Angststörungen: 74 Genom-Positionen identifiziert, 39 neu
11.06.2026 - 11:13:11 | boerse-global.de
Davon waren 39 bislang unbekannt. Das zeigt die bisher größte Studie dieser Art, veröffentlicht im Fachjournal Nature Human Behaviour.
Die Analyse von rund 694.000 Teilnehmern europäischer Abstammung erlaubt tiefe Einblicke in die biologischen Grundlagen von Angst. Die Forscher hoben besonders die Gene PCLO und SORCS3 hervor.
Genetik erklärt sechs Prozent der Unterschiede
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Etwa sechs Prozent der Unterschiede in der Symptomausprägung lassen sich durch genetische Variationen erklären. Polygene Risikoscores, die das Zusammenspiel vieler kleiner Effekte abbilden, begründen zwischen 1,2 und 2,9 Prozent der Varianz.
Die Ergebnisse zeigen: Angst ist eine hochgradig polygene Eigenschaft. Viele einzelne Genvarianten leisten jeweils nur kleine Beiträge zum Gesamtrisiko.
Starke Überschneidungen mit Depression und Schmerz
Ein zentraler Befund: Die genetische Korrelation zwischen Angstsymptomen und anderen Erkrankungen ist stark. Die Forscher fanden signifikante Überschneidungen mit Depressionen, chronischen Schmerzen und Endometriose.
Besonders deutlich wird der Zusammenhang beim Reizdarmsyndrom – hier liegt der Korrelationswert bei 0,57. Auch zur koronaren Herzkrankheit und zu Migräne bestehen nachweisbare genetische Verbindungen (Werte zwischen 0,20 und 0,27).
Internationale Kooperation unter britischer Leitung
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Die Studie entstand unter der Leitung des King's College London und des QIMR Berghofer. Beteiligt waren unter anderem Thalia Eley, Megan Skelton und Brittany Mitchell.
Auch deutsche Forscher trugen wesentlich bei: Ein Team des Universitätsklinikums Würzburg mit Jürgen Deckert, Nora Strom, Angelika Erhardt-Lehmann und Heike Weber war in die Auswertungen eingebunden. Die Datenanalyse erfolgte im Rahmen des Psychiatric Genomics Consortium (PGC) Anxiety.
Die identifizierten Marker bilden die Grundlage für ein besseres Verständnis der biologischen Pfade – von der genetischen Veranlagung bis zur klinischen Manifestation von Angst.
