Android: Google öffnet 12 gesperrte Netzwerk-Ports für Apps
02.06.2026 - 10:39:37 | boerse-global.deMit dem Play System Update für Mai 2026 dürfen Apps nun auf zwölf bekannte Netzwerk-Ports unterhalb der Nummer 1024 zugreifen.
Was sich ändert
Bisher waren diese Ports für reguläre Anwendungen aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Freigabe umfasst wichtige Netzwerkprotokolle. Auf der TCP-Seite sind künftig die Ports 20 und 21 (FTP), 22 (SSH), 23 (Telnet), 80 (HTTP), 443 (HTTPS), 445 (SMB) sowie 515 und 631 (Druckdienste) nutzbar. Für UDP-Verbindungen kommen die Ports 319, 320 und 443 hinzu.
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Die technische Umsetzung läuft über Project Mainline mittels eBPF in einem Systemmodul. Ein vollständiges Betriebssystem-Update ist dafür nicht nötig.
Voraussetzungen für die Nutzung
Die neuen Netzwerkfunktionen erfordern Android 13 oder höher. Zudem muss der Linux-Kernel in Version 5.15 oder neuer vorliegen. Die Neuerung ist bereits fester Bestandteil der Beta-Phase von Android 17.
Bessere Anbindung lokaler Geräte
Die Öffnung soll die Kompatibilität mit lokaler Infrastruktur verbessern. Entwickler können native SMB-Freigaben, SSH-Server oder HTTP-Dienste direkt über die Standard-Ports realisieren. Das vereinfacht die Einbindung in bestehende Netzwerke.
Apps können künftig Druckdienste über IPP (Port 631) oder Web-Schnittstellen über die Ports 80 und 443 anbieten. Bisher mussten Entwickler auf unübliche Portnummern ausweichen.
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Sicherheit im Fokus
Während Google die Netzwerkschnittstellen öffnet, rücken andere Sicherheitsaspekte in den Vordergrund. Experten meldeten für die ersten vier Monate 2026 einen Anstieg von NFC-Angriffen auf Android-Geräte um 188 Prozent.
Zudem wurde eine kritische Sicherheitslücke in den Home Assistant Companion Apps bekannt (CVE-2026-44698). Sie ermöglichte den Diebstahl von Zugangs-Tokens. Ein Patch liegt in den aktuellen App-Versionen bereits vor.
Weitere Updates
Parallel zur Port-Freigabe hat Google Anfang Juni das Update auf Android 17 Beta 4.1 für Pixel-Geräte veröffentlicht. Es enthält Korrekturen für die Statusanzeige, die Schnelleinstellungen und Bluetooth-Audio-Verbindungen.
In einem weiteren Schritt zur Systemmodernisierung kündigten deutsche Mobilfunkbetreiber die Abschaltung des 2G-Netzes für die zweite Jahreshälfte 2028 an. Das wird besonders ältere Notrufsysteme in Fahrzeugen treffen.
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