Android Management API: Google schärft PIN-Regeln drastisch nach
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 05:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Google hat sein Android-Management-API für Unternehmen grundlegend überarbeitet. Die Neuerungen zielen auf mehr Sicherheit, bessere Hardware-Unterstützung und vereinfachte Verwaltung ab.
Der am 6. Juli veröffentlichte H1-Update für die Android Management API bringt weitreichende Änderungen für Administratoren. Im Zentrum steht die Unterstützung für Android XR – damit lassen sich künftig auch Extended-Reality-Geräte wie Datenbrillen über die standardisierten Unternehmensschnittstellen verwalten. Ein klarer Hinweis darauf, dass Google spezialisierte Hardware stärker in bestehende IT-Strukturen einbinden will.
Schluss mit komplizierten App-Berechtigungen
Eine der auffälligsten Neuerungen: Google ersetzt das bisherige extensionConfig-System durch sogenannte Application Roles. Das soll die Zuweisung von Funktionen an Apps innerhalb der verwalteten Umgebung deutlich vereinfachen. Parallel dazu erhalten Administratoren mit der neuen AutofillPolicy eine feinere Kontrolle darüber, wie Daten in Unternehmensanwendungen automatisch ausgefüllt werden.
Auch beim Netzwerkmanagement tut sich etwas. Die Einführung von Private DNS Management gibt IT-Abteilungen mehr Kontrolle über die Namensauflösung. Für Geräte mit Android 15 oder neuer kommt zudem die User-Initiated eSIM Control hinzu – Endnutzer können ihre Mobilfunkverbindung flexibler verwalten, bleiben aber innerhalb der vom Unternehmen gesetzten Grenzen.
Praktisch für Admins: Die ProvisioningInfo bleibt nun 24 Stunden nach der Ersteinrichtung abrufbar. Das verlängerte Zeitfenster erleichtert die Überprüfung erfolgreicher Bereitstellungen erheblich.
Work Profiles: Mehr Zuverlässigkeit und WearOS-Anbindung
Parallel zum API-Update hat Google über Google Play Services Version 26.26 die Work-Profile-Funktionalität verbessert. Eine neue API macht die Einrichtung der Arbeitsprofile für Endnutzer zuverlässiger.
Besonders spannend für mobile Mitarbeiter: Work-Profile-Konten lassen sich jetzt direkt auf Wear OS-Geräte übertragen. Die bessere Integration zwischen Smartphone und Smartwatch im Geschäftskontext dürfte vor allem Außendienstmitarbeiter freuen. Für Desktop-Nutzer gibt es zudem neue Werkzeuge zur Verwaltung der Google-Standortermittlung vom PC aus.
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Härtere PIN-Regeln: Nach 20 Fehlversuchen drohen 14 Jahre Sperre
Die Sicherheitsvorkehrungen werden deutlich verschärft. Die zulässige Anzahl fehlerhafter PIN-Eingaben sinkt drastisch – von bisher 1.800 auf nur noch 20 Versuche. Bereits nach fünf falschen Eingaben innerhalb einer Minute greifen zunehmend längere Sperrzeiten. Beim 20. Fehlversuch beträgt die Zwangspause satte 14 Jahre.
Diese Funktion, die Ende 2025 erstmals eingeführt wurde, wird nun mit dem aktuellen Plattform-Update breiter ausgerollt. Ein massiver Sicherheitsgewinn – aber auch eine potenzielle Falle für vergessliche Nutzer.
Yubico bringt Hardware-Passkeys auf Android
Passend zum Sicherheits-Update hat Yubico am 7. Juli einen Android-Passkey-Enabler veröffentlicht. Die App nutzt aktuelle Google-Play-Services-Updates, um NFC-CTAP2 auf Geräten mit Android 9 und höher zu unterstützen. Damit lassen sich Passkeys per USB oder NFC registrieren und authentifizieren – inklusive MDM-Unterstützung für die Unternehmensbereitstellung.
Kompatibel ist die Lösung mit der YubiKey 5 Series, der Security Key Series sowie FIPS-zertifizierten Modellen. Ein wichtiger Schritt für Unternehmen, die auf hardwaregestützte Authentifizierung setzen.
Während Hardware-Lösungen wie Passkeys den Sicherheitsstandard massiv erhöhen, bleiben viele Nutzer im Alltag durch einfache Passwörter angreifbar. Dieser Gratis-Report zeigt Ihnen, wie Sie die neue Technologie bei Diensten wie Amazon oder WhatsApp sofort einrichten und so Datenklau effektiv verhindern. Kostenlosen Passkey-Ratgeber jetzt herunterladen
Backup belegt jetzt Speicherplatz
Eine Änderung betrifft alle Android-Nutzer: Seit dem 7. Juli zählen Backup-Daten – darunter SMS, Anrufverlauf und Geräteeinstellungen – auf das Google-Kontingent an. Der durchschnittliche Mehrverbrauch pro Gerät liegt bei etwa 40 Megabyte. Google hat neue Schalter eingeführt, mit denen Nutzer einzelne Datenkategorien gezielt vom Backup ausschließen können, um Speicherplatz zu sparen.
