Apple-Intel-Deal: Chip-Fertigung in den USA startet 2027
19.06.2026 - 07:56:57 | boerse-global.de
Präsident Trump verkündete am Donnerstag eine strategische Partnerschaft zwischen Apple und Intel zur Halbleiterfertigung in den USA. Die Aktie des Chip-Herstellers schoss daraufhin um bis zu 10,5 Prozent auf rund 133,82 Dollar nach oben. Allerdings: Weder Apple noch Intel haben die Vereinbarung bislang offiziell bestätigt. Intel-Sprecher lehnten jede Stellungnahme zu möglichen Deals ab.
Was genau gefertigt wird
Nach Einschätzung von Branchenanalysten geht es nicht um Intels eigene Chip-Architekturen, sondern um die Fertigung von Apple-eigenen Prozessoren. Im Fokus stünden zunächst ältere Komponenten und günstigere Chips für Vorgängergeräte. Experten von GF Securities und Wedbush gehen davon aus, dass die M-Serie für das MacBook Air und das günstigere iPad Pro den Anfang macht.
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Technisch dürfte Intel dabei auf sein 18A-P-Verfahren setzen. Erste Testläufe laufen bereits, doch mit einer Massenproduktion für Apples M7-Chips rechnet die Branche frühestens Mitte bis Ende 2027. Sollte die Kooperation wie erhofft laufen, könnten ab 2028 auch A-Serien-Chips für iPhones auf Intels 14A-Knoten vom Band laufen.
Die Fertigung soll über mehrere Intel-Standorte verteilt werden: Oregon, Arizona und der neue Campus in New Albany, Ohio. Trotz des Deals bleibt TSMC der Hauptlieferant für Apples absolute Spitzenchips – etwa für das iPhone 18 Pro.
Warum Apple umdenkt
Der Schritt in Richtung US-Produktion hat handfeste Gründe. Bei TSMC wird der Platz knapp: Der Boom der Künstlichen Intelligenz hat die Nachfrage nach Fertigungskapazitäten explodieren lassen. Branchenberichten zufolge hat Nvidia TSMCs größten Kunden Apple bereits überholt.
Hinzu kommt die politische Dimension. Die aktuellen US-Handelszölle auf importierte Halbleiter liegen bei rund 100 Prozent – ein massiver Kostenfaktor. Apple hatte bereits Anfang 2025 Investitionen von 500 Milliarden Dollar in den USA zugesagt, weitere 100 Milliarden folgten. Mit Intel als zweiter Quelle verschafft sich der iPhone-Konzern zudem Verhandlungsmacht gegenüber seinen Hauptlieferanten.
Staat als Großaktionär
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Intels Erholung unter CEO Lip-Bu Tan, der den Posten 2025 übernahm, ist bemerkenswert. Die Marktkapitalisierung kletterte nach der Ankündigung auf rund 608,7 Milliarden Dollar – ein gewaltiger Sprung von etwa 100 Milliarden Dollar im August 2025.
Die US-Regierung hat dabei ein direktes finanzielles Interesse: Im August 2025 wandelte sie rund 8,9 Milliarden Dollar aus CHIPS-Act-Fördermitteln in Eigenkapital um und hält nun zehn Prozent an Intel. Damit ist der Staat der größte Einzelaktionär – noch vor den großen institutionellen Investoren.
Handelsminister Howard Lutnick soll über ein Jahr lang mit Apples Führung verhandelt haben, um die Fertigungszusage zu sichern. Doch Analysten warnen: Die Produktionskosten pro Chip liegen bei Intel derzeit deutlich über denen von TSMC. Auch die anfänglichen Ausbeuten bereiten Apple intern noch Kopfzerbrechen. Der Deal ist also politisch ein Coup – technisch bleibt er ein Wagnis.
