Apple-Warnungen, Ländern

Apple-Warnungen in 99 Ländern: BSI rät Betroffenen, iPhones als kompromittiert einzustufen

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 01:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das BSI rät gefährdeten Personen zu Updates und Lockdown Mode; Apple nennt keine technischen Details zur aktuellen Warnwelle.
Ein minimalistischer, dunkel beleuchteter Flur in einem modernen Gebäude, der eine Atmosphäre von digitaler Überwachung vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Apple hat erneut Bedrohungswarnungen an iPhone-Besitzer in 99 Ländern verschickt, da diese ins Visier von professioneller Söldner-Spyware geraten sein könnten.

Der US-Konzern bestätigte den Versand der sogenannten Threat Notifications gegenüber heise Mac & i. Der Vorfall zieht inzwischen weite Kreise in Politik und IT-Sicherheitskreisen: John Scott-Railton von der Forschungsgruppe Citizen Lab rechnet nach der jüngsten Welle mit einer wichtigen Reihe von Benachrichtigungen, die einige konkrete Fälle zutage fördern dürfte.

Auch Natalia Krapiva von der Bürgerrechtsorganisation Access Now betonte, dass die Auseinandersetzung mit dem Missbrauch digitaler Überwachungswerkzeuge noch lange nicht ausgestanden sei.

Politiker und Journalisten unter den Betroffenen

Die Zahl von 99 Ländern beschreibt Sicherheitsforschern zufolge die geografische Streuung dieser spezifischen Warncharge und stellt keine Gesamtzahl bestätigter Opfer dar.

Laut einem Bericht geht diese Länderangabe auf einen Screenshot des Sicherheitsforschers Costin Raiu zurück; zudem war die Angabe in der Benachrichtigung an den libanesischen Journalisten und Filmemacher Radwan Mortada enthalten, der nach eigenen Angaben bereits in den Jahren 2017 und 2021 Ziel der Spionagesoftware Pegasus war.

Inzwischen haben mehrere hochrangige Persönlichkeiten den Erhalt der Apple-Warnung bestätigt. In Deutschland erklärte die Grünen-Chefin Franziska Brantner am 3. November 2026, eine Benachrichtigung erhalten zu haben.

Bereits am 1. November 2026 hatte Digitalminister Karsten Wildberger im ARD-Format „Bericht aus Berlin“ entsprechende Warnungen bei Mitgliedern des Bundestags sowie der Bundesregierung bestätigt, ohne dabei konkrete Namen oder Zahlen zu nennen.

Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte, dass der Vorfall sehr ernst genommen werde, machte jedoch keine Angaben dazu, ob Bundeskanzler Friedrich Merz zu den Zielpersonen zähle.

Anzeige

Angesichts der aktuellen Bedrohungslage durch Spyware wird der sichere Umgang mit dem Apple-Smartphone immer wichtiger. Dieses kostenlose Lexikon erklärt die 53 wichtigsten iPhone-Begriffe in einfachen Worten, damit Sie Sicherheits-Features und Funktionen besser verstehen. Apple-Fachsprache endlich verstehen – Gratis-Lexikon sichern

Auch international wurden Mandatsträger gewarnt: In Thailand erhielt der frühere Premierminister und Oppositionsführer der Democrat Party, Abhisit Vejjajiva, am 2. November 2026 eine Nachricht von Apple. Am Folgetag verzeichnete auch Nattapong Ruangpanyawut, Oppositionsführer der People's Party, den Eingang einer solchen Warnmeldung. In Frankreich leitete die Cybersicherheitsbehörde CERT-FR die Warnung weiter.

Warnhinweise des BSI und Schutzmaßnahmen

In Deutschland gingen erste Benachrichtigungen ab dem 29. Oktober 2026 ein. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wandte sich am 30. Oktober 2026 schriftlich an Abgeordnete des Bundestags. Die Behörde forderte Parlamentarier sowie Personen des öffentlichen Lebens auf, ihre iPhones vorsorglich als potenziell gefährdet oder kompromittiert einzustufen.

Nach Angaben des BSI erfolgen derartige Ausspähversuche meist über sogenannte Zero-Click-Schwachstellen, bei denen eine Infektion gänzlich ohne Zutun des Nutzers ausgelöst werden kann; mitunter genüge dafür bereits die bloße Kenntnis der Mobilfunknummer.

Bei einer erfolgreichen Kompromittierung droht der unbefugte Zugriff auf vertrauliche Nachrichten, Anruflisten, Adressbücher, Terminkalender und Standortdaten sowie die heimliche Aktivierung von Mikrofon und Kamera.

Das BSI empfiehlt Betroffenen zeitnahe Software-Updates sowie die Aktivierung des von Apple bereitgestellten Isolationsmodus (Lockdown Mode). Bei einem akuten Verdacht oder besonders hohem Sicherheitsrisiko rät die Behörde zu einem vollständigen Austausch des Geräts, dem Zurücksetzen zugehöriger Benutzerkonten sowie dem Wechsel der Rufnummer.

Anzeige

Wer sein Gerät vor unbefugten Zugriffen schützen will, muss die technischen Grundlagen beherrschen. Dieser kostenlose PDF-Guide bietet klare Erklärungen statt Technik-Blabla und hilft Ihnen, Begriffe wie AirDrop oder iOS sicher einzuordnen. Kostenloses iPhone-Lexikon jetzt herunterladen

Regelmäßige Warnchargen ohne technische Details

Apple hat zu der aktuellen Welle öffentlich keine Sicherheitslücken-Codes, Exploits, Spyware-Familien oder spezifische Angreifer benannt; eine Meldung im hauseigenen Newsroom blieb aus. Der Konzern verschickt solche Hinweise seit dem Jahr 2021 mehrmals jährlich und hat seither Anwender in über 150 Ländern erreicht.

Eine vorherige Welle fand am 13. August 2026 statt und umfasste Empfänger in 110 Ländern, wobei sich die Länderzahlen der beiden Wellen nicht direkt miteinander gleichsetzen lassen.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70466926 |