Android-Malware, SpyNote

Android-Malware: SpyNote und WindRelay machen Phones zu Kartenlesen

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor Android-Malware, die NFC-Schnittstellen missbraucht, um Kartendaten zu stehlen und Bankkonten zu gefährden.

Neue Android-Malware: SpyNote und WindRelay verwandeln Smartphones in Kartenleser
Ein Smartphone liegt auf einem Holztisch; der Fokus liegt auf der Rückseite des Geräts, wo sich der NFC-Chip befindet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsexperten von Group-IB und Fachmedien wie The Hacker News haben eine neue Bedrohungslage für Nutzer von Android-Smartphones identifiziert. In Berichten vom 19. August 2026 wird vor einer Kombination der Malware-Stämme „SpyNote“ und „WindRelay“ gewarnt.

Diese Schadsoftware ist in der Lage, Mobilgeräte in funktionsfähige, aber gefälschte Kartenzahlungsterminals zu verwandeln, um sensible Daten über die Nahfeldkommunikation (NFC) abzugreifen.

Technisches Verfahren zum Diebstahl von Kartendaten

Die Besonderheit dieser neuen Angriffswelle liegt in der technischen Manipulation der NFC-Schnittstelle. Durch das Zusammenspiel der beiden Malware-Typen agiert das infizierte Smartphone wie ein herkömmliches Lesegerät für Kredit- oder Debitkarten. Sobald eine physische Zahlungskarte in die unmittelbare Nähe des präparierten Telefons gelangt, liest die Software die darauf gespeicherten Informationen aus.

Ziel dieser Kampagne ist es, unbefugten Zugriff auf Bankkonten zu erlangen und direkte Geldtransfers zu initiieren. Die Sicherheitsforscher betonen, dass die Kombination der beiden Schadprogramme die Effektivität des Datendiebstahls deutlich erhöht, da die Geräte der Opfer direkt als Brücke zwischen der physischen Karte und den Servern der Angreifer dienen.

Personalisierte Phishing-Kampagnen gegen Bankkunden

Die Verbreitung der Malware erfolgt über gezielte Social-Engineering-Methoden. Cyberkriminelle geben sich dabei als Bankinstitute aus, um Nutzer zur Installation schädlicher Software zu bewegen. Ein auffälliges Merkmal dieser Kampagne ist die Personalisierung der Angriffe: Die potenziellen Opfer erhalten Installationsdateien im APK-Format, die mit ihrem jeweiligen Klarnamen versehen sind.

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Diese Taktik zielt darauf ab, das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen und sie dazu zu verleiten, Sicherheitssperren des Betriebssystems zu umgehen. Da Android standardmäßig die Installation von Anwendungen aus unbekannten Quellen einschränkt, versuchen die Angreifer durch die persönliche Ansprache und die angebliche dringlichkeit bankbezogener Vorgänge, diese Hürde zu überwinden.

Präventive Maßnahmen für Mobilfunknutzer

Angesichts der steigenden Gefahr durch das beschriebene Malware-Duo haben Sicherheitsexperten konkrete Empfehlungen für Android-Nutzer formuliert. Eine der zentralen Schutzmaßnahmen besteht darin, keine App-Installationen (APKs) außerhalb des offiziellen Google Play Stores vorzunehmen. Offizielle Kanäle bieten einen deutlich höheren Schutz durch automatisierte Prüfverfahren.

Zudem wird dazu geraten, beim Umgang mit dem Smartphone und Zahlungskarten Vorsicht walten zu lassen. Nutzer sollten ihre Karten nicht ohne konkreten Zahlungsanlass an ihr Mobiltelefon halten, um ein versehentliches oder unbefugtes Auslesen über die NFC-Schnittstelle zu verhindern.

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Ein weiterer kritischer Punkt ist der Umgang mit Autorisierungscodes: Experten warnen eindringlich davor, Einmalpasswörter (OTP) oder PIN-Codes gegenüber Dritten preiszugeben oder in Apps einzugeben, deren Herkunft nicht zweifelsfrei geklärt ist. Diese Codes sind oft das letzte Glied in der Sicherheitskette, das Angreifer benötigen, um Transaktionen final zu bestätigen.

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