Anthropic, Microsofts

Anthropic nutzt Microsofts Maia-Chips: 30% mehr Effizienz

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 21:15 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Anthropic plant den Einsatz von Microsofts Maia-Chips, um die Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren und die Recheninfrastruktur zu diversifizieren.

Anthropic verhandelt mit Microsoft über hauseigene Maia-KI-Chips
Nahaufnahme eines futuristischen KI-Chips mit komplexen Schaltkreisen, die in blauem und grünem Licht leuchten, vor verschwommenem Rechenzentrum-Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der KI-Entwickler Anthropic will seine Abhängigkeit von Nvidia-Chips verringern und setzt auf maßgeschneiderte Hardware von Microsoft.

Nach Informationen aus Branchenkreisen führt Anthropic Gespräche mit Microsoft über die Nutzung der firmeneigenen Maia-KI-Chips. Im Fokus steht die Anmietung von Servern mit dieser Spezialhardware. Ziel des Unternehmens ist es, seine Recheninfrastruktur zu diversifizieren und die Abhängigkeit von externen Chip-Herstellern zu reduzieren.

Strategische Hardware-Diversifizierung

Die Verhandlungen vertiefen die bereits bestehende Partnerschaft zwischen den beiden Tech-Konzernen. Bereits Anfang des Jahres brachte Microsoft den Maia 200-Chip auf den Markt, der in Rechenzentren in Arizona und Iowa zum Einsatz kommt. Microsoft-Führungskräfte versprachen damals eine Effizienzsteigerung von über 30 Prozent bei der Token-Verarbeitung pro Dollar.

Anthropics Interesse an der Maia-Plattform ist Teil einer größeren Strategie: Das Unternehmen setzt auf Spezialhardware von mehreren Cloud-Anbietern. Erst im April führte das Unternehmen AWS-Trainium-Chips ein, und für Oktober ist die Integration von Googles Tensor Processing Units (TPUs) geplant. Anthropic-Führungskräfte beklagen seit Langem die Schwierigkeiten, ausreichend Rechenleistung zu bekommen – angesichts der Dominanz von Nvidia im High-End-GPU-Markt.

Leistung und Infrastruktur-Ausbau

Microsoft integriert seine eigenen Chips und Modelle längst in die eigene Produktwelt. Auf der Build-2026-Konferenz stellte der Konzern mehrere interne Modelle vor, darunter reasoning-fokussierte Versionen für komplexe Programmieraufgaben. Berichten zufolge leitet Microsoft bereits einen Teil der Anfragen aus Excel und Outlook an diese internen Modelle weiter – um Betriebskosten zu senken.

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Für die massiven Infrastruktur-Projekte haben Finanzierungsarrangements mit Apollo und Blackstone Milliarden für die Hardware-Entwicklung bereitgestellt. Ein Teil dieser Schulden, die mit Chip-Projekten für Broadcom und Anthropic verbunden sind, soll Anfang 2027 in den Sekundärmarkt kommen. Zudem sollen Vereinbarungen mit Broadcom Anthropic ab 2027 eine Multi-Gigawatt-Prozessorkapazität sichern.

Finanzielle Dimensionen und Multi-Cloud-Strategie

Der Schritt zu maßgeschneiderten Chips erfolgt vor dem Hintergrund enormer finanzieller Verpflichtungen. Anthropic erwirtschaftete im laufenden Quartal angeblich fast elf Milliarden Euro Umsatz und schreibt schwarze Zahlen. Um die Modellentwicklung zu finanzieren, ging das Unternehmen langfristige Rechenleistungs-Verträge ein: eine 30-Milliarden-Euro-Verpflichtung gegenüber Microsofts Azure-Plattform und eine zehnjährige Partnerschaft mit Amazon Web Services im Wert von über einer Billion Euro.

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Insgesamt hat Anthropic nach Analystenschätzungen mindestens 330 Milliarden Euro an künftigen Ausgaben bei den drei großen Cloud-Anbietern zugesagt. Dokumente zeigen zudem hohe Fixkosten für den laufenden Betrieb – darunter monatliche Zahlungen von rund 1,25 Milliarden Euro für Rechenressourcen bis Mai 2029. Microsoft ist dabei nicht nur Anbieter, sondern auch bedeutender Kunde: Der Konzern plant den Großeinkauf von Anthropic-Modell-Diensten für den Weiterverkauf über seine Cloud-Kanäle.

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