Anthropic bricht 6-Milliarden-Deal mit Decart AI ab
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 14:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anthropic hat sich aus den Übernahmegesprächen mit dem israelischen KI-Startup Decart AI zurückgezogen. Der Deal war zuvor mit 6 bis 7 Milliarden US-Dollar bewertet worden. Die Verhandlungen scheiterten nach Abschluss der Due-Diligence-Prüfung, ohne dass eine Einigung erzielt wurde. Erstmals war über die geplante Übernahme im August berichtet worden.
Gründe für den Rückzug bleiben unklar
Konkrete Angaben zu den Beweggründen machte Anthropic nicht öffentlich. Als mögliche Ursachen für das Scheitern werden technische Skalierbarkeit, strategische Passung und geopolitische Erwägungen genannt.
Decart AI wurde 2023 von den Ingenieuren Dean Leitersdorf und Moshe Shalev gegründet und hat sich auf die Optimierung der Chip-Effizienz für KI-Training und Inferenz spezialisiert. Das Unternehmen wird von Nvidia unterstützt, das im Zuge der gescheiterten Verhandlungen ebenfalls als alternativer Käufer für Decart AI gehandelt wurde.
Trotz des Abbruchs der Übernahmegespräche gilt eine künftige Zusammenarbeit zwischen Anthropic und Decart AI als nicht ausgeschlossen. Eine Kooperation in anderer Form bleibt demnach weiterhin möglich, auch wenn eine vollständige Übernahme nun vom Tisch ist.
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Anthropic konzentriert sich auf Börsengang
Nach dem Ende der Verhandlungen richtet Anthropic den Fokus offenbar auf den geplanten Börsengang. Dieser soll laut Berichten so viel Kapital einsammeln wie einst der Raumfahrtkonzern SpaceX – die Größenordnung des IPO könnte dieses Niveau demnach sogar übertreffen. Der Börsengang wird binnen zwei Monaten erwartet. Das Marketing für das IPO könnte bereits Mitte Oktober 2026 beginnen, noch vor den US-Zwischenwahlen im November.
Der geplatzte Deal mit Decart AI fällt damit in eine Phase, in der Anthropic offenbar strategische Prioritäten neu ordnet. Während die Übernahme eines auf Chip-Effizienz spezialisierten Anbieters wie Decart AI dem Unternehmen technologische Vorteile im Bereich KI-Training und Inferenz hätte verschaffen können, scheint das Unternehmen seine Ressourcen nun stärker auf den bevorstehenden Kapitalmarktauftritt zu lenken.
