Apotheken-Reform: Packungsfixum steigt ab Juli auf 9,00 Euro
29.05.2026 - 02:08:18 | boerse-global.deDie Digitalisierung der Rezeptausstellung verändert den Alltag von Millionen Patienten grundlegend. Doch während die elektronische Verordnung längst Standard ist, kämpfen Online-Apotheken um ihre Position im Markt.
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen bringt neue rechtliche Pflichten für Unternehmen und Dienstleister mit sich. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt in 5 Schritten, wie Sie die DSGVO-Vorgaben rechtssicher umsetzen und Abmahnungen vermeiden. In 5 Schritten DSGVO-konform: So haken Sie alle Pflichten schnell und einfach ab
Das digitale Rezept im Überblick
Seit dem 1. Januar 2024 müssen verschreibungspflichtige Medikamente für gesetzlich Versicherte als E-Rezept ausgestellt werden. Patienten können ihre Verordnungen über drei Wege einlösen: die Gematik-App, die elektronische Gesundheitskarte (eGK) oder einen ausgedruckten QR-Code. Die Gültigkeitsdauer beträgt 28 Tage.
Ausgenommen vom digitalen Zwang bleiben weiterhin Privatrezepte, Hilfsmittel und Betäubungsmittel (BtM). Sie werden weiterhin auf dem klassischen Papierweg ausgestellt.
Diclofenac und Ibuprofen: Verfügbarkeit und Preise
Diclofenac zählt zu den wichtigsten Wirkstoffen gegen leichte bis mittlere Schmerzen. Voltaren Dolo Liquid 25 mg Weichkapseln des Herstellers Haleon Germany GmbH sind rezeptfrei, aber apothekenpflichtig. Eine Packung mit zehn Kapseln kostet rund 6,58 Euro. Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren nehmen bis zu dreimal täglich eine Kapsel ein – mit vier bis sechs Stunden Abstand zwischen den Einnahmen.
Auch Ibuprofen-Präparate wie Nurofen 24-Stunden-Pflaster (200 mg) oder verschiedene Tablettenformen sind im deutschen Markt erhältlich. Ob per E-Rezept oder rezeptfrei – die Verteilung läuft zunehmend über eine Mischung aus traditionellen und digitalen Apotheken.
Online-Apotheken im Test: DocMorris und medpex vorn
Die Stiftung Warentest untersuchte im Juni 2026 die Qualität von Online-Apotheken. DocMorris und medpex schnitten mit der Note „GUT" am besten ab. Besonders wichtig war den Testern die technisch-pharmazeutische Qualität – vor allem die Prüfung auf Wechselwirkungen. Sie floss mit 55 Prozent in die Bewertung ein.
Die Studie zeigte: Bei rezeptfreien Medikamenten sparen Kunden online über ein Drittel im Vergleich zur Vor-Ort-Apotheke. DocMorris, das 2025 einen Außenumsatz von 1.122,6 Millionen Schweizer Franken mit über 12 Millionen Kunden erzielte, übernimmt zudem die Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Arzneimittel.
Gericht stoppt Werbung: „Echte Apotheke" bleibt den Filialen vorbehalten
Doch der rechtliche Rahmen für Versandapotheken hat sich verschärft. Das Landgericht Köln erließ am 23. April 2026 eine einstweilige Verfügung gegen Shop Apotheke. Das Unternehmen darf sich nicht mehr als „echte Apotheke" bezeichnen. Die Begründung: Versandhändler bieten nicht das volle Leistungsspektrum einer Präsenzapotheke. Dazu zählen der notdienstliche Bereitschaftsdienst, persönliche Beratung vor Ort und die Herstellung bestimmter Rezepturen.
Ob E-Rezept oder Patientendaten – der Schutz sensibler Informationen ist für Unternehmen im digitalen Sektor heute überlebenswichtig. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen proaktiv erfüllen. IT-Sicherheit stärken ohne teure Investitionen: So schützen clevere Unternehmer ihre Firma vor Cyberangriffen
Cybersicherheit: Die digitale Infrastruktur im Visier
Die Umstellung auf das E-Rezept hat auch Sicherheitsfragen aufgeworfen. Eine Broschüre des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aus dem Jahr 2025 warnt: Die mangelnde IT-Verfügbarkeit ist das größte Risiko für den Gesundheitssektor. Die Telematikinfrastruktur (TI) und das E-Rezept-System geraten zunehmend ins Visier von Angreifern. Ausfälle können die Patientenversorgung massiv beeinträchtigen.
Apotheken-Reform: Höhere Gebühren ab Juli
Um die wirtschaftliche Lage der Apotheken zu stabilisieren, stehen regulatorische Änderungen kurz vor dem Abschluss. Das Apotheken-Reformgesetz (ApoVWG) soll am 12. Juni 2026 den Bundesrat passieren. Parallel dazu ist eine Erhöhung des Packungsfixums geplant – der festen Abgabegebühr pro Medikament. Sie steigt in zwei Schritten: Ab dem 1. Juli 2026 auf 9,00 Euro, ab dem 1. Januar 2027 auf 9,50 Euro. Die Maßnahmen sollen das Versorgungsnetz stärken, während es sich an die Anforderungen der digitalen Verordnung anpasst.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
