Android, Juni-Update

Android Juni-Update: Google sperrt Deepfake-Anrufe mit RCS-Check

16.06.2026 - 10:16:09 | boerse-global.de

Google und Samsung verstärken mit Juni-Updates den Schutz vor Deepfakes und Schadsoftware. Neue KI-Funktionen sollen Identitätsbetrug eindämmen.

Google und Samsung: Neue Sicherheitsupdates gegen Deepfake-Betrug
Android - A glowing digital shield icon overlaid on a dark, abstract background of interconnected digital nodes and lines, symbolizing cybersecurity. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Mobilfunkbranche schlägt zurück: Mit neuen Sicherheitsfunktionen gegen Deepfakes und Schadsoftware wollen Google und Samsung die steigende Flut von Identitätsbetrug eindämmen.

Google setzt auf KI-gestützte Anruferkennung

Am heutigen Dienstag hat Google das Juni-Update für Android veröffentlicht. Herzstück ist ein neues System zur Erkennung gefälschter Anrufe. Die Technologie prüft über eine digitale Authentifizierung per RCS (Rich Communication Services), ob ein Anrufer wirklich der ist, der er vorgibt zu sein. Fehlt das Bestätigungssignal, wird das Gerät des Kontakts direkt abgefragt. Bei fehlender Übereinstimmung erhalten Nutzer eine Warnung vor möglichen Deepfake- oder Spoofing-Versuchen. Die Funktion steht zunächst auf Pixel-Geräten zur Verfügung.

Anzeige: Wer sein Android-Gerät vor Deepfake-Anrufen und Phishing schützen will, findet in diesem kostenlosen Guide die wichtigsten Schritte – von der Aktivierung des RCS-Anrufchecks bis zur Erkennung verdächtiger Anrufe. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Guide anfordern

Parallel dazu vermeldeten Google und das FBI einen Erfolg im Kampf gegen Cyberkriminalität. Am Montag gelang die Zerschlagung der Phishing-as-a-Service-Plattform „Outsider Enterprise". Das in China ansässige Netzwerk, das über Telegram koordiniert wurde, nutzte Googles KI Gemini zur Massenproduktion von über 9.000 betrügerischen Websites und einer Million URLs.

Die Ermittlungen offenbaren das Ausmaß der kriminellen Aktivitäten: Seit Juli 2023 erbeutete die Gruppe 3,8 Millionen Kreditkartendaten und verursachte Schäden in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro. Allein im Mai verschickte das Netzwerk etwa 2,5 Millionen SMS an Android-Nutzer. Google hat Zivilklage eingereicht und arbeitet mit Telekommunikationsanbietern wie AT&T, T-Mobile und Verizon zusammen, um künftige Angriffe zu verhindern.

Samsung schottet Galaxy-Geräte mit One UI 9.0 ab

Auch Samsung kündigte heute eine umfassende Sicherheitsoffensive für seine Galaxy-Serie an. Das kommende Update auf One UI 9.0, das für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet wird, führt eine neue „Phishing App Risk Alert" ein. Der entscheidende Unterschied zu früheren Versionen: Das System blockiert nicht nur die Installation unbekannter Software, sondern verhindert auch die Ausführung bereits vorhandener Schadprogramme.

Der südkoreanische Elektronikkonzern arbeitet dabei eng mit der Nationalen Polizeibehörde und der Korea Internet & Security Agency (KISA) zusammen. Die Zahlen aus dem Jahr 2025 zeigen die Dringlichkeit: In Südkorea wurden 23.360 Fälle von Voice-Phishing registriert, die finanziellen Schäden überstiegen 900 Millionen Euro.

Die neuen Maßnahmen im Überblick:
- Automatische Löschung: Das System fordert zur Deinstallation von Apps auf, die nach verdächtigen Anrufen oder per Fernzugriff installiert wurden.
- KI-Blockade: Eine von KISA unterstützte Intelligenz soll künftig rund 500.000 Betrugsfälle pro Monat identifizieren und blockieren – startend mit der Galaxy S25-Serie.
- Anruf-Zusammenfassung: Die Galaxy S26-Reihe erhält eine Funktion, die Anrufinhalte zusammenfasst und so potenzielle Betrugsversuche entlarvt.

Seit September 2024 hat Samsungs Dienst zur Blockierung betrügerischer Nachrichten bereits rund 400 Millionen verdächtige SMS abgefangen.

Xiaomi schließt Sicherheitslücken

Anzeige: Allein in Südkorea verursachten Voice-Phishing-Angriffe 2025 Schäden von über 900 Millionen Euro. Der neue Android-Sicherheits-Guide zeigt Ihnen, wie Sie mit den aktuellen Updates von Google und Samsung Ihre Finanzen schützen. Sicherheits-Guide jetzt sichern

Auch Xiaomi zog am Montag nach und begann mit der Auslieferung des Juni-Sicherheitspatches 2026. Das Update erreicht zunächst die Modelle Xiaomi 15 Pro und Ultra sowie das Redmi K70 Ultra. Es schließt Schwachstellen im Android-Framework und Kernel-Komponenten. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Sicherheitslücke CVE-2025-48595, die nach Einschätzung von Marktbeobachtern bereits aktiv ausgenutzt wurde.

Der Handlungsdruck ist enorm: INTERPOL schätzt die weltweiten Verluste durch Identitätsbetrug auf rund 360 Milliarden Euro. In den USA meldete die Handelskommission FTC für 2024 Schäden von etwa 2,7 Milliarden Euro durch ähnliche Betrugsmaschen.

Neben den Sicherheitsfunktionen bringt das Juni-Update auch neue Produktivitätswerkzeuge: Die „Circle to Search"-Funktion erkennt jetzt auch Modeartikel, Google Meet bietet Live-Übersetzung, und die Quick-Share-Kompatibilität wurde auf ausgewählte Modelle verschiedener Hersteller ausgeweitet.

de | wissenschaft | 69551142 |