt Stellen. Neue Jobs entstehen vor allem im Technologiesektor.

Arbeitsplatzabbau durch KI: 99% der CEOs planen Entlassungen - Foto: über boerse-global.de
Arbeitsplatzabbau durch KI: 99% der CEOs planen Entlassungen - Foto: über boerse-global.de

Eine aktuelle Studie zeigt: Während die meisten Firmen KI als Unterstützung nutzen, baut bereits eine Minderheit Stellen ab oder lässt Vakanzen unbesetzt.

Schweizer Unternehmen zwischen Automatisierung und neuen Jobs

Eine umfassende Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY unter 604 Schweizer Unternehmen, veröffentlicht am 27. Mai 2026, zeichnet ein differenziertes Bild. Demnach setzen 72 Prozent der Firmen KI bereits als unterstützendes Werkzeug ein. Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind jedoch ambivalent.

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Rund sieben Prozent der befragten Unternehmen gaben an, Stellen gezielt wegen der KI-Implementierung gestrichen zu haben. Weitere elf Prozent besetzen offene Positionen nicht mehr nach, während sie auf automatisierte Systeme umstellen.

Gleichzeitig entsteht neue Nachfrage nach Spezialisten: 18 Prozent der Schweizer Firmen haben neue Stellen im KI-Bereich geschaffen – etwa für Datenwissenschaftler und KI-Ingenieure. Allerdings bleibt für 42 Prozent der Unternehmen die langfristige Wirkung auf ihre Belegschaft unklar. Widerstand gegen die Technologie ist selten: Nur drei Prozent der Schweizer Firmen verbieten den KI-Einsatz komplett.

Versicherungsbranche als Vorreiter

Die Dynamik in der Schweiz spiegelt globale Trends wider, besonders in der Versicherungsbranche. Die Zurich Insurance hat kürzlich eine 90-tägige Einführung einer KI-Plattform in fünf Ländern abgeschlossen. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Die Zeit für manuelle Sortierarbeit sank von 75 auf nur 15 Minuten – eine Reduktion um 80 Prozent. Die Genauigkeit der Digitalisierung erreichte 98 Prozent, während die Durchlaufrate von zehn auf 95 Prozent stieg. Zurich plant, die Plattform in den nächsten 16 Monaten auf über 20 Märkte auszuweiten.

Banken und die Debatte um den Wert menschlicher Arbeit

Die Integration von KI entfacht eine grundsätzliche Debatte über Arbeitsplatzsicherheit. Standard Chartered-CEO Bill Winters entschuldigte sich am 26. Mai 2026 für eine Aussage, in der er Teile der Belegschaft als „geringwertiges Humankapital" bezeichnete. Die Bank plant, ihre Unternehmensfunktionen bis 2030 um rund 15 Prozent zu reduzieren, was etwa 7.800 Stellen betrifft. Winters betonte, das Institut bleibe trotzdem der Umschulung und internen Mobilität verpflichtet.

Die Finanzbranche insgesamt signalisiert ähnliche Veränderungen. Führungskräfte von JPMorgan und Goldman Sachs räumen ein, dass KI unweigerlich bestimmte Rollen überflüssig machen wird. Goldman-Sachs-CEO David Solomon schätzt, dass KI zwar 25 Prozent der Arbeitszeit automatisieren könnte, dies aber nicht zwingend einen 25-prozentigen Stellenabbau bedeute. HSBC-Chef Georges Elhedery riet seinen Mitarbeitern, sich der KI-Einführung nicht zu widersetzen.

Papst warnt – OpenAI-CEO beschwichtigt

Die Entwicklung hat auch höchste Aufmerksamkeit erregt. Ein am 26. Mai 2026 veröffentlichtes päpstliches Schreiben warnte vor einer drohenden „Arbeitsplatz-Apokalypse" durch KI und äußerte Bedenken über wachsende Ungleichheit. OpenAI-CEO Sam Altman widersprach: Eine totale Job-Apokalypse sei unwahrscheinlich. Zwar träfen die Auswirkungen vor allem Einstiegspositionen im Bürobereich, doch menschliche Interaktion bleibe ein unersetzlicher Wirtschaftsfaktor.

