Anthropic, IPO

Anthropic IPO: KI-Startup mit 860 Mrd. Euro Bewertung zur Börse

03.06.2026 - 22:24:18 | boerse-global.de

Anthropic reicht Börsenantrag ein. Das KI-Unternehmen wird mit 860 Milliarden Euro bewertet und plant den Börsengang für Oktober 2026.

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Der Konzern reichte am 1. Juni 2026 vertrauliche Unterlagen für einen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Mit einer Bewertung von umgerechnet rund 860 Milliarden Euro zählt Anthropic zu den wertvollsten KI-Startups weltweit.

Milliardenschwerer Börsengang in Planung

Morgan Stanley und Goldman Sachs führen den Underwriting-Prozess an, auch JPMorgan Chase ist beteiligt. Die genaue Anzahl der Aktien und die Preisspanne sind noch nicht bekannt. Branchenkenner rechnen mit einem Marktdebüt bereits im Oktober 2026 – vorausgesetzt, die Marktbedingungen spielen mit.

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Der Schritt an die Börse kommt nicht überraschend. Anthropic hatte zuvor eine Series-H-Finanzierungsrunde über 58 Milliarden Euro abgeschlossen. Zu den Investoren zählen Altimeter Capital, Dragoneer, Greenoaks und Sequoia Capital. Mit einer Bewertung von rund 860 Milliarden Euro übertrifft das Unternehmen sogar seinen Hauptkonkurrenten OpenAI, der nach eigenen Finanzierungsaktivitäten auf umgerechnet 760 Milliarden Euro kommt.

Explosives Wachstum bei Umsatz und Gewinn

Die finanziellen Kennzahlen von Anthropic sprechen eine deutliche Sprache. Der annualisierte Umsatz liegt bei rund 42 Milliarden Euro – ein gewaltiger Sprung von etwa 8 Milliarden Euro Ende 2025. Noch bemerkenswerter: Das Unternehmen erwartet bereits in der ersten Jahreshälfte 2026 die Gewinnschwelle zu erreichen.

Teure Rechenleistung von SpaceX

Die enormen Rechenkapazitäten, die KI-Modelle benötigen, haben ihren Preis. Anthropic hat einen milliardenschweren Infrastrukturvertrag mit SpaceX abgeschlossen. Monatlich fließen umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro an das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk – für den Zugang zu Nvidia-Grafikprozessoren. Der Vertrag läuft bis Mai 2029.

Claude Opus 4.8 und das „Mythos"-Projekt

Erst kürzlich veröffentlichte Anthropic das Modell Claude Opus 4.8. Bereits in der Entwicklung: ein Nachfolger mit dem internen Codenamen „Mythos". Das neue Modell soll die Grenzen generativer KI weiter verschieben. Doch nicht alle Beobachter sind begeistert. Einige Experten äußern Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsimplikationen der fortschrittlichen Fähigkeiten.

IPO-Goldrausch unter Tech-Riesen

Anthropic reiht sich ein in eine Welle von Börsengängen hochbewerteter Technologieunternehmen. SpaceX hatte bereits im April seinen eigenen IPO-Antrag eingereicht und peilt eine Bewertung von umgerechnet 1,56 Billionen Euro an – mit einem möglichen Emissionsvolumen von 67 Milliarden Euro. Auch OpenAI bereitet seinen Marktdebüt vor.

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Der globale IPO-Markt verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Anstieg der Aktivität um 45 Prozent. Einige Analysten warnen jedoch vor Parallelen zur Dotcom-Ära. Die heutigen KI-Firmen verfügten aber über solidere finanzielle Grundlagen als die Unternehmen der damaligen Zeit, argumentieren andere.

Herausforderer mit Potenzial

Trotz der hohen Bewertung bleibt Anthropic hinter OpenAI bei der Marktdurchdringung zurück. Aktuelle Daten zeigen: Nur 5,4 Prozent der US-Internetnutzer verwenden Claude, während 36,6 Prozent auf ChatGPT setzen. Dennoch könnte die schiere Größe des Anthropic-Debüts die S&P Dow Jones Indices dazu bewegen, das Unternehmen nach der Notierung beschleunigt in wichtige Aktienindizes aufzunehmen.

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