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Apollo: KI rekonstruiert antike Texte mit 80 Prozent Trefferquote

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das kostenlos verfügbare Apollo-Modell erzielt bei Textvorschlägen hohe Bewertungen und soll künftig durch ein lateinisches Sprachmodell ergänzt werden.

ÖAW stellt Apollo vor: KI rekonstruiert beschädigte altgriechische Texte
Antike Papyrusfragmente liegen auf einem hölzernen Archivtisch bereit zur wissenschaftlichen Untersuchung. Illustration mit AI erstellt.

Die Analyse und Wiederherstellung jahrtausendealter Schriftzeugnisse gehört zu den zeitaufwendigsten Aufgaben der Geschichtswissenschaft. Mit dem Modell Apollo hat die Österreichische Akademie der Wissenschaften ein spezialisiertes KI-Werkzeug für das Altgriechische vorgestellt, das beschädigte antike Texte rekonstruieren soll.

Das System entstand in Zusammenarbeit mit Mistral AI sowie Sail Reply und soll Forschenden helfen, Textlücken auf Papyri präziser und schneller zu schließen, wie der Standard in einem Bericht vom 24. September 2026 darlegte.

Rückstand bei der Erschließung historischer Bestände

Weltweit existiert nach Angaben der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ein Bestand von mehr als einer Million antiker Papyrusfragmente. Allein in der Österreichischen Nationalbibliothek lagern 180.000 dieser Dokumente. Allerdings sind nach Einschätzung der Forscherin Anna Dolganov bisher weniger als 8 Prozent dieser Fragmente wissenschaftlich erschlossen.

Würde die Entzifferung und Restaurierung im bisherigen Tempo fortgesetzt, nähme die Bearbeitung der verbleibenden Bestände Schätzungen zufolge rund 2.000 Jahre in Anspruch. Beschädigungen, Verfall und fehlende Textteile stellen die historische Forschung bei der Auswertung regelmäßig vor erhebliche Hürden.

Technische Basis und Leistungsfähigkeit des Altgriechisch-Modells

Das Modell Apollo setzt auf der Architektur von Mistral Small mit 24 Milliarden Parametern auf. Für die historische Anwendung wurde das System mit rund 600 Millionen altgriechischen Wörtern trainiert. Das System ist darauf ausgelegt, Lücken in beschädigten Textüberlieferungen kontextabhängig zu ergänzen.

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Nach Angaben von Dolganov erreicht Apollo bei künstlich maskierten Textpassagen eine Trefferquote von rund 80 Prozent. Auch in der fachlichen Überprüfung zeigte das Werkzeug eine hohe Genauigkeit: In einer Blindstudie beurteilten Expertinnen und Experten die Textvorschläge des Modells in 77 Prozent der Fälle als mindestens gleichwertig zu menschlichen Ergänzungen. In 16 bis 20 Prozent der untersuchten Fälle stuften die Fachleute die Vorschläge des Modells sogar als besser ein.

Kostenfreier Zugang und Ausweitung auf das Lateinische

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat nach eigenen Angaben bisher rund 400.000 Euro in das Vorhaben investiert. Das entwickelte Werkzeug steht der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung, um die weitere Forschung an historischen Beständen breit zu unterstützen.

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Bei gleichbleibendem Tempo würde die Erschließung der verbleibenden Papyri rund 2.000 Jahre dauern. Wer heute mit KI-gestützter Textrekonstruktion beginnt, kann diesen Rückstand verkleinern — der Leitfaden zeigt, welche Schritte zuerst kommen und worauf Fachleute bei der Bewertung der Vorschläge achten. Schritt-für-Schritt-Leitfaden sichern

Auf der Grundlage dieser Erfahrungen plant die Akademie bereits eine Erweiterung des Ansatzes. Ab Oktober soll ein lateinisches Sprachmodell aufgebaut werden, dessen Trainingskorpus rund 12 Milliarden Wörter umfassen soll. Für die Umsetzung dieses Nachfolgeprojekts ist eine Fördersumme von knapp einer Million Euro zugesagt.

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