Android-Angriffe: NFC-Malware steigt um 188 Prozent
29.05.2026 - 07:45:24 | boerse-global.deSicherheitsforscher von Kaspersky haben zwischen Januar und April 2026 weltweit mehr als 35.600 NFC-basierte Angriffsversuche blockiert. Im Vorjahreszeitraum waren es noch rund 12.300 – ein Anstieg von 188 Prozent.
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Kriminelle entdecken kontaktlose Schnittstellen
Cyberkriminelle setzen zunehmend auf die Nahfeldkommunikation (NFC), die eigentlich für kontaktloses Bezahlen gedacht ist. Zwei Methoden treiben den Anstieg: „Direct NFC“ und „Reverse NFC“. Beide Techniken nutzen die physische Nähe zum Gerät aus, um Daten abzugreifen oder Schadcode einzuschleusen.
Die Angreifer verlagern ihre Strategie weg von rein digitalen Attacken hin zu Schnittstellen, die jeder im Alltag nutzt. Parallel dazu erreichen klassische mobile Bedrohungen neue Rekordwerte. Die Zahl der Banking-Trojaner stieg im ersten Quartal um 196 Prozent auf 1,24 Millionen Fälle.
Mamont und OverlayPhantom: Die gefährlichsten Schädlinge
Ein Schadprogramm namens „Mamont“ soll für rund 70 Prozent aller aktuellen Android-Angriffe verantwortlich sein. Noch gezielter geht „OverlayPhantom“ vor: Der Trojaner attackiert mehr als 180 Finanz-Apps – mit einem klaren Schwerpunkt auf deutsche Nutzer.
Besonders perfide ist die Malware „BTMOB“. Sie entstand aus der Spionagesoftware „SpySolr“ und wird als „Malware-as-a-Service“ vertrieben. Angreifer mieten sich quasi Zugriff auf infizierte Geräte. Die Funktionen: Bildschirmaufzeichnung, Mitschritt von Tastatureingaben und vollständige Fernsteuerung des Smartphones. In den Versionen 2.5 bis 3.x nutzt die Software Overlay-Angriffe, um Anmeldedaten von Zahlungs-Apps zu stehlen. Die Verbreitung läuft über Phishing-Seiten, die Starlink, Chrome oder Amazon imitieren.
KI treibt die Angriffswelle
Künstliche Intelligenz beschleunigt die Professionalisierung der Angriffe. Branchenberichte beziffern den Schaden durch KI-gestütztes Phishing für 2026 auf rund 442 Milliarden Euro. Mittlerweile basieren 86 Prozent aller Phishing-Kampagnen auf KI – täglich verschicken Angreifer 3,4 Milliarden betrügerische Nachrichten.
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Auch staatliche Akteure nutzen die Technologie. Sie entwickeln Zero-Day-Exploits oder automatisieren mit der Android-Backdoor „Promptpsy“ die Navigation in infizierten Systemen.
Nicht nur Android ist betroffen
Die Angriffswelle erfasst auch iOS. In den vergangenen Tagen wurden WhatsApp-Konten unter iOS 16 attackiert. Betroffen sind ältere Modelle vom iPhone 8 bis zum iPhone 14 sowie die zweite und dritte Generation des iPhone SE. Angreifer kapern Sitzungsdaten und übernehmen Konten, ohne dass der Nutzer etwas tun muss. Vermutlich stecken Schwachstellen in der Bildverarbeitung und Chat-Synchronisation dahinter.
Die Wirtschaft spürt den Druck. Eine Umfrage unter 1.200 Führungskräften zeigt: 97 Prozent der Großunternehmen mit mehr als 500 Millionen US-Dollar Umsatz meldeten im vergangenen Jahr mindestens einen Cybervorfall. In Deutschland bewerten 52 Prozent der Entscheider Cyberangriffe als das größte Geschäftsrisiko. Die Antwort: Unternehmen in der DACH-Region erhöhen ihre Budgets für Cybersicherheit um durchschnittlich fünf Prozent.
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