Arbeitsbelastung: 40% der Beschäftigten sehen keine Perspektive bis Rente
Veröffentlicht am: 06.07.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Besonders hart trifft es Handwerker und Pflegekräfte.
Der aktuelle DGB-Index Gute Arbeit zeigt eine alarmierende Skepsis. Rund 40 Prozent der Arbeitnehmer bezweifeln, ihre aktuelle Tätigkeit bis zum gesetzlichen Rentenalter ausüben zu können. In physisch fordernden Branchen liegen die Werte noch deutlich höher: Im Sanitär- und Klempnerhandwerk sind es 72 Prozent, in der Krankenpflege 71 Prozent und in der Altenpflege 67 Prozent.
Als Hauptgründe nennen die Befragten neben körperlicher Belastung vor allem hohen Zeitdruck und Lärm am Arbeitsplatz. DGB-Chefin Fahimi fordert deshalb deutliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.
NRW setzt auf Nachhaltigkeit
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. Unter dem Titel „Leben in Nordrhein-Westfalen“ sollen sechs Transformationsbereiche vorangetrieben werden. Mehr als 50 Organisationen waren an der Erarbeitung beteiligt.
Umweltminister Oliver Krischer betont: Nachhaltigkeit müsse im Alltag der Menschen spürbar sein. Ein konkretes Ziel: Bis 2030 sollen die Mitgliederzahlen in Sportvereinen steigen und inklusive Sportangebote ausgebaut werden. Ein Nachhaltigkeitsbeirat begleitet die Umsetzung wissenschaftlich. Für den 10. September 2026 ist eine Tagung in Bielefeld geplant.
Soziales Rezept gegen Einsamkeit
In Düsseldorf startete im Juli 2026 ein innovatives Projekt: „Social Prescribing“. Es richtet sich an Menschen mit sozialen Belastungen wie Einsamkeit oder Stress. Ein soziales Präventionsrezept soll sie gezielt an bestehende Unterstützungsangebote vermitteln.
Hohe körperliche Belastung und Stress gefährden die langfristige Gesundheit am Arbeitsplatz. Wie Betriebe Gefährdungsbeurteilungen rechtssicher erstellen und so die Sicherheit am Arbeitsplatz erhöhen, zeigt dieser kostenlose Report. Gefährdungsbeurteilung: Jetzt kostenlose Vorlagen und Checklisten sichern
Das städtische Amt für Soziales und Jugend sowie das Gesundheitsamt setzen das Vorhaben um. Wissenschaftlich begleitet wird es von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Charité Berlin. Die Techniker Krankenkasse fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt.
Betriebe müssen umdenken
Auch die Krankenkassen reagieren auf den wachsenden Bedarf. Die DAK-Gesundheit bietet für das betriebliche Gesundheitsmanagement einen Quick-Check, E-Books und Online-Vorträge an. Ein Förderpreis mit Bewerbungsfrist bis Anfang Juli 2026 sollte zusätzliche Anreize schaffen.
Wenn Mitarbeiter lange ausfallen oder gesundheitlich eingeschränkt sind, ist ein professionelles Eingliederungsmanagement entscheidend für den Erhalt der Arbeitskraft. Dieser kostenlose Leitfaden liefert die vollständige BEM-Anleitung inklusive Gesprächsleitfaden für alle Beteiligten. Kostenlose BEM-Anleitung mit Muster-Betriebsvereinbarung herunterladen
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Der Druck kommt auch vom demografischen Wandel. Experte Nico Lüdemann warnt: Das Ausscheiden der Babyboomer stellt den Mittelstand vor massive Herausforderungen. Der Erhalt der Arbeitskraft und der Wissenstransfer werden zu den zentralen Aufgaben der kommenden Jahre.
Im Gesundheitssektor bildet man deshalb verstärkt Fachkräfte aus. In der Region Bern schlossen rund 700 Absolventen ihre Ausbildung in Gesundheitsberufen ab. Auch in Herisau feierten zahlreiche neue Fachkräfte ihren Abschluss – ein wichtiges Signal für die Stabilität des Systems.
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