Android-Phishing, Angriffe

Android-Phishing: Angriffe um 1.200 Prozent in zwei Jahren gestiegen

09.06.2026 - 01:44:17 | boerse-global.de

Kriminelle versenden massenhaft Mails mit angeblichen Steuerbescheiden. KI macht die Betrugsversuche immer gefährlicher.

Phishing-Welle: Gefälschte Steuerbescheide per E-Mail im Umlauf
Android-Phishing - Nahaufnahme eines Computerbildschirms mit einer gefälschten Elster-E-Mail und Händen, die über einer Tastatur schweben. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Betreff lautet „Ihr elektronischer Steuerbescheid für 2026 ist abrufbar“. Ziel der Kampagne ist es, sensible Nutzerdaten zu stehlen.

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So tricksen die Betrüger

Die Täter setzen auf eine perfide Masche. Sie locken mit einem angeblichen Steuerguthaben, das erst nach einer Verifizierung der persönlichen Daten ausgezahlt werde. Gleichzeitig bauen sie Druck auf: Wer nicht sofort reagiere, dem drohe die Stornierung des Vorgangs.

Die Verbraucherzentralen in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie das Finanzministerium in Kiel warnen: Die echte Steuerverwaltung verschickt niemals Dateianhänge oder Links zu Anmeldeseiten per E-Mail. Auch konkrete Erstattungsbeträge tauchen in seriösen Nachrichten nicht auf.

Woran erkennt man die Fakes? Unpersönliche Anreden, unseriöse Absenderadressen und die Aufforderung zur Eingabe von PINs oder Sicherheitsantworten sind klare Warnsignale. Betroffene sollten die Mails ignorieren und in den Spam-Ordner verschieben. Steuerbescheide gibt es nur über das offizielle Elster-Portal.

KI macht Betrug gefährlicher

Der aktuelle Anstieg der Angriffe hat einen handfesten Grund: Künstliche Intelligenz revolutioniert den Cyberbetrug. Rund 82,6 Prozent aller Phishing-Mails werden inzwischen KI-generiert. Die Technologie erlaubt es Kriminellen, sprachlich korrekte und überzeugende Nachrichten in hoher Stückzahl zu produzieren.

Besonders betroffen: Android-Nutzer. Hier stiegen KI-gestützte Phishing-Angriffe in den letzten zwei Jahren um rund 1.200 Prozent.

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Die Betrüger werden kreativer. Neben E-Mails setzen sie zunehmend auf QR-Codes – sogenanntes Quishing. Im ersten Quartal 2026 schnellte die Zahl solcher Fälle weltweit um 150 Prozent auf rund 18 Millionen hoch. Auch soziale Netzwerke und Messenger-Dienste sind im Visier, allen voran Plattformen der Meta-Gruppe.

BGH-Urteil: Wer zahlt bei KI-Betrug?

Die finanziellen Risiken sind enorm. Internationale Sicherheitsbehörden beziffern die globalen Verluste durch Cyberkriminalität im vergangenen Jahr auf über 19 Milliarden Euro.

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom Frühjahr 2026 verschärft die Lage für Verbraucher. Demnach haften Bankkunden bei Schäden durch KI-gestützten Betrug selbst – wenn ihnen grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen wird.

Die Botschaft der Experten ist klar: Sicherheitshinweise strikt befolgen, keine sensiblen Daten auf Drittseiten eingeben. Und ein simpler Tipp: Spam-Mails nicht sofort löschen, sondern als solche markieren. Das trainiert die automatischen Filter.

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