Amerikanischer, Ginseng

Amerikanischer Ginseng: Extrakt schützt Nervenzellen im Parkinson-Mäusemodell

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 22:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Ginseng-Proteinextrakt verbesserte bei Mäusen Bewegungswerte und Dopaminspiegel; ein Nutzen für Menschen ist nicht belegt.
Nahaufnahme von getrockneten Ginsengwurzeln auf einer dunklen Steinoberfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Pflanzliche Wirkstoffe stehen zunehmend im Fokus der neurologischen Grundlagenforschung. Eine im Fachjournal „Nutrients“ veröffentlichte Untersuchung chinesischer Wissenschaftler der Changchun University of Chinese Medicine zeigt, dass Proteinbestandteile aus amerikanischem Ginseng Nervenzellen schützen und Symptome der Parkinson-Krankheit abschwächen können. Die Resultate beruhen auf präklinischen Tests und liefern Hinweise auf biochemische Mechanismen im Nervensystem.

Erkenntnisse aus dem Parkinson-Modellversuch

In der Untersuchung behandelten die Forscher Mäuse mit künstlich induziertem Parkinson über einen Zeitraum von 28 Tagen mit einem proteinreichen Extrakt aus amerikanischem Ginseng. Bei den Tieren verbesserten sich daraufhin die Leistungen in Bewegungstests sowie bei Aufgaben zur räumlichen Orientierung und Navigation.

Zudem normalisierte sich der Dopaminspiegel im Gehirn der Versuchstiere. Auf zellulärer Ebene verringerte die Gabe des Extrakts die Akkumulation von Alpha-Synuclein – einem Protein, das charakteristisch für das Fortschreiten von Parkinson ist. Gleichzeitig ging die entzündliche Aktivität im Nervengewebe zurück.

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Mögliche Rolle der Darm-Hirn-Interaktion

Neben den zerebralen Effekten beobachteten die Wissenschaftler Veränderungen im Verdauungssystem der Tiere. Im Modellversuch zeigte sich eine veränderte Zusammensetzung der Darmbakterien, begleitet von einem Rückgang krankheitsbezogener Stoffwechselstörungen.

Die Autoren vermuten, dass die beobachtete Schutzwirkung möglicherweise über Wechselwirkungen zwischen Darm und Hirn vermittelt wird. Die exakten Mechanismen gelten jedoch weiterhin als unklar.

Fachleute betonen zudem die methodischen Grenzen der Untersuchung: Da es sich um ein Tiermodell handelt, ist eine direkte Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den menschlichen Organismus bislang nicht belegt.

Wissenschaftlicher Kontext: Tee-Extrakte und Neurodegeneration

Die Ergebnisse zu Ginseng fügen sich in ein breiteres Forschungsfeld zu pflanzlichen Sekundärstoffen ein. Eine im Fachjournal „Nature“ veröffentlichte Untersuchung an 8766 Senioren in Japan untersuchte beispielsweise den Einfluss von grünem Tee auf das Gehirn. Dabei korrelierte der Konsum von drei Tassen pro Tag mit 3 Prozent weniger Veränderungen der weißen Hirnsubstanz im Vergleich zu einer Tasse täglich.

Bei sieben bis acht Tassen pro Tag zeigte sich eine Korrelation mit 6 Prozent weniger Veränderungen. Auf das gesamte Gehirnvolumen wurde kein messbarer Effekt festgestellt. Die Wissenschaftler hoben hervor, dass die Daten lediglich eine Korrelation und keinen Kausalbeweis darstellen, wenngleich den im Tee enthaltenen Flavonolen entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden.

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Ergänzend zeigte eine tierexperimentelle Studie, dass eine Kombination aus Antioxidantien aus schwarzem Tee und Vitamin B3 geschädigte Gehirnzellfunktionen wiederherstellen und die Akkumulation Alzheimer-assoziierter Proteine reduzieren kann.

Laut einer Einordnung von Verywell Health lassen sich diese Tierversuchsergebnisse jedoch nicht unmittelbar auf den Menschen übertragen. Es gebe bislang keinen Nachweis dafür, dass Teekonsum einer Alzheimer-Erkrankung beim Menschen vorbeugen oder diese heilen könne.

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