Anthropic, IPO

Anthropic IPO: 890-Milliarden-Bewertung, USA verhandelt Staatsbeteiligung

05.06.2026 - 13:08:15 | boerse-global.de

Washington verhandelt mit KI-Entwicklern über Staatsbeteiligungen vor Börsengängen. Erlöse sollen an US-Haushalte ausgeschüttet werden.

US-Regierung plant Aktienkauf bei KI-Firmen für Bürger-Dividende
Anthropic - A stylized circuit board design with glowing lines converging towards an abstract, subtle representation of the US Capitol Building. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Gegenzug sollen amerikanische Haushalte von den Gewinnen profitieren.

Staat als „Super-Aktionär“ vor milliardenschweren Börsengängen

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Hochrangige US-Beamte führen nach Informationen von NOTUS erste Gespräche mit großen KI-Unternehmen über eine freiwillige Abtretung von Aktienpaketen an den Staat. Die Erlöse aus diesen Beteiligungen könnten laut dem vorgeschlagenen Modell in öffentliche Dividenden für US-Bürger fließen.

OpenAI-CEO Sam Altman gilt als zentraler Gesprächspartner. Er soll die Idee bereits seit Anfang 2025 mit Vertretern der Trump-Administration diskutiert haben. Andere große Player der Branche waren ebenfalls in die Gespräche eingebunden.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die größten privaten KI-Unternehmen bereiten sich auf den Gang an die Börse vor. Anthropic reichte am 1. Juni 2026 einen vertraulichen Börsenzulassungsantrag ein – bei einer Bewertung von umgerechnet rund 890 Milliarden Euro. Das Unternehmen selbst soll allerdings nicht an den Gesprächen über Staatsbeteiligungen beteiligt sein.

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Auch OpenAI rüstet sich für den Börsengang. Die letzte Bewertung des Unternehmens lag im März 2026 bei etwa 785 Milliarden Euro. Befürworter des Anteilsmodells sehen in der Phase vor dem Börsengang eine historische Chance: Der Staat könnte zum „Super-Aktionär“ in einer strategisch entscheidenden Branche werden.

Der Vorstoß reiht sich ein in eine Serie staatlicher Engagements im Technologiesektor. Bereits 2025 sicherte sich die US-Regierung einen 9,9-Prozent-Anteil am Chipriesen Intel. Im Mai 2026 folgte eine Zwei-Milliarden-Euro-Investition in die Quantencomputing-Forschung.

Neue Gesetze und Sicherheitsvorgaben für KI-Entwickler

Parallel zu den Beteiligungsgesprächen treibt Washington die Regulierung der Branche voran. Am 4. Juni 2026 legte eine überparteiliche Gruppe im Repräsentantenhaus den Entwurf des „Great American Artificial Intelligence Act“ vor. Das Gesetz würde Entwickler verpflichten, den Behörden die Risiken ihrer leistungsstärksten KI-Modelle offenzulegen. Gleichzeitig sollen bestimmte einzelstaatliche Regelungen ausgehebelt werden.

Die Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) setzt zudem eine aktuelle Executive Order zur KI-Sicherheit um. Der geschäftsführende CISA-Direktor Nick Andersen kündigte an, noch in dieser Woche Bundesbehörden Zugang zu einer KI-Plattform für Sicherheitstests zu gewähren.

Das System soll es Regierungsstellen ermöglichen, neuartige KI-Modelle frühzeitig zu prüfen, Sicherheitsbewertungen durchzuführen und nationale Netzwerke zu schützen. Die Kombination aus möglichen Staatsbeteiligungen und verschärfter Aufsicht signalisiert einen grundlegenden Wandel: Der amerikanische Staat rückt näher an die kommerzielle KI-Industrie heran – als Investor und Kontrolleur zugleich.

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