Angststörungen, Gene

Angststörungen: 39 neue Gene entdeckt, doch Umwelt zählt mehr

26.06.2026 - 23:29:39 | boerse-global.de

Forschung zeigt starke genetische Verbindung zwischen Angst und körperlichen Leiden. Digitale KVT-Programme bieten neue Therapieansätze.

Neue Gen-Studie und digitale Angebote erweitern die KVT
Angststörungen - Eine Person betrachtet nachdenklich ein Tablet in einem ruhigen Therapiezimmer, das die Verbindung von digitaler Therapie und Genetik symbolisiert. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bekommt Zuwachs: Neue Gen-Studien und digitale Angebote erweitern das Behandlungsspektrum. Aktuelle Analysen zeigen, wie eng psychische und physische Leiden zusammenhängen – und wie niederschwellige Technologie helfen kann.

Gene und Umwelt: Die überraschende Verbindung

Eine genetische Untersuchung unter Leitung von Dr. Megan Skelton liefert neue Einblicke in die biologischen Grundlagen von Angst. Die Forscher identifizierten 39 bisher unbekannte genomische Standorte, die mit Angstsymptomen zusammenhängen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature Human Behaviour veröffentlicht.

Besonders auffällig: Die hohe genetische Überschneidung mit körperlichen Erkrankungen. Die Korrelation zwischen der Veranlagung für Angst und dem Reizdarmsyndrom liegt bei 0,57. Auch bei koronaren Herzkrankheiten und Migräne zeigen sich signifikante Übereinstimmungen.

Doch die Biologie ist nicht alles. Nur sechs Prozent der Variabilität der Angstschwere lassen sich auf gängige genetische Varianten zurückführen. Die restlichen 94 Prozent entfallen auf Umwelteinflüsse. Die Autoren weisen allerdings darauf hin: Die Daten basieren hauptsächlich auf Personen europäischer Abstammung und auf Selbstauskünften.

Digitale Therapie: Hilfe per Klick

Im Bereich der KVT gewinnen digitale Plattformen an Bedeutung. In Australien startete mit dem Mental Health Check In ein kostenfreies, sechswöchiges Online-Programm. Es basiert auf kognitiver Verhaltenstherapie und kann selbstgesteuert oder unter professioneller Anleitung genutzt werden.

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Die neue Gen-Studie zeigt: Nur 6 % der Angst ist genetisch bedingt – 94 % sind Umwelt. Genau hier setzt das kostenfreie 6-Wochen-Online-KVT-Programm an. Starten Sie noch heute und gewinnen Sie Kontrolle über Ihre Angst. Jetzt kostenloses KVT-Programm anfordern

Auch bei Schlafstörungen – die oft mit Angst einhergehen – kommen digitale Angebote zum Einsatz. Eine Sekundäranalyse einer randomisierten Studie mit 290 Erwachsenen untersuchte die Wirkung der digitalen Therapie Somnovia. Das Programm ist in Deutschland als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) gelistet und zielt auf die Reduktion von chronischem Hyperarousal ab – also überhöhte Wachsamkeit. Die Ergebnisse zeigen: Die Therapie verringerte zunächst die Hyperarousal-Symptome, senkte dann aber auch Angst- und Depressionssymptome.

Für ältere Menschen wurde eCBT+ entwickelt. In einer klinischen Studie mit 80 Erwachsenen über 65 Jahren verbesserte die siebenwöchige digitale Intervention die Schlafeffizienz und senkte die Angstsymptome. Das System setzt auf ein nutzerzentriertes Design, das speziell auf Senioren zugeschnitten ist.

Spezielle Hilfe für besondere Gruppen

Neben der Technik werden auch spezialisierte Konzepte für vulnerable Gruppen ausgezeichnet. Melanie Metz erhielt im Juni 2026 den Master-Forschungspreis der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) für ihre Arbeit über Kurzzeitinterventionen bei ukrainischen Geflüchteten. Die Interventionen finden oft mit Dolmetschern in Gruppen statt. Ziel: Symptome von posttraumatischen Belastungsstörungen und Depressionen lindern, die Resilienz stärken.

Versorgungslage: Freie Plätze und präventive Ansätze

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Hyperarousal hält Sie nachts wach? Die digitale Gesundheitsanwendung Somnovia hilft – nachweislich senkt sie Hyperarousal, Angst und Depression. Für Senioren gibt es eCBT+, speziell entwickelt für über 65-Jährige. Digitale Angst-Hilfe jetzt sichern

In Baden-Württemberg stehen Stand 24. Juni 2026 in mehreren Landkreisen freie Gruppentherapieplätze zur Verfügung – darunter der Bodenseekreis, Esslingen und Freiburg. Die Vermittlung läuft unter anderem über die zentrale Servicestelle unter 116 117. Behandelt werden Störungen wie Depressionen, Angst oder ADHS.

Gleichzeitig wird über präventive Ansätze im Bildungswesen diskutiert. Das Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer belegt steigende Belastungen an Schulen. Es gibt Bestrebungen, Techniken wie Transzendentale Meditation zur Stressreduktion zu etablieren. Experten betonen jedoch: Entspannungsverfahren ersetzen keine professionelle psychotherapeutische Behandlung. Sie können aber die psychische Widerstandsfähigkeit im Alltag unterstützen.

de | wissenschaft | 69636053 |