Apple-Chef Tim Cook: Preiserhöhungen in gesamter Produktpalette unvermeidbar
18.06.2026 - 00:22:17 | boerse-global.de
Der Speicherchip-Mangel zwingt Apple zu drastischen Maßnahmen. Tim Cook spricht Klartext.
Apple-Chef Tim Cook hat im Wall Street Journal eingeräumt, dass Preiserhöhungen für die gesamte Produktpalette unvermeidbar sind. Grund ist eine anhaltende Knappheit bei Speicherchips – ausgelöst durch den enormen Bedarf an Hochleistungsspeicher für KI-Server. Diese Entwicklung hat die Industriekapazitäten massiv von der Unterhaltungselektronik abgezogen.
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„RAMageddon" auf dem Chip-Markt
Branchenanalysten sprechen längst von einem „RAMageddon". Die Preise für Speicherchips sind im Jahresvergleich um 10 bis 25 Prozent gestiegen. Für Apple kommt erschwerend hinzu, dass Anfang 2026 langfristige Lieferverträge mit Chip-Herstellern ausliefen. Seither ist der Konzern den volatilen Marktpreisen ausgesetzt.
Die Folgen sind bereits sichtbar: Beim Mac Mini senkte Apple die Basis-Speicherkapazität, um den effektiven Preis stabil zu halten. Für die kommenden MacBook-Modelle 2026 zeichnen sich Preiserhöhungen zwischen 100 und 400 Euro ab – ein Plus von 15 bis 20 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration.
Die Forschung von CCS Insight geht sogar noch weiter: Die KI-getriebenen Speicherkosten könnten den gesamten Smartphone-Markt 2026 um 15 Prozent schrumpfen lassen. In manchen Regionen sind die Einstiegspreise bereits um über 50 Prozent gestiegen.
iPhone 18: Mehr RAM, höhere Preise
Die kommende iPhone-18-Serie zeigt Apples Spagat zwischen KI-Fortschritt und Kostenkontrolle. Das Basismodell erhält satte 12 GB LPDDR5X-RAM – ein Plus von 50 Prozent. Grund ist die neue Siri-KI, die mit iOS 27 kommt und lokal auf dem Gerät rechnet.
Während Apple die Mehrkosten für das Basis-iPhone 18 wohl selbst trägt und am Einstiegspreis von 799 Euro festhält, sieht es bei den Top-Modellen anders aus:
- iPhone 18 Pro: Schätzungen zufolge 200 Euro Aufschlag – Startpreis dann 1.299 Euro
- iPhone Ultra (Foldable): Das neue Falt-Handy soll bei 1.999 Euro starten. Das ist zwar happig, aber unter den ursprünglichen Schätzungen von 2.400 Euro. Analysten von JP Morgan vermuten, dass Apple so das Pro-Modell vor noch stärkeren Erhöhungen schützt.
- Zeitplan: iPhone 18 Pro, Pro Max und das Falt-Modell kommen im September 2026. Das Basis-iPhone 18 folgt im Frühjahr 2027.
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Langfristig plant Apple offenbar den Sprung zu 1,4-Nanometer-Chips. Laut Bloomberg sollen High-End-Geräte ab 2028 mit A22-Pro-Chips von TSMC ausgestattet werden.
Hamsterkäufe und Führungswechsel
Apple reagiert mit massiven Lagerbeständen in den USA. Laut Counterpoint Research übersteigen die aktuellen Vorräte sogar das Niveau des zollgetriebenen Aufbaus von 2025. Auch Samsung und Motorola fahren ähnliche Strategien, um sich gegen Preissteigerungen bei LPDDR4- und LPDDR5X-Chips zu wappnen.
Die Lieferanten Samsung, SK Hynix und Micron profitieren von Apples Hunger nach Speicher. Analysten hoben am 17. Juni die Bewertung für Micron an: Die durchschnittlichen DRAM-Verkaufspreise könnten 2026 um bis zu 200 Prozent steigen. Die Marktanspannung könnte bis 2028 anhalten.
Der Preis-Schock kommt zu einer Zeit des Umbruchs. Tim Cook wird am 1. September 2026 als CEO zurücktreten. Nachfolger John Ternus übernimmt die Führung in einer Phase, in der der Speicheranteil an den Materialkosten eines Smartphones auf über 30 Prozent gestiegen ist – ein Rekordwert in der Branche.
