Antibabypille: Erhöht Essanfälle und emotionales Essen messbar
23.06.2026 - 21:12:39 | boerse-global.de
Das zeigt ein aktueller Bericht vom EULAR-Kongress.
Besonders Rheuma-Patienten sind betroffen. Die gezielte Umstellung der Ernährung zur Linderung entzündlicher Prozesse kann in pathologisches Essverhalten münden. Fachleute von Springer Medizin warnten am heutigen Dienstag vor diesem oft unterschätzten Risiko.
Hormone als Risikofaktor
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Auch Medikamente beeinflussen das Essverhalten. Eine Studie der Michigan State University, veröffentlicht am Montag im Fachjournal JAMA Network Open, untersuchte 422 Frauen. Das Ergebnis: Die Antibabypille erhöht das Risiko für emotionales Essen und Essanfälle während der aktiven Hormonphase messbar.
Studienautorin Kelly Klump empfiehlt betroffenen Frauen ein konsequentes Selbstmonitoring. So ließen sich diese Muster frühzeitig erkennen und stoppen.
Kritik an offiziellen Leitlinien
Parallel wächst der Widerstand gegen etablierte Ernährungsempfehlungen. Der Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller und das Forum for Evidence-Based Preventative Health (FEBPH) fordern eine grundlegende Überprüfung der aktuellen Richtlinien.
Ihre Kritik: Die Low-Fat-Strategie von DGE und WHO sei gescheitert. Der empfohlene Austausch von Fetten durch raffinierte Kohlenhydrate erhöhe das Risiko für Fettleber und Typ-2-Diabetes. Müller beruft sich auf Wissenschaftler der Harvard University, die die fettarme Ernährung als gescheitertes Experiment einstufen. Bereits 2015 habe die DGE festgestellt: Kein gesicherter Zusammenhang zwischen Gesamtfettaufnahme und koronaren Herzkrankheiten. Dennoch halten offizielle Stellen an der Begrenzung des Fettanteils auf 30 bis 35 Prozent fest.
Milliardenschwere Investitionen
Stoffwechselerkrankungen sind auch ein Wirtschaftsfaktor. Während Intervallfasten-Studien zeigen: Zehn Prozent weniger viszerales Fett senkt das Diabetes-Risiko um 28 Prozent, setzen Konzerne auf Medikamente. Eli Lilly investiert rund 1,9 Milliarden US-Dollar in diesem Bereich, AstraZeneca etwa 300 Millionen.
Reform mit Nebenwirkungen
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Das deutsche Gesundheitssystem steht vor einem Umbruch. Die für Januar 2027 geplante GKV-Reform sieht deutliche Mehrbelastungen vor:
- Zuzahlungen für Arzneimittel steigen um 50 Prozent auf 7,50 bis 15 Euro
- Erstattungssätze für Zahnersatz sinken
- Beitragsbemessungsgrenze steigt um 300 Euro
Das Entlastungsvolumen liegt bei rund 16,3 Milliarden Euro. Doch Experten warnen: Die Reform könnte den Zugang zu Prävention und Ernährungsberatung für chronisch Kranke erschweren. Angesichts der oft zu spät erkannten chronischen Nierenerkrankung – wie Prof. Jürgen Floege betont – bleibt die frühzeitige, ganzheitliche Intervention eine der zentralen Herausforderungen.
