Arbeitsdruck, Aufgabenverdichtung

Arbeitsdruck: 61% berichten von Aufgabenverdichtung trotz KI-Tools

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 01:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de

AK-Studie belegt: Mehr Produktivität geht mit höherem Arbeitsdruck einher. Experten setzen auf Zeitrendite und psychische Gesundheit.

Arbeitsdruck steigt: Produktivität und Belastung im Gleichschritt
Eine stilisierte Uhr mit Zahnrädern und digitalen Elementen, die in einer abstrakten Büroumgebung eine arbeitende Silhouette reflektiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während Unternehmen auf digitale Tools und KI setzen, berichten immer mehr Beschäftigte von steigender Belastung. Ein aktuelles Barometer zeigt: Produktivität und Arbeitsdruck wachsen parallel.

Mehr Arbeit, weniger Luft

Das Strukturwandelbarometer von AK und ÖGB aus Juli 2026 liefert klare Zahlen. Knapp 1.500 Betriebsratsvorsitzende wurden befragt. Ergebnis: 54 Prozent melden eine Produktivitätssteigerung in den letzten drei Jahren. Gleichzeitig berichten 61 Prozent von höherem Arbeitsdruck und Aufgabenverdichtung. Haupttreiber sind Prozessoptimierungen.

Die Folgen sind messbar: Krankenstände steigen. Auch der Druck, trotz Krankheit zu arbeiten, nimmt zu. Arbeitnehmervertreter fordern mehr Investitionen in Weiterbildung. Ihr Vorwurf: Die Produktivität steigt auf Kosten der psychischen Gesundheit.

Weniger Aufgaben, bessere Entscheidungen

Klassisches Zeitmanagement stößt an Grenzen. Experten wie Guido Wieprecht vom Europäischen Institut für Lerntechniken setzen auf einen neuen Ansatz: die Zeitrendite. Entscheidend ist nicht mehr, wie viele Aufgaben man erledigt, sondern wie gute Entscheidungen man trifft.

Drei Fähigkeiten stehen im Mittelpunkt: Informationskompetenz, Schnelllesetechniken und der gezielte KI-Einsatz. Das Ziel: Arbeit nicht nur schneller, sondern effektiver gestalten.

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Der digitale Assistenzkongress „Assistenztage Online 2026“ greift diesen Trend auf. Am 29. September stehen Meeting-Effizienz und Abgrenzung im Berufsalltag auf dem Programm.

Digitale Grundlagen schaffen

Ohne digitale Werkzeuge läuft heute nichts. Das zeigt sich am breiten Weiterbildungsangebot im Sommer 2026:

  • Die Volkshochschule Herzberg bietet vom 13. bis 17. Juli einen Kurs zu Office-Anwendungen und KI im Büroalltag an.
  • Brasiliens Bildungsministerium stellt im August rund 12.000 Excel-Schulungsplätze für pädagogisches Führungspersonal bereit.
  • In Koblenz spricht Referentin Beatrix Sieben Ende Juli über Zeitmanagement durch gezieltes Selbstmanagement.
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Prävention als zweite Säule

Neben der fachlichen Qualifikation rückt die psychische Gesundheit in den Fokus. Der ÖGB bietet österreichweit Beratungen und Coachings an. Ziel: die psychische Widerstandsfähigkeit in Betrieben stärken. Ein Schwerpunkt liegt auf männlichen Beschäftigten – 2024 waren rund 80 Prozent der 1.219 Suizidopfer in Österreich Männer.

Bewegungsangebote ergänzen die betrieblichen Maßnahmen. Das Programm „Bewegt im Park“ bietet bis September 2026 Sportkurse in öffentlichen Grünanlagen. Die Kombination aus technischer Weiterbildung, neuen Management-Methoden und Gesundheitsvorsorge – das ist die Basis für nachhaltige Leistungsfähigkeit in einer immer druckvolleren Arbeitswelt.

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