Android-Update: Google macht Cloud-Backup zur Kostenfalle
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Neuerungen betreffen die Backup-Funktion, lokale KI-Verarbeitung und die Google-Suche. Nutzer bekommen mehr Kontrolle – müssen aber auch tiefer in die Tasche greifen.
Backup wird zur Kostenfalle
Bislang konnten Android-Nutzer ihre Geräte kostenlos in der Cloud sichern. Damit ist Schluss. Google rechnet sämtliche Sicherungen nun auf das Standard-Kontingent von 15 Gigabyte an. Wer mehr braucht, muss zahlen.
Dafür gibt es mehr Kontrolle. In den Systemeinstellungen lässt sich jetzt für jede App einzeln festlegen, ob deren Daten in der Cloud landen. Auch SMS-, MMS- und RCS-Nachrichten lassen sich gezielt sichern. Neu ist zudem die Möglichkeit, Dokumente in Formaten wie PDF, DOC, PPT und XLS direkt in Google Drive zu speichern.
Wer die Cloud-Sicherung für eine bestimmte App deaktiviert, verliert automatisch deren bisherige Daten. Das sollten Nutzer bedenken, bevor sie umschalten.
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KI kommt offline aufs Pixel
Für die nächste Pixel-Generation bereitet Google lokale KI vor. Das Modell Gemma 4 E2B soll auf dem kommenden Tensor G5-Chip laufen – komplett ohne Internetverbindung. Geplant sind Bildanalyse und Audio-Transkription direkt auf dem Gerät.
Die Gemma-4-Familie wächst seit dem Frühjahr. Die Modelle haben zwischen zwei und 31 Milliarden Parametern. Entwickler können bereits mit einem Beta-SDK experimentieren.
Doch nicht alles läuft rund. Marktbeobachter berichten von Verzögerungen bei anderen KI-Projekten. Das drückte zuletzt auf den Aktienkurs von Alphabet.
Suche und Fotos: Das ändert sich
Die Google-Suche bekommt das größte Update seit Jahren. In den USA ist ein Nachrichten-Karussell in den KI-Übersichten für Mobilgeräte live. Nutzer können dort ihre bevorzugten Quellen festlegen.
Die Bildersuche erhält ein neues Design mit personalisiertem Feed. Und: Direkt in der Suchmaske lässt sich jetzt per KI Bilder generieren.
Auch die Fotos-App wird smarter. In der aktuellen Android-Version wurde ein verstecktes Feature entdeckt: Ein Knopf erlaubt es, Standbilder aus Videos zu speichern – ohne den Umweg über das Bearbeitungsmenü.
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EU zwingt Google zur Öffnung
Die EU-Kommission greift durch. Mitte Juli verpflichtete sie Google, Android für KI-Assistenten von Drittanbietern zu öffnen. Konkret geht es um Sprachaktivierung und Zugriff auf den Bildschirmkontext.
Die vollständige Umsetzung ist für Android 18 im Sommer 2027 geplant. Bis dahin müssen sich Nutzer von Alternativ-Assistenten gedulden.
Wettbewerb schläft nicht
Während Google umbaut, ziehen andere nach. Xiaomi veröffentlichte im Juli Beta-Versionen von HyperOS 3.1 für seine Flaggschiffe. Die enthalten eine eigene KI-Plattform und eine neue Benachrichtigungsfunktion für Tablets mit interaktiven Multitasking-Fenstern.
Für aktuelle Pixel-Nutzer gibt es derweil die vierte Beta von Android 17 QPR1. Sie bringt vor allem Fehlerkorrekturen bei der Grafik und angepasste Systemtöne.
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