Android-Betrug, Apps

Android-Betrug: 967 gefälschte Apps kosten Millionen Euro

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 16:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Festnahme in Westbengalen: Ein 26-Jähriger soll mit gefälschten Apps einen Schaden von rund sieben Millionen Euro verursacht haben.

Indischer Hacker erstellte 967 betrügerische Android-Apps
Ein Laptop und ein Smartphone mit gefährlichem Code auf den Bildschirmen als Symbol für Cyberbetrug durch APK-Dateien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein 26-jähriger Mann soll hunderte betrügerische Android-Apps für Cyberkriminelle gebaut haben. Der Schaden: umgerechnet rund sieben Millionen Euro.

Umfangreiche Infrastruktur sichergestellt

Der Verdächtige S. K. Mandal aus Westbengalen wurde von der DB Marg Polizei festgenommen. Laut Ermittlern hat der Naturwissenschaftler 967 gefälschte APK-Dateien erstellt. Mindestens 91 davon verkaufte er für je 15.000 Rupien an Betrügergruppen. Jede Datei blieb 40 bis 45 Tage funktionsfähig.

Bei der Verhaftung stellten die Behörden zehn Mobiltelefone, einen Laptop und sieben SIM-Karten sicher. Besonders brisant: Die Beamten fanden Bankdaten von schätzungsweise 37.200 Personen. Durch den Zugriff auf die neu entdeckten Dateien verhinderte die Polizei nach eigenen Angaben weiteren Betrug in großem Stil.

So täuschten die Apps ihre Opfer

Die betrügerischen Anwendungen tarnten sich als offizielle Dienste. Ein dokumentierter Fall zeigt, wie ein Nutzer rund 70.500 Rupien verlor – nachdem er eine gefälschte App des Gasanbieters Mahanagar Gas Ltd für eine angebliche Identitätsprüfung installiert hatte.

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Die Ermittlungen verknüpfen den Fall mit insgesamt 2.993 Beschwerden auf dem nationalen Portal für Cyberkriminalität. Landesweit sollen über 5.900 Personen betroffen sein. Allein im Bundesstaat Maharashtra wurden hunderte Fälle registriert.

Neben dem Entwickler stehen auch Mule-Account-Netzwerke im Fokus. In Varanasi nahm die Polizei fünf Personen fest. Sie sollen Bankkonten von einkommensschwachen Bürgern gegen Provision für Geldwäsche zur Verfügung gestellt haben.

Plattformbetreiber in der Kritik

Der Fall rückt die Verantwortung von App-Stores in den Fokus. In Hyderabad leiteten die Behörden ein Verfahren gegen einen leitenden Google-India-Mitarbeiter ein – wegen mutmaßlicher Fahrlässigkeit. Hintergrund: Ein Angestellter eines staatlichen Verteidigungsunternehmens verlor im Juli rund 7,95 Lakh Rupien über eine betrügerische Trading-App. Die war im offiziellen Google Play Store gelistet. Das Opfer gab an, der App genau deshalb vertraut zu haben.

Google erklärte, die betreffende App habe den Richtlinien entsprochen. Dennoch gab es in der Vergangenheit bereits ähnliche Verfahren gegen Verantwortliche des Unternehmens.

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Experten warnen vor anhaltender Gefahr

Analysten von Zscaler ThreatLabz wiesen bereits für den Zeitraum Mitte 2023 bis Mitte 2024 auf die wachsende Bedrohung hin. Damals identifizierten sie über 200 schädliche Apps im Google Play Store – mit zusammen mehr als acht Millionen Downloads. Besonders die Banking-Malware „Anatsa“ habe es auf hunderte Finanzinstitute abgesehen. Indien gilt laut Marktbeobachtern als eine der am stärksten von mobiler Malware betroffenen Regionen weltweit.

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