Android-Sicherheit: Google schließt 180 Schwachstellen in Versionen 14–17
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 12:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google hat die Sicherheits-Updates für September 2026 veröffentlicht und behebt damit insgesamt 180 Schwachstellen in den Android-Versionen 14 bis 17. Laut dem Unternehmen sind mehr als 30 dieser Lücken als kritisch eingestuft. Die Veröffentlichung erfolgt in zwei Etappen, um sowohl System- als auch Kernel- und Treiberkomponenten abzusichern.
Gestaffelte Patch-Level für Framework und Kernel
Die Sicherheitsaktualisierungen sind in zwei verschiedene Patch-Level unterteilt. Das Patch-Level vom 01.09.2026 umfasst insgesamt 95 Sicherheitslücken, von denen 26 als kritisch bewertet werden.
Zu den bedeutendsten Korrekturen gehören eine Schwachstelle zur Ausweitung von Berechtigungen (Elevation of Privilege, EoP) in der Android-Runtime (ART), die unter der Kennung CVE-2026-28664 geführt wird, sowie kritische EoP-Lücken im Framework (CVE-2026-28666 und CVE-2026-55273). Zudem wurde eine Denial-of-Service-Schwachstelle (CVE-2026-49932) im Framework sowie 23 kritische Fehler im System-Bereich behoben.
Das zweite Patch-Level vom 05.09.2026 adressiert weitere 85 Sicherheitslücken, darunter sechs kritische Fehler. Hierbei handelt es sich unter anderem um vier EoP-Schwachstellen im Linux-Kernel sowie eine kritische Lücke zur Fernausführung von Schadcode (Remote Code Execution, RCE) im Protokoll TIPC (CVE-2026-52993). Darüber hinaus wurden Schwachstellen in Treibern von Drittanbietern wie Arm, MediaTek, Imagination und Qualcomm geschlossen.
Kritische Risiken ohne Nutzerinteraktion
Ein zentraler Aspekt des September-Updates ist die Behebung von Schwachstellen, die eine Fernausweitung von Berechtigungen ohne jegliche Nutzerinteraktion ermöglichen. In den Sicherheitshinweisen wird mehrfach darauf hingewiesen, dass für die Ausnutzung bestimmter Lücken keine Benutzerhandlung erforderlich sei. Dies betrifft unter anderem kritische RCE-Lücken im System, wie CVE-2026-28604, CVE-2026-28618 oder CVE-2026-49921.
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Trotz der Schwere dieser Schwachstellen liegen derzeit keine Hinweise auf eine aktive Ausnutzung der Fehler vor. Dennoch empfehlen Sicherheitsverantwortliche die zeitnahe Installation des Patch-Levels 2026-09-05. Neben den Kernkomponenten des Betriebssystems sind auch der Setup-Wizard, das Google-Play-System sowie Chipsätze von Unisoc und Tsingteng Micro betroffen. Über Google Play werden zusätzlich Updates gegen 20 Sicherheitslücken für Geräte ab Android 10 verteilt.
Rollout-Strategie und Support-Ende für Pixel 6
Die Auslieferung der Updates erfolgt gestaffelt. Während die Pixel-Smartphones von Google die Patches direkt per Over-the-Air-Update (OTA) erhalten, müssen andere Hersteller wie Motorola, Xiaomi, Oppo, OnePlus oder Honor die Korrekturen zunächst an ihre eigenen Benutzeroberflächen anpassen. Samsung gehört neben Google zu den ersten Herstellern, die mit der Verteilung beginnen.
Für Nutzer des Pixel 6 markiert das September-Update einen Wendepunkt. Nach fünf Jahren endet der offizielle Support für dieses Modell, womit die aktuelle Aktualisierung die letzte planmäßige Sicherheitswartung darstellt.
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Samsung behebt kritische Fehler in Bild-Codecs
Parallel zu den Google-Patches hat Samsung sein eigenes Security Maintenance Release (SMR) für September 2026 veröffentlicht. Dieses umfasst 90 Fehlerkorrekturen, wovon 58 direkt aus dem Google-Bulletin übernommen wurden. 31 Korrekturen betreffen spezifische Komponenten von Samsung Mobile und eine weitere Samsung Semiconductor.
Besonderes Augenmerk liegt auf zwei kritischen Schwachstellen in der Bibliothek „libimagecodec.quram.so“, die einen CVSS-Wert von 9,2 erreichen. Die Lücken SVE-2026-3247 (CVE-2026-21095) im DNG-Decoder und SVE-2026-3282 (CVE-2026-21096) im JPEG-Decoder ermöglichen einen Heap-Buffer-Overflow.
Ein Angriff kann hierbei ohne Interaktion des Nutzers erfolgen. Dieselbe Bibliothek war bereits in der Vergangenheit Gegenstand von Sicherheitsanalysen, nachdem sie im Jahr 2025 für Spyware-Angriffe ausgenutzt worden war.
Der Rollout bei Samsung erfolgt modell- und regionsabhängig. Während die Flaggschiff-Modelle bevorzugt bedient werden, erhalten Geräte wie das Galaxy Z Fold 4 und Flip 4 die Updates lediglich quartalsweise. Für das Galaxy S22 und die genannten Foldables ist zudem kein Upgrade auf Android 17 vorgesehen.
