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Android-TV-Boxen: 38.000 Geräte täglich für Botnetze missbraucht

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 06:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher decken auf: Tausende günstige TV-Boxen sind mit Schadsoftware infiziert und werden für Angriffe und Betrug missbraucht.

Android-TV-Boxen: Massiver Missbrauch als Botnetz für Cyberangriffe
Eine schwarze Android TV-Box auf einem Schreibtisch, umgeben von abstrakten digitalen Datenströmen in einem Serverraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Billige Android-TV-Boxen werden massenhaft für Cyberangriffe missbraucht. Sicherheitsforscher haben allein in einer Kampagne rund 38.000 aktive Geräte an einem einzigen Tag registriert. Die Schadsoftware sitzt oft direkt in der Firmware.

Gefälschte Identitäten und versteckte Proxys

Die Bitsight-Analysten dokumentieren eine Operation namens Fuyao. Dabei tarnen sich infizierte Streaming-Boxen im Netzwerk als Smartphones von Samsung, Huawei, Xiaomi oder Vivo. So umgehen sie Entdeckungsmechanismen.

Technisch fungieren die Geräte als SOCKS5-Proxys. Über diese Exit-Nodes leiten Hintermänner illegalen Datenverkehr um, betreiben Werbebetrug oder manipulieren Traffic-Statistiken. Die Forscher führen die Infrastruktur auf das Unternehmen Zhejiang Fengwo IoT Technology zurück.

Rekordwerte bei DDoS-Angriffen

Das Botnetz Kimwolf, eine Variante des Aisuru-Stammes, soll seit Sommer 2025 mehr als zwei Millionen Android-Systeme infiziert haben. Besonders betroffen: Brasilien, Argentinien, Vietnam und Saudi-Arabien.

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Die Schlagkraft solcher Netze erreicht neue Dimensionen. Ein dokumentierter DDoS-Angriff erzielte einen Spitzenwert von 29,7 Terabit pro Sekunde. Betreiber verkaufen Bandbreite für etwa 0,20 US-Dollar pro Gigabyte oder bieten „DDoS-as-a-Service" an.

Ein weiteres Netzwerk namens xlabs_v1 nutzt offene ADB-Schnittstellen. Diese Geräte infizieren sich nach jedem Neustart erneut – ganz ohne Persistenzmechanismus.

FBI-Schlag gegen NetNut und BadBox

Im Juli gelang dem FBI gemeinsam mit Google ein Schlag gegen die Infrastruktur von NetNut und BadBox 2.0. Rund zwei Millionen Streaming-Geräte wurden dort als Residential-Proxys missbraucht. Betroffen: markenlose Boxen zwischen 20 und 50 Euro, etwa Modelle wie T95, X96Q oder MX10.

Das Tückische: Die Malware steckt direkt in der Firmware. Ein Factory Reset bleibt wirkungslos, der Schadcode stellt sich nach dem Neustart selbst wieder her. Betroffene Geräte erkennt man oft an fehlender Play-Protect-Zertifizierung, Überhitzung im Standby oder erhöhtem Datenverkehr nachts.

Lieferketten-Probleme weiten sich aus

Das Problem beschränkt sich nicht auf TV-Boxen. Auch Smartphone-Hersteller wie Cubot und Doogee liefern Geräte mit vorinstallierter Malware aus. Auf dem KingKong X entdeckten Forscher ein Paket namens „com.android.sys.extplv", das sich als Systemanwendung tarnt und weitreichende Berechtigungen einfordert.

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Parallel professionalisieren sich die Angriffsmethoden. Device-Code-Phishing missbraucht zunehmend OAuth-2.0-Autorisierungen. Und auch KI kommt zum Einsatz: Ein Akteur nutzte das Modell DeepSeek über das Hermes-Framework, um weitgehend autonom Exploit-Versuche gegen über 460 Ziele durchzuführen.

Sicherheitsexperten raten daher zu zertifizierten Geräten bekannter Anbieter wie Chromecast, Apple TV oder Nvidia Shield. Diese erhalten regelmäßige Updates und unterliegen strengeren Sicherheitskontrollen.

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