Arbeitsbelastung, Erschöpfung

Arbeitsbelastung: 83% gehen trotz Erschöpfung zur Arbeit

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 11:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwei neue Hörbuchprogramme greifen Burnout-Symptome und Prokrastination auf, während Umfragen die hohe mentale Belastung Berufstätiger zeigen.

Neue Hörbücher gegen Erschöpfung und Aufschiebeverhalten
Ein minimalistischer, heller Arbeitsplatz mit einer Pflanze und einer leeren Tasse in ruhiger, natürlicher Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt.

Die Belastung von Erwerbstätigen durch dichte Terminpläne und chronischen Stress rückt verstärkt in den Fokus der betrieblichen Prävention und persönlichen Weiterentwicklung.

Besonders der September gilt laut Branchenbeobachtungen aufgrund von Kongressen und Kick-off-Meetings als eine der terminlich intensivsten Phasen des Jahres. In diesem Kontext werden vermehrt strukturierte Programme zur Bewältigung von Burnout-Symptomen und Arbeitsblockaden nachgefragt.

Neue Programme zur Überwindung von Erschöpfung und Prokrastination

Der Autor Michael Stein und der Verlag Der innere Aufstieg haben zwei neue Hörbuch-Produktionen veröffentlicht, die sich explizit an Personen mit Erschöpfungssymptomen und Aufschiebeverhalten richten.

Das Werk „Erschöpfung überwinden: Das komplette 10-Wochen-Programm“ (ISBN 4070169842755) umfasst eine Gesamtlänge von zwei Tagen und 38 Minuten. Es ist als zweite Folge einer fünfteiligen Serie konzipiert und gliedert sich in zehn wöchentliche Stufen von jeweils etwa 15 Minuten.

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Ergänzend dazu wurde der erste Teil der Serie unter dem Titel „Aufschieberitis überwinden: Das komplette 10-Wochen-Programm“ (ISBN 4070169577114) vorgelegt. Dieses Hörbuch weist eine Länge von zwei Tagen und 36 Minuten auf. Beide Produktionen nutzen für die Sprachaufnahme KI-gestützte Text-to-Speech-Technologie und sind in der Kategorie Persönliche Entwicklung angesiedelt.

Hoher Leidensdruck in der Arbeitswelt

Die Relevanz solcher Angebote wird durch aktuelle Erhebungen unterstrichen. Eine repräsentative Umfrage der Organisation Mavie unter rund 1.000 Erwerbstätigen in Österreich verdeutlicht das Ausmaß mentaler Belastungen: Demnach gehen 83 % der Befragten trotz mentaler Erschöpfung zur Arbeit. Rund 67 % gaben an, oft oder sehr oft gestresst zu sein, wobei Frauen mit 73 % häufiger betroffen sind als Männer mit 61 %.

Für 37 % der Befragten stellt die Arbeit den größten Stressfaktor dar, wobei 40 % aufgrund von finanziellem Druck trotz Überlastung weiterarbeiten. Trotz dieser Zahlen sprechen nur 30 % mit einer Führungskraft über ihre Situation, und lediglich 14 % nehmen professionelle Hilfe in Anspruch.

Physiologische Grundlagen und biohacking-orientierte Ansätze

Neben psychologischen Trainingsprogrammen gewinnen physiologische Analysen an Bedeutung. Anbieter wie BioCoherence thematisieren dabei den Zusammenhang zwischen chronischem Stress und einem Mangel an DHEA, einem Vorläuferhormon für Vitalität.

Ein überaktives Kampf-oder-Flucht-System könne die zelluläre Reparatur und den Tiefschlaf behindern. In diesem Bereich werden 21-Tage-Programme beworben, die auf der Analyse von Biomarkern sowie dem Einsatz von Audiofrequenzen und Mikrostrom basieren.

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Altersforscher wie Markus Mandl von der JKU Linz beobachten zudem einen Trend zum sogenannten Biohacking. Während Methoden wie Infrarot-Licht oder Vitamin-Infusionen populär seien, fehle es für viele dieser Trends noch an Langzeitstudien. Experten betonen weiterhin die Relevanz der Basisfaktoren Ernährung, Bewegung und Schlaf.

Eine Studie der McGill University aus dem Jahr 2026 deutet etwa darauf hin, dass sowohl Schlaf als auch moderater Sport das Erinnerungsvermögen nach einer Phase der Schlaflosigkeit um gut 20 % verbessern können, wobei Sport den Schlaf jedoch nicht vollständig ersetzen könne.

Wissenschaftliche Einordnung therapeutischer Methoden

Bei der Behandlung von stressbedingten körperlichen Beschwerden wie Nacken- oder Rückenschmerzen zeigen Meta-Analysen aus dem Jahr 2024 ein differenziertes Bild. Für die Cranio-Sacral-Therapie konnten in klinisch relevanten Studien keine signifikanten Verbesserungen gegenüber Kontrollgruppen belegt werden.

Im Bereich der manuellen Therapie, für die in Deutschland eine rund 400-stündige Fortbildung erforderlich ist, zeigt die Evidenzlage bei chronischen Kreuzschmerzen zwar punktuelle Verbesserungen, die jedoch oft unter der Grenze einer spürbaren Bedeutsamkeit liegen.

Auch pflanzliche Ansätze wie der Einsatz von Rhodiola Rosea (Rosenwurz) bei mentaler Ermüdung werden weiterhin untersucht. Eine Übersichtsarbeit zeigt für einige Studien positive Effekte auf den Fokus, während eine kontrollierte Studie aus dem Jahr 2025 nur geringe Unterschiede bei der kognitiven Verarbeitung feststellte.

Experten raten bei schwerwiegenden emotionalen Symptomen wie Angst oder anhaltender Niedergeschlagenheit zur professionellen psychotherapeutischen Unterstützung.

Mehr zum Thema bei DER STANDARD: „83 Prozent der Angestellten gehen trotz Erschöpfung arbeiten - Karriere“

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