Anämie und Demenz: Blutarmut erhöht Risiko um 66 Prozent
25.05.2026 - 21:39:53 | boerse-global.de000 Neudiagnosen hinzu. Die Lancet-Kommission zeigt: Jede zweite Erkrankung wäre durch gezielte Prävention vermeidbar.
Neben Bewegung und Ernährung spielen Supplementierung und kognitive Stimulation eine entscheidende Rolle. Neue Studien und Produkte im Mai 2026 unterstreichen diesen Ansatz.
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Kakao-Flavanole: Neues Supplement „Brain Focus“ auf dem Markt
Am 24. Mai brachte die Marke PUR4, ein Zusammenschluss von Ärzten und Therapeuten, das Präparat „Brain Focus“ auf den Markt. Es zielt auf langfristige Unterstützung von Fokus, Neuroplastizität und Regeneration.
Die Zusammensetzung orientiert sich an der COSMOS-Studie der Harvard University aus dem Jahr 2024. Kernbestandteil sind Kakao-Flavanole, die positive Effekte auf die kognitive Funktion gezeigt haben.
Daneben enthält das Produkt Vitalpilze wie Lion’s Mane, Phosphatidylserin, Zink und Vitamin D3. Neurofeedback-Experte Philipp Heiler betont die Bedeutung flexibler Gehirnwellen für die mentale Gesundheit. Erste Veränderungen seien nach etwa zwei Monaten kontinuierlicher Einnahme zu beobachten.
Parallel prüft die Europäische Union den Einsatz von Lithium als Nahrungsergänzungsmittel für die Hirngesundheit.
Blutarmut als Risikofaktor: Demenzrisiko steigt um 66 Prozent
Forschung des Karolinska Institutet, Ende Mai 2026 veröffentlicht, zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen Anämie und Demenzrisiko. In einer Langzeitstudie mit 2.282 Probanden über 60 Jahre wurden die Teilnehmer über 16 Jahre beobachtet.
Das Ergebnis: Bei vorliegender Anämie steigt das Demenzrisiko um 66 Prozent. Die Forscher verknüpften die Daten erstmals mit spezifischen Blutbiomarkern wie Phospho-Tau217 und NfL.
Besonders alarmierend: Probanden mit Anämie und hohen NfL-Werten hatten ein fast wir mal so hohes Risiko. Auch die Rotterdam-Studie mit 12.300 Teilnehmern stützt diese Beobachtungen.
Da etwa 10 Prozent der über 65-Jährigen an Anämie leiden – oft durch Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 – stellt die Korrektur dieser Mangelzustände einen wesentlichen Hebel dar.
Da Mangelerscheinungen im Blut das Risiko für kognitive Erkrankungen massiv beeinflussen, ist das Verständnis der eigenen Blutwerte für die Vorsorge unerlässlich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Report, wie Sie Laborwerte richtig deuten und wichtige Vitalstoffmängel frühzeitig identifizieren. Kostenlosen Laborwerte-Check jetzt herunterladen
Kreative Aktivitäten verlangsamen das biologische Altern
Eine Studie des University College London mit 3.556 Erwachsenen, im Mai 2026 publiziert, untersuchte den Einfluss kreativer Aktivitäten auf den Alterungsprozess. Regelmäßiges Singen, Tanzen oder Museumsbesuche – mindestens einmal pro Woche – verlangsamen das biologische Altern um etwa 4 Prozent.
Gemessen wurde dieser Effekt anhand epigenetischer Uhren in der DNA. Die Forscher betonen: Die Wirkung ist vergleichbar mit regelmäßigem Sport.
Als Gründe nennen sie kontinuierliche Gehirnstimulation, Stressreduktion und die soziale Komponente.
Go-Elite-Studie: Hirnaktivität bei Hochleistungsdenken
An der Universität Jena wurde vom 18. bis 23. April 2026 ein Experiment mit der europäischen Go-Elite durchgeführt. Unter Leitung der Amateur-Weltmeisterin Prof. Manja Marz spielten acht Spitzenspieler zwölf Partien.
Ihre Hirnaktivität wurde mittels funktioneller Nahinfrarotspektroskopie gemessen. Ziel ist es, die kognitive Belastung bei hochkomplexen Denksportaufgaben zu verstehen.
Solche Studien helfen, die Mechanismen der Neuroplastizität zu entschlüsseln, die durch lebenslanges Lernen gefördert werden.
14 Risikofaktoren: Was wirklich gegen Demenz hilft
Die Lancet-Kommission identifizierte insgesamt 14 beeinflussbare Risikofaktoren. Dazu gehören Ernährung, Bewegung, Hör- und Sehverlust, Rauchen, Übergewicht, Diabetes sowie soziale Isolation.
Mediziner wie Dietrich Grönemeyer unterstreichen: Die frühzeitige Adressierung dieser Faktoren ist entscheidend. Hörgeräte oder Brillen können das Risiko senken, da verminderte Sinneswahrnehmung zu sozialem Rückzug führt.
Auch Schlafqualität spielt eine zentrale Rolle: Während der Ruhephasen transportiert das Gehirn schädliche Proteine wie Amyloid-Beta ab, deren Ablagerung mit Alzheimer assoziiert wird. In Deutschland sind rund 36 Prozent der Demenzfälle auf veränderbare Lebensstilfaktoren zurückzuführen.
Hautpflaster erkennt Stress – KI mit 94 Prozent Sensitivität
Die Zukunft der Gehirngesundheit wird durch technologische Innovationen geprägt. Ein Forschungsteam der Northwestern University entwickelte ein Hautpflaster zur frühzeitigen Stresserkennung.
Das nur 7,8 Gramm schwere Gerät misst Herzschlag, Atmung, Schweißbildung und Hauttemperatur. Eine integrierte KI wertet die Signale mit 94 Prozent Sensitivität aus.
Solche Werkzeuge könnten helfen, chronische Stressbelastungen zu identifizieren, bevor sie dauerhafte Schäden verursachen.
Digitale Helfer: Apps gegen chronische Fatigue
Die Universität Bonn sucht unter Leitung von Prof. Simone Dohle Teilnehmer für eine Studie. Sie untersucht, wie Apps bei der Bewältigung chronischer Fatigue helfen können – etwa nach Long COVID oder bei Multipler Sklerose.
In der klinischen Anwendung werden zudem nicht-invasive Verfahren wie die transkranielle Pulsstimulation weiter erforscht. Die Kombination aus frühzeitiger Diagnostik – etwa durch Analyse von Darmbakterien-Metaboliten oder Handschrift-Analyse – und konsequenter Lebensstiloptimierung bildet den Kern der künftigen Strategie gegen kognitiven Verfall.
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