Android-Trojaner, Rokarolla

Android-Trojaner: Rokarolla und DoubleTrouble greifen 217 Banking-Apps an

Veröffentlicht am: 19.06.2026 um 00:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwei neu entdeckte Schadprogramme zielen auf Finanzdaten ab und umgehen Sicherheitslösungen wie Google Play Protect.

Neue Android-Trojaner greifen Banking-Apps und Krypto-Wallets an
Nahaufnahme eines Smartphone-Bildschirms mit einer verzerrten Banking-App-Oberfläche, die eine digitale Bedrohung darstellt. Illustration mit AI erstellt.

Die Schadsoftware „Rokarolla“ und „DoubleTrouble“ sind hochspezialisiert und umgehen selbst Google Play Protect.

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217 Banking-Apps im Visier

Der Trojaner „Rokarolla“ wurde von den Sicherheitsanalysten von Zimperium identifiziert. Die Malware zielt auf 217 verschiedene Banking- und Kryptowährungs-Apps ab. Mit über 137 verschiedenen Befehlen übernimmt sie die vollständige Kontrolle über infizierte Geräte.

Die Angreifer stehlen PINs, SMS-TANs und persönliche Zugangsdaten. Die Verbreitung läuft über gefälschte Websites, die populäre Dienste wie Chrome oder TikTok imitieren. Besonders kritisch: Rokarolla kann Google Play Protect eigenständig deaktivieren.

DoubleTrouble nutzt Barrierefreiheitsdienste

Parallel dazu verbreitet sich der Trojaner „DoubleTrouble“ über Phishing-Seiten, die europäische Banken nachahmen, sowie über APK-Dateien auf Discord. Die Malware nutzt die Accessibility Services von Android, um Bildschirminhalte aufzuzeichnen und Tastatureingaben mitzulesen.

Sogar die Zugangsdaten für den Sperrbildschirm werden gestohlen. Zudem blockiert die Software Banking-Apps mit gefälschten Wartungsmeldungen, während im Hintergrund Transaktionen vorbereitet werden.

WM 2026: Der große Betrugs-Boost

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird von Kriminellen als Aufhänger für massenhafte Angriffe genutzt. Group-IB identifizierte im Rahmen der „Operation Ghost-Stadium“ seit Spätsommer 2025 über 4.300 betrügerische Domains. FortiGuard registrierte in den ersten fünf Monaten 2026 rund 13.000 WM-bezogene Domains – fast neun Prozent davon sind bösartig.

Der potenzielle Schaden durch Ticketbetrug wird auf 71 bis 474 Millionen US-Dollar geschätzt. Neben gefälschten Ticket-Plattformen und FIFA-Jobangeboten lauern Gefahren in manipulierten Streaming-Apps. Dort verstecken Angreifer Banking-Trojaner wie „Massive“ oder „Perseus“, die vor allem in Europa aktiv sind.

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MFA-Umgehungen vervierfacht

Die Angreifer werden technisch immer raffinierter. Branchenberichte zeigen: Die Umgehungen der Multi-Faktor-Authentisierung haben sich seit Jahresbeginn vervierfacht. Angreifer setzen verstärkt auf den OAuth-2.0-Device-Code-Flow. Über 80 Prozent der Phishing-Versuche im Bankensektor werden inzwischen von KI generiert.

Ein Paradebeispiel ist der Trojaner „PixRevolution“, der speziell das brasilianische PIX-Zahlungssystem angreift. Hier überwachen menschliche Akteure oder KI-Systeme den infizierten Bildschirm live und manipulieren im Moment einer Transaktion den Empfängerschlüssel.

Samsung schließt kritische Lücken

Die Industrie reagiert mit Sicherheitsupdates. Samsung hat mit seinem Juni-Update rund 45 Schwachstellen in Android und der eigenen Benutzeroberfläche geschlossen, darunter mehrere kritische Kernel-Fehler. Das Update wird für aktuelle Flaggschiff-Modelle und ausgewählte Mittelklasse-Geräte ausgerollt.

Auch bei Sicherheitssoftware gibt es Fortschritte. NordVPN erhielt von West Coast Labs eine Bestnote – besonders für die hohe Erkennungsrate von Malware unter Windows 11. Neue Funktionen zur Echtzeit-Überprüfung von Links in E-Mail-Diensten sollen zudem den Schutz vor Phishing-Kampagnen verbessern.

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