Arbeitslosigkeit, Chancen

Arbeitslosigkeit: Chancen sinken von 7 auf 4,5 Prozent pro Jahr

01.07.2026 - 09:34:31 | boerse-global.de

Neue Schweizer Studie belegt: Mit jedem Monat Arbeitslosigkeit sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Jobangebots. Weiterbildung und Vermittlung helfen.

Studie: Jobchancen sinken mit langer Arbeitslosigkeit drastisch
Arbeitslosigkeit - Hände halten ein Tablet, das ein leuchtendes Netzwerk von Karrierewegen und Möglichkeiten anzeigt, mit einem unscharfen Büro im Hintergrund. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine neue Studie aus der Schweiz. Doch es gibt Wege, die Chancen zu verbessern.

Die bittere Wahrheit der Statistik

Das Forschungsinstitut RFBerlin hat Ende Juni 2026 rund 600.000 Bewerbungen von 15.000 Arbeitslosen ausgewertet. Das Ergebnis: Wer frisch arbeitslos ist, hat eine monatliche Erfolgschance von 7 Prozent. Nach einem Jahr ohne Job sind es nur noch 4,5 Prozent.

Noch deutlicher wird der Trend bei der Eigeninitiative. Die Zahl der monatlichen Bewerbungen sinkt von elf auf acht. Auch die Einladungsquote zu Vorstellungsgesprächen fällt von 5 auf 3,5 Prozent.

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Doch es gibt Hoffnung: Wer es erstmal zum Gespräch schafft, hat gute Karten. Die Chance auf ein konkretes Jobangebot steigt dann von 20 auf über 25 Prozent. Die Studienautoren fordern deshalb mehr Unterstützung bei der direkten Vermittlung – statt nur auf Umschulungen zu setzen.

Qualifizierung als Türöffner

Experten von Arbeitsagentur und StepStone raten: Nutzt die Auszeit für Weiterbildung. Besonders digitale Kompetenzen sind gefragt. Die VHS Hofer Land startet ab Juli 2026 Kurse von Excel-Grundlagen bis Smartphone-Sicherheit.

Auch Sprachkenntnisse sind ein entscheidender Faktor. Die VHS Esslingen bietet seit Frühjahr 2026 spezielle Auffrischungskurse auf den Niveaus A2 bis B1 sowie Business-Kurse für Fortgeschrittene.

Für Eltern gibt es regionale Hilfe: Das Jobcenter Vorpommern-Greifswald organisiert Anfang Juli 2026 einen Informationsmarktplatz in Pasewalk. In Tirol hilft das Programm „Artis“ der Organisation pro mente Menschen mit psychischen Erkrankungen. Von rund 2.300 Teilnehmern fanden 58 Prozent wieder einen Job.

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Neue Regeln, härtere Sanktionen

Seit dem 1. Juli 2026 gilt die neue Grundsicherung – das Bürgergeld ist Geschichte. Die Regeln sind deutlich strenger: Wer seine Mitwirkungspflichten verletzt – etwa alkoholisiert oder stark ungepflegt zu einem Bewerbungstermin erscheint – dem droht eine sofortige Kürzung des Regelbedarfs um 30 Prozent für drei Monate. Bei Wiederholung ist sogar ein kompletter Leistungsstopp möglich. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2019 allerdings Grenzen für solche Entzüge gesetzt.

Parallel dazu steigen die Renten um 4,24 Prozent auf 42,52 Euro pro Entgeltpunkt. Die Pfändungsfreigrenze für Alleinstehende liegt jetzt bei 1.587,40 Euro netto.

Für Rückkehrer nach langer Krankheit bleibt das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) nach § 167 SGB IX zentral. Es soll sicherstellen, dass der Arbeitsplatz an die gesundheitlichen Bedürfnisse angepasst wird.

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