Android ab September: Google erzwingt Entwickler-Identitätsprüfung
22.06.2026 - 20:29:11 | boerse-global.de
Ab September 2026 müssen Android-Entwickler ihre Identität nachweisen – das betrifft auch Nutzer in Deutschland.
Google führt ein neues Verifikationssystem für Android-Entwickler ein. Ab dem 30. September 2026 greift die Pflicht zur Identitätsprüfung – zunächst in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand. Ab 2027 soll die Regelung auf weitere Länder ausgeweitet werden. Für deutsche Nutzer ist das vor allem deshalb relevant, weil die Änderungen auch das Installieren von Apps aus Drittquellen betreffen.
Was Entwickler jetzt wissen müssen
Die neuen Regeln sind streng: Entwickler müssen ihren echten Namen, ihre physische Adresse, E-Mail-Adresse und Telefonnummer angeben. Für Unternehmen kommt eine D-U-N-S-Nummer hinzu. Nur wer diese Hürde nimmt, darf künftig Apps auf zertifizierten Android-Geräten anbieten.
Ein veraltetes Smartphone oder ungesicherte Apps sind wie eine offene Haustür für Cyberkriminelle. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen in 5 einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Gerät durch die richtigen Updates und Einstellungen dauerhaft vor Hackern schützen. 5 Schritte für ein sicheres Android-Smartphone jetzt gratis entdecken
Bereits seit Juni 2026 rollt Google einen Hintergrunddienst namens „Android Developer Verifier“ aus. Er läuft auf Geräten mit Android 8 oder neuer. Große Hersteller wie Samsung, Xiaomi, OPPO, vivo, HONOR und der Palm Store machen von Anfang an mit.
Sideloading wird komplizierter
Die größte Veränderung betrifft Nutzer, die Apps außerhalb offizieller Stores installieren. Wer eine App von einem nicht verifizierten Entwickler laden will, muss künftig tief in die Systemeinstellungen eintauchen: Entwicklermodus aktivieren, Gerät neu starten, 24 Stunden warten. Das dürfte Gelegenheitsnutzer abschrecken.
Google verspricht zwar eine neue Schnittstelle für Drittanbieter-Stores ab Juli 2026. Doch die Open-Source-Gemeinde schlägt Alarm. Organisationen wie F-Droid und die Kampagne „Keep Android Open“ – hinter der mehr als 70 Gruppen stehen – warnen vor Zensur und übermäßiger Kontrolle.
Die Free Software Foundation Europe hat sich bereits an die EU-Kommission gewandt. Ihr Argument: Die Zertifizierungspflicht könnte gegen den Digital Markets Act verstoßen, weil sie Entwickler zwingt, Google-Konten zu führen.
Passwörter sicherer austauschen
Parallel zu den Verifikationsregeln verbessert Google die Passwortverwaltung. Seit dem 1. Juni 2026 unterstützt Google Play Services in Version 26.21 den „Credential Exchange Standard“ der FIDO-Allianz. Nutzer können jetzt Passwörter und Passkeys zwischen dem Google Password Manager und Diensten wie Bitwarden, 1Password, Apple oder Samsung hin- und herschieben. Exporte in unsichere Apps werden blockiert.
Angesichts von Millionen gehackter Konten pro Quartal warnen Experten: Wer noch klassische Passwörter nutzt, geht ein hohes Risiko ein. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie die neue Passkey-Technologie bei Diensten wie WhatsApp oder Amazon einrichten und Hacker-Angriffen keine Chance mehr lassen. Gratis-Report: Passwort-Stress beenden und Konten sicher schützen
Die Juni-Sicherheitspatches sind ebenfalls da. Samsung hat ein globales Update für die Galaxy-S24-Serie und das Galaxy A57 gestartet, das 45 Sicherheitslücken schließt.
Android 17: Noch mehr Kontrolle
Ein Blick in die Zukunft zeigt: Der Trend zur Verschärfung hält an. Erste Details zu Android 17 deuten auf strengere RAM-Limits für einzelne Apps hin, um Speicherfresser zu bremsen. Apps müssen künftig explizit um Erlaubnis fragen, bevor sie lokale Netzwerke scannen. Dynamisch geladener Code soll nur noch schreibgeschützt sein. Und Certificate Transparency für HTTPS-Verbindungen wird standardmäßig aktiviert – eine Funktion, die bisher optional war.
