Android-Sicherheit: NFC-Angriffe schießen um 188% in die Höhe
12.06.2026 - 08:53:25 | boerse-global.de
In den ersten vier Monaten 2026 stieg die Zahl der Angriffe auf die Nahfeldkommunikation (NFC) um 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allein ein Sicherheitsdienstleister blockierte zwischen Januar und April mehr als 35.000 entsprechende Angriffsversuche.
NFCShare-Malware zielt auf europäische Bankkunden
Besonders im Fokus der Sicherheitsexperten steht eine Schadsoftware namens NFCShare. Die Malware ist darauf spezialisiert, Kreditkartendaten und PIN-Nummern direkt über die NFC-Schnittstelle infizierter Geräte auszulesen. Die aktuellen Kampagnen richten sich primär gegen Kunden großer Finanzinstitute in Italien und Spanien – darunter die CaixaBank und Intesa.
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Die Verbreitung läuft vorwiegend über GitHub. Seit Mitte Mai tarnen Angreifer dort manipulierte Installationsdateien (APKs) als vermeintliche Sicherheitsupdates für Banking-Apps. Seit Anfang April wurden mehr als 50 solcher schädlichen Pakete identifiziert. Um die automatisierte Erkennung zu erschweren, nutzen die Hintermänner modifizierte Dateistrukturen innerhalb der Softwarepakete.
Kritische Zero-Day-Lücke im Android-Framework
Parallel zur Zunahme spezifischer Malware-Stämme wurde eine kritische Zero-Day-Lücke im Android-Framework bekannt. Die Schwachstelle CVE-2025-48595 wurde nach Angaben von Google bereits aktiv für Angriffe ausgenutzt. Ein entsprechender Sicherheitspatch wurde Anfang Juni bereitgestellt.
Hardware-Hersteller haben mit der Auslieferung von Sicherheitsupdates begonnen. Samsung verteilt derzeit das Juni-Update für aktuelle Flaggschiff-Modelle wie die Galaxy S26- und S25-Serie sowie das Z Fold 7. Das Update behebt insgesamt 45 Sicherheitsprobleme, fünf davon gelten als kritisch. In Südkorea wurde zudem eine neue Version der Benutzeroberfläche für das Galaxy S25 FE gesichtet – mit KI-gestützten Funktionen zur Priorisierung von Benachrichtigungen.
KI-gestütztes Phishing auf dem Vormarsch
Die Zunahme mobiler Angriffe ist Teil eines breiteren Trends. Mittlerweile werden über 82 Prozent aller Phishing-Mails mittels Künstlicher Intelligenz erstellt. Solche KI-generierten Angriffe lassen sich bis zu 192-mal schneller durchführen als manuelle Kampagnen.
Die Schäden sind enorm: Laut einer Untersuchung der Global Anti-Scam Alliance (GASA) belaufen sich die Gesamtschäden durch Online-Betrug in Europa innerhalb der letzten zwölf Monate auf rund 57 Milliarden Euro. Die höchsten Durchschnittsverluste pro Opfer wurden in der Schweiz mit etwa 6.000 Euro verzeichnet. Trotz der hohen Summen erstatten nur drei Prozent der Betroffenen Anzeige.
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Warnung vor Betrugswelle zur Fußball-WM
Angesichts der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika warnen Strafverfolgungsbehörden wie das LKA Hannover vor einer neuen Welle von Betrugsversuchen. Kriminelle nutzen das sportliche Großereignis als Aufhänger für Spam-Kampagnen, gefälschte Gewinnspiele und betrügerische Online-Shops für Fanartikel.
Google plant unterdessen technische Gegenmaßnahmen im Play Store. Ein neues Warnsystem soll Nutzer informieren, wenn installierte Anwendungen vom Anbieter nicht mehr gepflegt werden oder aus dem Store entfernt wurden. Solche verwaisten Apps stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar – sie erhalten keine aktuellen Patches mehr. Experten raten: Apps ausschließlich aus offiziellen Quellen beziehen und bei verdächtigen Aufforderungen zur Eingabe von Zugangsdaten hellhörig werden.
