Anthropic, Alibaba

Anthropic vs. Alibaba: 28,8 Millionen Claude-Abfragen gestohlen

25.06.2026 - 05:13:24 | boerse-global.de

Anthropic beschuldigt Alibaba des größten bekannten KI-Diebstahls. Die US-Regierung verhängt Exportbeschränkungen, die Aktie fällt.

Anthropic wirft Alibaba massiven KI-Diebstahl vor
Anthropic - An abstract digital illustration showing a bright, intricate AI neural network being illicitly extracted or pulled apart by dark, shadowy digital tendrils. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

In einem Brief an die US-Senatoren Rick Scott und Elizabeth Warren spricht das Unternehmen vom bislang größten bekannten „Distillation-Angriff" auf seine Claude-KI-Modelle.

25.000 Fake-Accounts für 28,8 Millionen Abfragen

Die Vorwürfe sind atemberaubend: Zwischen dem 22. April und dem 5. Juni 2026 soll Alibaba eine groß angelegte Kampagne orchestriert haben. Rund 25.000 betrügerische Konten seien genutzt worden, um mehr als 28,8 Millionen Interaktionen mit Anthropics Systemen durchzuführen.

Das Ziel eines solchen Distillation-Angriffs: Die Ausgaben eines hochentwickelten KI-Modells nutzen, um ein kleineres oder konkurrierendes Modell zu trainieren. Im Klartext: Die Fähigkeiten und die interne Logik des Originals werden schlicht gestohlen. Anthropic identifizierte Alibabas Qwen-Labor als mutmaßlichen Drahtzieher hinter der Aneignung von Claudes KI-Fähigkeiten.

US-Regierung reagiert mit Exportbeschränkungen

Die Enthüllung kommt zu einem Zeitpunkt erhöhter regulatorischer Spannungen. Am 10. Juni 2026 formalisierte Anthropic seine Bedenken im Schreiben an die US-Gesetzgeber. Nur zwei Tage später, am 12. Juni, verhängte das US-Handelsministerium Exportbeschränkungen für Anthropics Modelle „Mythos" und „Fable".

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Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten: Anthropic deaktivierte sein Fable-5-Modell weltweit. Die US-Regierung setzte Alibaba zudem auf die Pentagon-Liste chinesischer Militärunternehmen. Am 24. Juni fiel die Alibaba-Aktie um rund drei Prozent, als die Vorwürfe und der Brief an den Senat öffentlich wurden.

Chinesische Konkurrenz springt in die Lücke

Die Folgen des mutmaßlichen Angriffs und der US-Restriktionen verändern den globalen KI-Markt. Während Anthropics Modelle unter den neuen Beschränkungen leiden, wittern chinesische Wettbewerber ihre Chance.

Bereits am 13. Juni 2026 brachte Zhipu AI sein Modell GLM-5.2 auf den Markt. Es belegt aktuell Platz zwei auf einem führenden Coding-Ranking – hinter Claudes Fable 5. Die Marktkapitalisierung von Zhipu AI liegt inzwischen bei über einer Billion Hongkong-Dollar.

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Am 24. Juni zog der chinesische Cybersicherheitsanbieter 360 Security Technology nach. Das Unternehmen stellte zwei neue KI-Tools vor: Tulongfeng und Yitianzhen. Diese seien für Schwachstellensuche und Cyberabwehr konzipiert und sollen die Fähigkeiten von Anthropics Mythos-Modell erreichen.

Mythos: Vom Sicherheitswunder zum Politikum

Das Mythos-Modell selbst sorgte zuvor bereits für erhebliche Diskussionen in Washington. Bei Tests des Projekts „Project Glasswing" Mitte Juni identifizierte Mythos innerhalb weniger Stunden Schwachstellen in mehreren klassifizierten US-Regierungssystemen. Senator Mark Warner bestätigte die Ergebnisse – ein entscheidender Faktor für die Entscheidung der US-Regierung, die Exporte dieser Technologie zu beschränken.

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