Android-Verifikation: Google zwingt Entwickler ab September zur Identitätsprüfung
19.06.2026 - 20:48:43 | boerse-global.de
Google verpflichtet App-Entwickler ab September 2026 zur Identitätsprüfung – ein massiver Schritt gegen Malware auf Android.
Start in vier Ländern – globaler Rollout folgt
Die neue Entwickler-Verifizierung tritt zunächst am 30. September 2026 in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand in Kraft. In diesen Ländern wird die Installation nicht verifizierter Apps über Sideloading mit zusätzlichen Hürden belegt. Ab 2027 will Google die Regeln weltweit auf alle zertifizierten Geräte mit Android 8 und neuer ausweiten.
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Die Vorbereitungen laufen bereits: Seit Juni 2026 wird ein neues Systempaket namens „com.google.android.verifier" auf kompatible Geräte ausgespielt. Entwickler können sich seit März 2026 für umgerechnet rund 23 Euro registrieren. Weitere Hilfsmittel wie neue APIs und Testkonten für bis zu 20 Geräte ohne Vollregistrierung folgen im Juli 2026.
Mehr als nur der Play Store: Diese Marktplätze sind betroffen
Die Pflicht gilt nicht nur für Googles eigenen App Store. Auch eine Reihe großer Hersteller-Plattformen machen mit: Samsung Galaxy Store, Xiaomis GetApps, der HONOR App Market, der OPPO App Market, vivos V-Appstore und der Palm Store von Transsion.
Entwickler müssen künftig folgende Daten hinterlegen:
- Vollständiger Name
- Physische Adresse
- E-Mail-Adresse und Telefonnummer
- Kopie eines amtlichen Ausweisdokuments
Ohne diese Angaben ist keine Veröffentlichung mehr möglich.
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Kritik und Auswege für Profis
Die Maßnahmen stoßen nicht überall auf Gegenliebe. Organisationen wie F-Droid und die Initiative „Keep Android Open" laufen Sturm gegen die Einschränkungen. Google hat deshalb Schlupflöcher eingebaut: Ein „Advanced Flow" soll ab August 2026 weltweit verfügbar sein und das Umgehen der Prüfung erlauben – allerdings mit einer 24-stündigen Wartezeit und einem Neustart des Geräts. Für technisch versierte Nutzer bleibt zudem das Sideloading über die Android Debug Bridge (ADB) möglich.
Android 17 liefert die Basis für mehr Sicherheit
Pünktlich zum 19. Juni 2026 startet der Rollout von Android 17 – und bringt gleich vier Sicherheits-Upgrades, die perfekt zur neuen Verifizierungsstrategie passen:
- App-Speicherlimits: Das System beendet automatisch Apps, die zu viel RAM verbrauchen
- Lokale Netzwerk-Privatsphäre: Apps dürfen das heimische WLAN nicht mehr unbemerkt scannen – die neue Berechtigung „ACCESS_LOCAL_NETWORK" ist standardmäßig deaktiviert
- Schutz nativer Bibliotheken: Dynamisch geladene Bibliotheken müssen vor der Ausführung als schreibgeschützt markiert sein
- Zertifikatstransparenz: Wird zur Pflicht für alle TLS-Verbindungen – bisher war die Funktion nur optional
Die Kombination aus Betriebssystem-Härtung und verpflichtender Entwickler-Registrierung markiert einen grundlegenden Kurswechsel bei Google. Der Suchmaschinenriese zentralisiert die Software-Lieferkette für Android – und macht Schluss mit der jahrelangen Laisser-faire-Haltung gegenüber Drittanbieter-Apps.
