Android-Backup, Google

Android-Backup ab sofort kostenpflichtig: Google rechnet auf 15 GB an

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 14:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Google verrechnet Android-Backups auf das 15-GB-Kontingent und verwertet Nutzerdaten für KI. Experten sehen DSGVO-Konflikte.

Google ändert Backup-Regeln und nutzt Daten für KI-Training
Android-Backup - Eine stilisierte Darstellung von Daten, die von mehreren mobilen Geräten zu einem Cloud-Speichersymbol fließen. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Google verrechnet ab dem 7. Juli 2026 sämtliche Backup-Daten auf das kostenlose 15-Gigabyte-Kontingent. Parallel dazu füttert der Konzern seine KI mit hochgeladenen Medien – und wirft damit neue Datenschutzfragen auf.

Backups fressen Speicher

Die Neuregelung trifft hart: SMS, Anrufverläufe und Geräteeinstellungen landen künftig auf dem gemeinsamen Speicherkonto. Ein durchschnittliches Backup wächst dadurch um rund 40 Megabyte an. Auch WhatsApp-Sicherungen sind betroffen.

Für Neukunden gilt die Regelung sofort. Bestehende Nutzer werden schrittweise umgestellt. Google verspricht mehr Kontrolle: Unter „Google-Backup“ in den Systemeinstellungen lassen sich einzelne Datenkategorien wie Anrufverlauf oder SMS gezielt von der Sicherung ausschließen.

Reicht der kostenlose Speicher nicht, lockt Google mit kostenpflichtigen Optionen. 100 Gigabyte gibt es für 1,99 Euro monatlich. Zum Vergleich: iCloud+ kostet 0,99 Euro für 50 Gigabyte, Microsoft packt im Office-Paket ein Terabyte für rund 69 Euro jährlich dazu.

KI-Training auf Kosten der Privatsphäre

Noch gravierender sind die Änderungen bei der Datennutzung. Seit Juni 2026 verwertet Google Bilder, Video- und Audiodateien aus Diensten wie Google Lens, Sprachsuche oder Translate standardmäßig für das KI-Training. Auch Maps, Shopping, Flights und News sind betroffen.

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Ein Opt-out ist möglich – versteckt in der Suchhistorie unter „Medien speichern“. Wer komplett aussteigen will, deaktiviert die Web- und App-Aktivitäten. Branchenkenner warnen: Hochgeladene Daten können auch von menschlichen Prüfern eingesehen werden.

EU-Regulierung als Zünglein an der Waage

Die Anpassungen kommen zur Unzeit. Ab dem 2. August 2026 greifen die Transparenzpflichten des EU AI Acts. Unternehmen müssen dann offenlegen, wie sie Nutzerdaten für KI-Zwecke verwenden. Experten zweifeln an der DSGVO-Konformität – besonders bei voreingestellten Standardfunktionen.

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Auch die Konkurrenz reagiert. Apple soll für bestimmte KI-Anfragen künftig die Google Cloud nutzen, holt aber vor dem Datenversand explizit die Zustimmung der Nutzer ein. Die übermittelten Daten fließen nicht ins KI-Training.

Ausweg für Datenschutz-Fanatiker

Wer Googles Datenschleife komplett entkommen will, findet erste Alternativen. Ein neues Smartphone ohne Google-Anbindung kommt für rund 745 Euro auf den Markt. Es läuft mit einem modifizierten Android 15 und verzichtet komplett auf Cloud-Abos.

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