Anthropic, Milliarden

Anthropic: 65 Milliarden Euro Finanzierung überflügelt OpenAI

29.05.2026 - 12:04:21 | boerse-global.de

Anthropic sammelt 65 Milliarden Euro ein und wird mit 900 Milliarden Euro bewertet. Der KI-Konzern überflügelt damit den Rivalen OpenAI.

Anthropic: 65 Milliarden Euro Finanzierung überflügelt OpenAI - Foto: über boerse-global.de
Anthropic: 65 Milliarden Euro Finanzierung überflügelt OpenAI - Foto: über boerse-global.de

Damit steigt die Bewertung des Unternehmens auf fast eine Billion Euro – und überflügelt den Rivalen OpenAI.

Neuer Spitzenreiter im KI-Rennen

Mit einer Post-Money-Bewertung von umgerechnet rund 900 Milliarden Euro ist Anthropic nun das wertvollste KI-Startup im Silicon Valley. Der direkte Konkurrent OpenAI kommt auf etwa 795 Milliarden Euro. Die Finanzierungsrunde wurde Ende Mai 2026 abgeschlossen und ist die bislang größte in der Geschichte des Unternehmens.

Die Runde wurde von einem Konsortium namhafter Investoren angeführt: Altimeter Capital, Dragoneer, Greenoaks und Sequoia Capital stehen an der Spitze. Hinzu kommen Capital Group, Coatue, D1 Capital, GIC, ICONIQ und XN. Allein die großen Cloud-Anbieter steuerten umgerechnet rund 14 Milliarden Euro bei – davon stammen etwa 4,7 Milliarden Euro von Amazon.

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Chip-Hersteller und Finanzriesen steigen ein

Besonders bemerkenswert: Auch Halbleiterhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron beteiligen sich an der Finanzierung. Das unterstreicht die strategische Bedeutung von KI-Chips für die gesamte Branche. Finanzinstitute wie Blackstone, Fidelity und Temasek komplettieren den Investorenkreis.

Erst im Februar 2026 hatte Anthropic 28 Milliarden Euro eingesammelt – damals lag die Bewertung noch bei rund 355 Milliarden Euro. Der rasante Anstieg zeigt, wie sehr Investoren auf das Geschäft mit künstlicher Intelligenz setzen.

Umsatz explodiert – erstmals Gewinn in Sicht

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der annualisierte Umsatz von Anthropic liegt mittlerweile bei umgerechnet rund 44 Milliarden Euro. Das ist eine Vervierfachung innerhalb von nur drei Monaten – im Februar waren es noch etwa 11 Milliarden Euro. Rund 85 Prozent der Erlöse stammen aus dem Geschäft mit Unternehmen.

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem weiteren Wachstum von 130 Prozent. Erstmals zeichnet sich sogar ein operativer Gewinn ab. Finanzvorstand Krishna Rao erklärte, das frische Kapital solle vor allem in drei Bereiche fließen: KI-Sicherheitsforschung, den Ausbau der Recheninfrastruktur und die Produktentwicklung.

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Milliarden-Deals mit Amazon und Google

Um das rasante Wachstum zu stemmen, hat Anthropic gewaltige Rechenkapazitäten gesichert. Mit Amazon wurde ein Vertrag über 5 Gigawatt Rechenleistung geschlossen. Ein weiterer Deal mit Google und Broadcom sichert dem Unternehmen ebenfalls 5 Gigawatt TPU-Kapazität.

Zudem sicherte sich Anthropic Zugang zu SpaceX' „Colossus“-Infrastruktur. Allerdings gibt es hier Streit: Elon Musk hat kürzlich bestimmte Einreichungen zu diesem Deal angefochten. Er behauptet, der Leasingvertrag laufe nur über sechs Monate – nicht über mehrere Jahre, wie von Anthropic dargestellt.

Claude Opus 4.8: Neues Modell pünktlich zur Finanzierung

Passend zur Bekanntgabe der Finanzierungsrunde veröffentlichte Anthropic am 28. Mai 2026 das neue KI-Modell Claude Opus 4.8. Es erscheint nur 41 Tage nach der Vorgängerversion 4.7. Der Claude-Assistent ist derzeit über die großen Cloud-Plattformen AWS, Google Cloud und Azure verfügbar.

Politische Spannungen und regulatorische Hürden

Die Finanzierung fällt in eine Zeit wachsender regulatorischer Unsicherheit. Erst am 25. Mai 2026 veröffentlichte Papst Leo XIV. die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ zur Regulierung Künstlicher Intelligenz. Das Vatikan-Dokument fordert ethische Leitplanken für die Technologie.

In den USA selbst gibt es Reibungen mit der Trump-Administration. Im Februar 2026 verhängte die US-Regierung einen Nutzungsstopp für Claude in Bundesbehörden. Grund waren Bedenken des Verteidigungsministeriums zu Lieferkettenrisiken beim Einsatz von KI in militärischen Kontexten.

Trotz dieser Herausforderungen baut Anthropic seine globalen Partnerschaften weiter aus. Branchenbeobachter rechnen mittelfristig mit einem Börsengang des Unternehmens.

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