AnduinOS 2.0: Microsoft-Entwickler baut Windows-Clone für Linux
21.06.2026 - 09:15:51 | boerse-global.de
Ein Microsoft-Entwickler hat eine Linux-Distribution veröffentlicht, die Windows 11 zum Verwechseln ähnlich sieht.
Das Projekt AnduinOS ist in der Entwickler-Community auf große Resonanz gestoßen. Die aktuelle Version 2.0 Beta 3 erreicht Platz 13 der DistroWatch-Popularitätswertung. Gebaut wurde das System auf Ubuntu 26.04 LTS mit Gnome 50 als Desktop-Umgebung – und das ausgerechnet von einem Angestellten des Windows-Konzerns.
Technische Basis ohne Microsoft-Technologie
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AnduinOS 2.0 Beta 3 setzt auf Linux-Kernel 7.0 und Mesa 3D 26.0 für die Grafikverarbeitung. Ein bewusster Bruch mit der Ubuntu-Tradition: Der Entwickler verzichtet komplett auf Snaps. Stattdessen kommt Flatpak als primäres Paketformat für Drittanbieter-Software zum Einsatz.
Das Projekt ist nach eigenen Angaben rein privat und verfolgt keine kommerziellen Interessen. Es soll als spezialisierter Einstieg in die Linux-Welt dienen – nur eben mit der gewohnten Windows-Optik.
Gaming-Features für Umsteiger
Besonders Spieler sollen den Umstieg leichter finden. AnduinOS bringt Steam-Client und die Proton-Kompatibilitätsschicht direkt mit. Damit laufen Windows-Spiele auf dem Linux-System ohne manuelle Konfiguration.
Die Systemlandschaft entwickelt sich parallel weiter: systemd erreichte am 20. Juni 2026 die stabile Version 261. Der Dienstemanager ist seit 2015 in fast allen großen Distributionen Standard.
Der Kampf um die Desktop-Zukunft
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Die Entwicklung von AnduinOS fällt in eine Zeit, in der die Grenzen zwischen Windows und Linux zunehmend verschwimmen. Aktuelle Daten zeigen: 96,3 Prozent aller Top-Webserver laufen auf Linux. Microsoft reagiert darauf mit dem Ausbau eigener Linux-Fähigkeiten in Windows.
Konkret arbeitet der Konzern an „WSL Container“ (WSLC) – einer nativen OCI-kompatiblen Container-Funktion für Windows 11 mit Hyper-V-Isolation. Die Funktion soll noch 2026 erscheinen. Gleichzeitig ist Windows 11 Version 26H2 für Herbst 2026 angekündigt. Das Update kommt als kleines Aktivierungspaket für bestehende 24H2- und 25H2-Installationen – Stabilität statt Rundumerneuerung.
Während Microsoft also Linux-Container einfacher in Windows integriert, geht AnduinOS den umgekehrten Weg: Die Windows-Oberfläche auf nativem Linux-Kernel. Eine Nische für alle, die Microsofts Design schätzen, aber auf die Windows-Architektur verzichten wollen.
