Anthropic, Samsung

Anthropic und Samsung: KI-Chip mit 2-Nanometer-Fertigung geplant

03.07.2026 - 02:53:37 | boerse-global.de

Anthropic lotet eine Partnerschaft mit Samsung für einen eigenen KI-Chip in 2-Nanometer-Technik aus. Der Deal könnte die Abhängigkeit von Nvidia reduzieren.

Anthropic verhandelt mit Samsung über maßgeschneiderten KI-Chip
Anthropic - Abstrakte Darstellung eines KI-Chips mit leuchtenden Schaltkreisen auf dunkler Oberfläche, die fortschrittliche Fertigung und Technologie symbolisiert. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der KI-Entwickler Anthropic lotet eine Partnerschaft mit Samsung Electronics aus – Ziel ist ein maßgeschneiderter Chip für Künstliche Intelligenz. Die Gespräche befinden sich in einer frühen Phase.

Strategischer Schritt in der Hardware-Produktion

Die Verhandlungen zwischen Anthropic und Samsung sind noch nicht abgeschlossen, wie Branchenkreise berichten. Weder finale Designs noch Produktionsvereinbarungen liegen vor. Im Raum steht die Nutzung von Samsungs 2-Nanometer-Fertigung sowie moderner Verpackungstechnologien. Noch unklar ist, ob der Prozessor für das Training großer Modelle oder für sogenannte Inference-Aufgaben optimiert werden soll – also für die Ausführung bereits trainierter KI-Modelle.

Um seine Hardware-Ambitionen voranzutreiben, hat Anthropic kürzlich Clive Chan verpflichtet, einen Chip-Experten mit Stationen bei Tesla und OpenAI. Das Unternehmen folgt damit einem Trend: Immer mehr große KI-Firmen entwickeln eigene Chips, um Energieeffizienz zu steigern, Server flexibler zu steuern und die hohen Betriebskosten in den Griff zu bekommen. Die Entwicklung solcher Spezialchips kann rund 500 Millionen Euro verschlingen.

Partnerschaften bleiben zentral

Trotz der Eigenentwicklung betont Anthropic, dass die bestehenden Partnerschaften weiterhin das Rückgrat der Infrastruktur bilden. Chips von Nvidia sowie Spezialhardware von Google und Amazon Web Services blieben zentral. Anthropic hat bereits über zehn Milliarden Euro an Broadcom gebunden und plant, mehr als eine Million Chips von seinen Cloud-Partnern zu nutzen.

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Der eigene Chip dient auch als Absicherung gegen Lieferengpässe. Erste Gespräche über einen Fertigungsdeal sollen bereits im April aufgekommen sein. Neben Samsung führte Anthropic auch Gespräche mit Microsoft über dessen Maia-Chips sowie mit dem britischen Startup Fractile.

Wettbewerb und Finanzkraft

Die Nachricht folgt auf einen bedeutenden Schritt des Konkurrenten OpenAI, der erst kürzlich in Zusammenarbeit mit Broadcom einen eigenen Inference-Chip namens „Jalapeño" vorstellte. Samsung hatte eigenen Angaben zufolge ebenfalls Gespräche mit OpenAI über kundenspezifische Chips geführt – diese seien jedoch Anfang Juni 2026 ins Stocken geraten.

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Anthropic kann seine Hardware-Pläne aus einer Position der Stärke finanzieren. Im Mai 2026 sammelte das Unternehmen 65 Milliarden Euro in einer Series-H-Finanzierungsrunde ein – bei einer Bewertung von 965 Milliarden Euro. Zu den Investoren zählten mit Samsung, SK hynix und Micron gleich mehrere Halbleiter-Schwergewichte. Samsung ist dabei der einzige Investor mit eigener Foundry-Sparte.

Die Wachstumsdynamik ist beeindruckend: Anthropics Umsatz-Run-Rate überstieg 2026 die Marke von 30 Milliarden Euro – ein gewaltiger Sprung gegenüber rund neun Milliarden Euro Ende 2025. Diese finanzielle Schlagkraft erlaubt es dem Unternehmen, komplexe Hardware-Projekte anzugehen. Für Samsung Foundry käme der Deal zur rechten Zeit: Die 4-Nanometer- und 2-Nanometer-Produktionslinien suchen nach Auslastung durch Kunden aus der KI- und Autonomes-Fahren-Branche.

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