Android-Malware, LunaSpy-App

Android-Malware: LunaSpy-App verbreitet sich über Facebook-Werbung

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 14:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kaspersky deckt Kampagne der MoYu Group auf: Malware infiziert Android-Geräte und Fahrzeug-Head-Units, um Botnetze aufzubauen. Hersteller reagiert mit Patch.

MoYu Group: Schadsoftware-Angriffe auf Android und Fahrzeug-Infotainment
Dunkler, inaktiver Infotainment-Bildschirm im Armaturenbrett eines modernen Fahrzeugs. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher haben eine neue Kampagne identifiziert, bei der Cyberkriminelle gezielt die Reichweite von sozialen Netzwerken nutzen, um Schadsoftware auf Android-Endgeräten zu verbreiten. Im Zentrum der Analyse stehen manipulierte Werbeanzeigen auf Facebook sowie infizierte Anwendungen, die darauf abzielen, sensible Nutzerdaten abzugreifen und Geräte in großflächige Botnetze einzugliedern.

Wie Experten des Sicherheitsunternehmens Kaspersky kürzlich berichteten, setzen die Angreifer unter anderem auf Apps wie LunaSpy, um Zugriff auf die Betriebssysteme der Opfer zu erhalten. Diese Anwendungen werden oft unter falschem Vorwand beworben, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen und die Installation der Malware zu initiieren.

Die Kampagne markiert eine Fortführung der Aktivitäten bekannter Akteure im Bereich der Cyberkriminalität, die ihre Methoden zur Umgehung von Sicherheitsmechanismen fortlaufend verfeinern.

Angriff auf vernetzte Fahrzeuge in der APAC-Region

Ein besonderer Schwerpunkt der aktuellen Entdeckungen liegt auf der Ausweitung der Angriffe auf die Automobilindustrie. Die Analysten von Kaspersky stießen dabei auf eine spezifische Malware, die für die Infektion von Infotainment-Systemen (Head-Units) des Herstellers DoFun entwickelt wurde. Diese Systeme kommen vornehmlich im asiatisch-pazifischen Raum (APAC) zum Einsatz.

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Der Angriff erfolgt in mehreren Stufen und nutzt einen Schwachpunkt im sogenannten TWCore-Update-Mechanismus aus. Durch die Manipulation dieses Prozesses gelangt Schadsoftware direkt auf die Hardware der Fahrzeuge.

Die Kriminellen installieren dabei einen Loader sowie einen Reverse-Proxy. Diese technischen Komponenten ermöglichen es den Hintermännern, die Kontrolle über die betroffenen Systeme zu behalten und sie für weitere Aktivitäten zu missbrauchen.

Das erklärte Ziel dieser spezifischen Kampagne ist laut den vorliegenden Erkenntnissen der Aufbau eines Botnetzes, das aus einer Vielzahl vernetzter Autos besteht. Solche Netzwerke können für koordinierte Angriffe oder zum großflächigen Datendiebstahl eingesetzt werden, was eine neue Dimension der Bedrohung für die Sicherheit vernetzter Mobilität darstellt.

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Verbindung zur MoYu Group und dem BadBox-Botnet

Die Experten ordnen die aktuellen Vorfälle der sogenannten MoYu Group zu. Diese Gruppierung ist in Sicherheitskreisen bereits bekannt und wird mit dem BadBox-Botnet in Verbindung gebracht, das seit dem Jahr 2023 aktiv ist. Die MoYu Group gilt als spezialisiert auf die Kompromittierung von Android-basierten Systemen und hat ihre Reichweite nun offenbar auf spezialisierte Hardware wie Fahrzeugsysteme ausgeweitet.

Die Nutzung bekannter Infrastrukturen deutet darauf hin, dass die Angreifer bewährte Methoden adaptieren, um neue Angriffszonen zu erschließen. Während herkömmliche Botnetze oft aus Computern oder Smartphones bestehen, zeigt die Einbeziehung von Fahrzeug-Head-Units das wachsende Interesse der Kriminellen am Internet of Things (IoT) und an der zunehmenden Digitalisierung des Verkehrssektors.

Reaktion des Herstellers und Sicherheitsempfehlungen

Nachdem die Sicherheits lücke durch Kaspersky an den betroffenen Hersteller DoFun gemeldet wurde, hat das Unternehmen reagiert. DoFun hat für die identifizierte Schwachstelle in den Head-Units einen Patch bereitgestellt, um die Ausnutzung des Update-Mechanismus durch die Schadsoftware zu unterbinden.

Nutzer der betroffenen Systeme in der APAC-Region sind angehalten, ihre Softwareversionen zu prüfen und notwendige Aktualisierungen umgehend vorzunehmen.

Für Endverbraucher im Bereich der mobilen Endgeräte unterstreicht der aktuelle Bericht die Notwendigkeit einer erhöhten Wachsamkeit gegenüber Werbeanzeigen in sozialen Medien. Experten raten dazu, Anwendungen ausschließlich aus offiziellen Quellen zu beziehen und Berechtigungsanfragen kritisch zu hinterfragen.

Da Kampagnen wie die der MoYu Group zunehmend raffinierte Wege wählen, um Schadcode zu verbreiten, bleibt die zeitnahe Installation von Sicherheitsupdates eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen die Eingliederung von Geräten in kriminelle Botnetze.

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