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Android Mai 2026: Google öffnet sich iOS, schließt Entwickler aus

27.05.2026 - 02:10:14 | boerse-global.de

Google vereinfacht den Datentransfer zwischen Android und iOS, während ab September eine Pflichtverifizierung für Sideloading-Apps startet.

Android Mai 2026: Google öffnet sich iOS, schließt Entwickler aus - Foto: über boerse-global.de
Android Mai 2026: Google öffnet sich iOS, schließt Entwickler aus - Foto: über boerse-global.de

Google treibt die Datenmobilität zwischen den Plattformen massiv voran – und verschärft gleichzeitig die Sicherheitsregeln für Entwickler. Das Ziel: mehr Komfort für Nutzer, weniger Betrug im Play Store.

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Datenübertragung zwischen Android und iOS wird einfacher

Ein lang gehegter Wunsch von Nutzern wird endlich Realität: Der Wechsel zwischen den beiden großen mobilen Betriebssystemen wird deutlich reibungsloser. Mit iOS 26.3 führte Apple Anfang Mai eine „Transfer to Android“-Funktion ein. Per QR-Code lassen sich Kontakte, Fotos, Kalendereinträge und Nachrichtenverläufe übertragen. Gesundheitsdaten und bestimmte Zubehörteile bleiben vorerst außen vor – der Schritt ist dennoch ein Meilenstein.

Google zieht auf der eigenen Seite nach. Seit dem 11. Mai ermöglicht Play Services Version 26.18 Quick-Share-Übertragungen von Android auf iOS – ebenfalls per QR-Code oder Cloud-Link. Für die Pixel-10-Serie kündigte der Konzern zudem eine spezielle Aktualisierung an, die Direktübertragungen per AirDrop-Protokoll erlaubt.

Unterstützung kommt auch von der Open-Source-Community. Die am 25. Mai veröffentlichte App „Bada“ bringt Quick Share auf Geräte ohne Google Play Services – etwa Huawei-Modelle oder regionale Softwarevarianten. Die App nutzt Wi-Fi Direct und Bluetooth Low Energy.

Entwickler müssen sich ab September ausweisen

Während Google die Grenzen zwischen den Plattformen einreißt, baut es neue Hürden für Entwickler auf. Ab September 2026 wird eine verpflichtende Verifizierung für Apps eingeführt, die auf zertifizierten Android-Geräten sideloaded werden sollen. Der Start erfolgt in Singapur, Indonesien, Thailand und Brasilien.

Die Regeln sind klar: Entwickler müssen einen gültigen Ausweis, eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer hinterlegen. Hinzu kommt eine Registrierungsgebühr von umgerechnet rund 23 Euro. Apps von nicht verifizierten Entwicklern werden auf zertifizierten Geräten blockiert.

Rund 70 Organisationen – darunter Proton und die Electronic Frontier Foundation – protestieren gegen diesen Schritt. Sie sehen die Offenheit der Plattform in Gefahr und haben eine Kampagne gestartet.

Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen untermauert ein Bericht der Sicherheitsfirma Zimperium. Zwischen März 2025 und Januar 2026 identifizierten die Experten knapp 250 betrügerische Android-Apps. Sie tarnten sich als beliebte Plattformen wie TikTok oder GTA und zapften Nutzer über Premium-SMS und WAP-Billing an – vor allem in Malaysia und Thailand.

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Google selbst gibt an, dass die Play Integrity API und automatisierte Systeme im vergangenen Jahr rund 160 Millionen Spam-Bewertungen blockiert und geschätzte 2,9 Milliarden Euro vor betrügerischen Transaktionen geschützt haben.

KI schreibt Apps – per Sprachbefehl

Die Google I/O im Mai 2026 brachte eine weitere Neuerung: Entwickler können künftig native Android-Apps per natürlicher Spracheingabe erstellen. Logan Kilpatrick stellte am 26. Mai eine entsprechende Funktion in Google AI Studio vor. Die generierten Apps basieren auf Kotlin und lassen sich sofort in einem integrierten Emulator testen. Per USB oder über Export nach Android Studio und GitHub sind sie direkt einsatzbereit.

Im Sommer 2026 soll die Möglichkeit hinzukommen, diese Apps direkt aus AI Studio in den Google Play Test Track hochzuladen. Weitere Play-Store-Neuerungen sind die KI-gestützte Suche „Ask Play“ und die Integration der App-Entdeckung in Gemini.

Für bestehende Entwickler gibt es eine positive Nachricht: Google hat das Abonnement-Wiederherstellungsfenster von 30 auf 60 Tage verlängert. Erste Tests zeigen, dass die Zahl unbeabsichtigter Kündigungen dadurch um bis zu 18 Prozent gesunken ist.

Datenschutz: 122 Millionen Euro Vergleich

Die technischen Neuerungen fallen in eine Zeit rechtlicher Auseinandersetzungen. Anfang Mai einigte sich Google in einer Sammelklage auf einen Vergleich über 122 Millionen Euro. Der Fall „Joseph Taylor gegen Google“ wirft dem Konzern vor, seit Ende 2017 unrechtmäßig Daten von Android-Nutzern in den USA gesammelt zu haben. Google bestreitet die Vorwürfe. Der Vergleich sieht Zahlungen von bis zu 90 Euro pro berechtigtem Nutzer vor. Eine endgültige Anhörung ist für den 23. Juni 2026 angesetzt.

Parallel warnt die Google Threat Intelligence Group vor ausgeklügelten Phishing-Kits aus dem chinesischsprachigen Raum. Diese nutzen Echtzeit-Abfangmechanismen für die Zwei-Faktor-Authentifizierung und zielen auf digitale Geldbörsen und tokenisierte Zahlungen ab – über RCS und iMessage. Google reagierte mit aggressiveren Betrugserkennungsfunktionen. Die Play-Services-Aktualisierung vom 11. Mai enthält ein automatisches System, das Anrufe beendet, die als Bankbetrug identifiziert wurden.

Ausblick: Ein sichereres, aber geschlosseneres Android

Die Entwicklungen im Mai 2026 zeichnen ein klares Bild: Android wird offener gegenüber konkurrierenden Plattformen – und gleichzeitig strenger gegenüber nicht verifizierter Software. Die Ausweitung der Diebstahlschutz-Funktionen, die am 18. Mai in Großbritannien und am 25. Mai in Lateinamerika starteten, unterstreicht diesen Kurs.

Für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet die Branche den breiten Rollout der Play Games Sidekick-Social-Funktionen im Juni, gefolgt von einer globalen Expansion im Sommer. Die Balance zwischen Sicherheit und der traditionellen Offenheit von Android wird bleiben – doch die Weichen für eine neue Ära sind gestellt.

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