Effizienzgewinne versus Mitarbeiterwohl

Aktuelle Forschung zeigt eine wachsende Diskrepanz zwischen KI-bedingten Entlassungen und den tatsächlichen Renditen. Eine Gartner-Studie vom 27. Mai 2026 ergab: 80 Prozent der Unternehmen mit KI-Pilotprojekten meldeten Personalabbau – unabhängig davon, ob die Projekte profitabel waren. Die höchsten finanziellen Gewinne erzielten Firmen durch „People Amplification", also die Steigerung der Produktivität bestehender Mitarbeiter, nicht durch deren Ersatz.

Die Stimmung der Führungsetagen bleibt dennoch auf Umstrukturierung ausgerichtet. Eine Mercer-Umfrage unter fast 1.000 US-Führungskräften vom 26. Mai 2026 zeigt: 99 Prozent der CEOs bereiten sich auf KI-bedingte Entlassungen in den nächsten zwei Jahren vor. 98 Prozent planen größere organisatorische Veränderungen.

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Die Folgen für die Moral der Belegschaft sind spürbar: Der Anteil der Arbeitnehmer, die sich als „erfolgreich" beschrieben, fiel von 66 Prozent (2024) auf 44 Prozent (2026). Fast die Hälfte der Personalverantwortlichen hält die Erfassung der Mitarbeiterstimmung für entscheidend.

Vom Pilotprojekt zur strategischen Priorität

Das Ausmaß des Wandels zeigt sich auch in Unternehmensmeldungen. Bei den S&P 500-Unternehmen stieg der Anteil der Firmen, die KI als Geschäftsrisiko identifizieren, von 12 Prozent (2023) auf 83 Prozent (2025). Gleichzeitig wuchs die KI-Expertise auf Vorstandsebene von 1,5 auf 2,7 Prozent. KI ist kein Randthema mehr, sondern eine strategische Kernfrage.

Der Weg zum autonomen Unternehmen

Die aktuelle Phase der KI-Einführung geht über einfache Automatisierung hinaus. SAP-CEO Christian Klein skizziert eine Vision mit KI-gesteuerten Assistenten, die tiefes Geschäftswissen benötigen. Der Ansatz betont Veränderungsmanagement und die Neugestaltung von Geschäftsprozessen.

Die Kosten sind jedoch enorm. Branchenkenner wie Führungskräfte von Uber und Nvidia weisen darauf hin, dass die Rechenkosten für KI-Modelle manchmal die Gehälter der Mitarbeiter übersteigen, die sie ersetzen sollen. Dennoch fließen massive Investitionen: Die vier größten Technologiekonzerne – Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft – werden 2026 voraussichtlich rund 750 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur investieren. Parallel dazu setzen Unternehmen Stellen ab: Meta reduzierte seine Belegschaft im Mai 2026 um 8.000 Positionen.

Ausblick für die Schweiz und den globalen Arbeitsmarkt

Während Schweizer Firmen KI weiter integrieren, entwickelt sich die Personalbranche weiter. Experten erwarten, dass KI den Arbeitsmarkt eher umgestalten als ersetzen wird – vorausgesetzt, Unternehmen managen den Übergang erfolgreich.

75 Prozent der Führungskräfte glauben, dass KI die Beschäftigung in den nächsten drei Jahren massiv verändern wird. Gleichzeitig sehen 80 Prozent die Technologie als wichtigsten Produktivitätstreiber. Für Schweizer Unternehmen wird die Herausforderung sein, die Effizienz automatisierter Prozesse mit dem Erhalt einer qualifizierten und engagierten Belegschaft in Einklang zu bringen. Der Erfolg der KI-Einführung wird maßgeblich davon abhängen, wie gut Unternehmen ihre Mitarbeiter für die Arbeit mit zunehmend autonomen Systemen umschulen können.

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