Anthropic für Claude Enterprise: Inference Hooks prüfen Anfragen in Echtzeit
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 00:34 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas KI-Unternehmen Anthropic hat am 05.11.2026 mehrere neue Sicherheitsfunktionen für Unternehmenskunden vorgestellt. Für Claude-Enterprise-Kunden kündigte das Unternehmen die Einführung eines neuen Sicherheitszentrums in einer Beta-Version sowie die allgemeine Verfügbarkeit sogenannter Inference Hooks an.
Echtzeitprüfung durch Inference Hooks
Die Inference Hooks stellen den einzigen Bestandteil der Ankündigung dar, der direkt in die allgemeine Verfügbarkeit übergeht. Nach einer Betaphase, die im August begann, stehen sie Unternehmenskunden seit dem 20.10.2026 zur Verfügung.
Die Funktion unterteilt sich in Prompt-Hooks und Pre-Tool-Call-Hooks. Diese leiten Eingaben und geplante Werkzeugaufrufe vor deren Ausführung über eine HTTPS-Verbindung an kundeneigene Endpunkte für Data Loss Prevention oder Sicherheitsprüfungen weiter, wo eine Entscheidung über Zulassung oder Blockierung getroffen wird.
Die Überprüfung erfolgt innerhalb der Infrastruktur von Anthropic und deckt Claude Chat, Claude Code sowie Cowork ab. Die Verwaltung obliegt den Organisationsinhabern in den Einstellungen. Als Rückmeldung sind ausschließlich Freigaben oder Ablehnungen vorgesehen. Die standardmäßige Zeitüberschreitung beträgt fünf Sekunden und lässt sich anpassen.
In den übertragenen Datenpaketen sind keine Rohdateien, Bilddaten, System-Prompts oder Werkzeugdefinitionen enthalten. Drittanbieterdienste wie Amazon Bedrock und Google Cloud werden von den Hooks nicht abgedeckt. Als typische Einsatzbereiche gelten der Schutz vor Datenabflüssen, die Echtzeitarchivierung von Gesprächsprotokollen und die Durchsetzung interner Unternehmensrichtlinien.
Der Softwareanbieter Speakeasy beschreibt für seine eigene Anbindung die Optionen zur Freigabe, Ablehnung oder Überprüfung, wobei reine Bildanhänge nicht kontrolliert und Prompts sowie Antworten nicht verändert oder blockiert werden.
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Sicherheitszentrum und Erkennungswerkzeuge
Das neue Sicherheitszentrum steht Enterprise-Kunden als Beta-Version zur Verfügung. Es gleicht Einstellungen in Claude Chat, Cowork und Claude Code mit den empfohlenen Vorgaben von Anthropic ab, stellt Ist- und Sollwerte gegenüber und bietet direkte Verweise auf die jeweiligen Konfigurationsoptionen.
Die Überprüfung findet bei jedem Aufruf der Seite automatisch statt; zudem können die Ergebnisse als Prüfbericht für Auditoren exportiert werden. Anthropic stellt klar, dass dieses Werkzeug weder eine Compliance-Zertifizierung darstellt noch rechtliche oder regulatorische Konformität garantiert. Eine exemplarische Darstellung des Herstellers wies 13 von 16 bestandenen Kontrollen aus.
Ergänzend dazu führt Anthropic eine Beta-Integration für Endpoint Detection and Response für macOS und Windows ein, die in den Plänen Claude Team und Enterprise verfügbar ist. Zu den sieben unterstützten Partnern zählen CrowdStrike, Palo Alto Networks, SentinelOne und Tanium. Während der Testphase fallen hierfür keine zusätzlichen Gebühren an.
Der Sensor arbeitet in der lokalen virtuellen Maschine von Cowork beziehungsweise Claude im reinen Erkennungsmodus und blockiert keine Aktivitäten. Cloudbasierte Cowork-Sitzungen werden nicht erfasst. Die EDR-Anbindung ist auch über Bedrock, Vertex AI und Microsoft Foundry nutzbar.
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Verwaltung und Zugriffskontrollen
Für die Administration bündelt eine übergeordnete Konsolenoberfläche unter admin.claude.com administrative Aufgaben über mehrere Organisationseinheiten hinweg. Dazu zählen Single Sign-on, SCIM-Nutzerverwaltung, Domain-Verifizierungen und Compliance-Schlüssel. Die Einrichtung erfordert die Zustimmung sämtlicher Administratoren und lässt sich anschließend nicht rückgängig machen.
Über eine neue Administrations-Schnittstelle können Berechtigte Nutzer organisationsweit abmelden, wobei API-Schlüssel und laufende Cloud-Sitzungen aktiv bleiben und ein sofortiger Wiederbeitritt möglich ist. Eine neue IP-Freigabeliste erlaubt zudem die Definition von bis zu 1.000 öffentlichen IPv4- oder IPv6-Adressen beziehungsweise Subnetzbereichen.
Unbefugte Anfragen erhalten eine Zugriffsfehlermeldung. Plattformangebote auf Amazon Bedrock, Google Cloud und Microsoft Foundry sind von dieser IP-Regelung ausgenommen; Änderungen an den Listen können bis zu 15 Minuten in Anspruch nehmen. Zu den weiteren Testfunktionen gehören Beschränkungen persönlicher Konten auf verwalteten Rechnern sowie lokale Ordnerbegrenzungen.
