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Android-Malware: 77 schädliche Apps mit 19 Millionen Downloads

Veröffentlicht am: 21.06.2026 um 15:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Millionen Android-Nutzer durch Schadsoftware bedroht. Google reagiert mit verpflichtender App-Verifizierung und Identitätsnachweis für Entwickler.

Android-Malware-Welle: Google führt Pflicht-Check für Entwickler ein
Nahaufnahme eines Smartphones, das eine Malware-Warnung anzeigt, mit verschwommenem Hintergrund aus digitalem Code und Netzwerkverbindungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Betroffen sind Millionen von Geräten weltweit. Google reagiert nun mit einem obligatorischen Verifizierungssystem für App-Entwickler.

77 schädliche Apps mit 19 Millionen Downloads

Die Bedrohungslage ist kritisch. Sicherheitsfirmen wie Zscaler ThreatLabz und Zimperium identifizierten im Google Play Store insgesamt 77 schädliche Anwendungen. Zusammen kamen sie auf mehr als 19 Millionen Downloads.

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Im Zentrum der Warnungen steht der Banking-Trojaner Anatsa, auch als TeaBot bekannt. Er zielt auf über 800 Finanzinstitute weltweit ab. Zimperium entdeckte zudem den Trojaner Rokarolla, der 217 Bank- und Kryptowährungs-Apps angreift.

Die Schadsoftware verbreitet sich über gefälschte Download-Seiten. Sie imitieren populäre Dienste wie TikTok oder den Chrome-Browser. Rokarolla verfügt über 137 Fernsteuerungsbefehle und kann PINs, Passwörter und Kreditkartendaten über Phishing-Overlays abgreifen. Eine weitere Kampagne namens CallPhantom erreichte rund 7,3 Millionen Downloads.

Botnetz „Popa“ mit Verbindung zu Proxy-Anbieter

Die Ermittlungen von Qurium, Synthient und Nokia Deepfield zeigen eine Verbindung zwischen dem Android-Botnet „Popa“ und dem israelischen Proxy-Anbieter NetNut. Der Schadcode wurde in raubkopierten Streaming-Apps und in Anwendungen für Android TV wie SmartTube entdeckt.

In der Version von Juni 2025 blieb der Code etwa fünf Monate lang unentdeckt. Die Forscher führen die Spuren zu Führungskräften von NetNut und dessen Muttergesellschaft Alarum Technologies zurück. Alarum hat die Vorwürfe offiziell zurückgewiesen. Bereits im Februar 2025 waren rund 1,6 Millionen Android-TV-Boxen von einer ähnlichen Schadsoftware-Variante betroffen.

Googles neuer Sicherheitsdienst startet im Juni

Google führt unter dem Namen „Verified App Attestation“ (VAA) einen neuen Dienst ein. Er soll die Integrität von Anwendungen sicherstellen. Der Dienst startete im Juni 2026 für Geräte ab Android 14.

Ab dem 1. September 2026 wird die Verifizierung für Apps zur Pflicht, die das neue Software Development Kit (SDK 35) nutzen. Apps ohne Verifizierung verlieren weitreichende Berechtigungen – darunter den Zugriff auf Benachrichtigungen und die Erlaubnis, weitere Pakete zu installieren.

Ein wesentlicher Teil der Strategie ist der obligatorische Identitätsnachweis für Entwickler. Der Pilot startet Ende September 2026 in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand. Die globale Ausweitung, die auch europäische Länder wie Italien einschließt, ist für 2027 geplant. Das System wird nicht nur den Google Play Store betreffen, sondern auch Stores von Herstellern wie Samsung, Xiaomi, OPPO und vivo.

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Cybercrime-Schäden auf Rekordniveau

Die Dringlichkeit der Maßnahmen zeigt der BKA Cybercrime-Lagebericht 2025. Er weist 333.922 registrierte Fälle aus. Der Gesamtschaden: 202,4 Milliarden Euro. Rund 62 Prozent der Taten gehen auf Akteure aus dem Ausland zurück.

Der Thales Bad Bot Report 2026 zeigt einen weiteren Trend: KI-gesteuerte Bot-Angriffe stiegen im vergangenen Jahr um das 12,5-Fache. Bots machen inzwischen 53 Prozent des weltweiten Webverkehrs aus. Besonders der Finanzsektor ist betroffen – fast ein Viertel aller Bot-Angriffe richtet sich gegen Finanzdienstleistungen. 46 Prozent dieser Angriffe zielen auf die Übernahme von Nutzerkonten ab.

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