AMEOS, Altersmedizin

AMEOS bündelt Altersmedizin in Oldenburg – Klinik zieht um

06.05.2026 - 17:04:03 | boerse-global.de

AMEOS bündelt seine Altersmedizin in Oldenburg. Grund ist ein 20-prozentiger Anstieg der Patientenzahlen seit 2024 auf über 1.400 Fälle.

AMEOS bündelt Altersmedizin in Oldenburg – Klinik zieht um - Foto: über boerse-global.de
AMEOS bündelt Altersmedizin in Oldenburg – Klinik zieht um - Foto: über boerse-global.de

Der Umzug ist für den Sommer 2026 geplant. Grund ist ein deutlicher Anstieg der Patientenzahlen: Seit 2024 stieg die Zahl der behandelten älteren Patienten um 20 Prozent auf über 1.400 Fälle. Durch die Zentralisierung will AMEOS die Wege zwischen Altersmedizin und Fachabteilungen wie Chirurgie, Kardiologie und Diagnostik verkürzen. Noch im Laufe des Jahres soll zudem eine spezialisierte Schmerzmedizin am Standort aufgebaut werden.

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Spezialisierung auf dem Vormarsch

Die Bündelung in Oldenburg ist Teil eines bundesweiten Trends. Krankenhäuser richten sich zunehmend auf die komplexen Bedürfnisse älterer Patienten aus – und das aus gutem Grund. Laut Robert Koch-Institut (RKI) leiden rund 65 Prozent der über 65-Jährigen an mehreren chronischen Erkrankungen gleichzeitig.

Das Marien-Hospital in Wesel betreibt bereits ein spezialisiertes Alterstraumazentrum (ATZ) mit zwölf Betten für Patienten über 65. Ziel ist es, sie nach der Akutbehandlung wieder in ihr häusliches Umfeld zu entlassen. Auch das Asklepios Klinikum Uckermark in Schwedt/Oder hat eine geriatrische Klinik eingerichtet, die ein breites Spektrum abdeckt – von Demenz über Hüftfrakturen bis hin zu Delir und Herzinsuffizienz.

Flankiert werden diese Maßnahmen von Präventionsprojekten. Im Sommer 2026 startet in Nürnberg ein Pilotprojekt für präventive Hausbesuche. Senioren ab 75 Jahren im Stadtteil Bleiweiß erhalten freiwillige Beratungen zu Gesundheit, Wohnen und Pflege – bevor eine Krise eintritt.

Pflegezahlen explodieren – Kosten steigen rasant

Die Nachfrage nach geriatrischer Versorgung wächst schneller als erwartet. Eine Studie des IGES-Instituts im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes zeigt: Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland hat sich zwischen 2017 und 2024 fast verdoppelt – von 3 auf rund 6 Millionen Menschen.

Die finanziellen Folgen sind enorm. Die Ausgaben der Pflegeversicherung stiegen von 31 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf 68 Milliarden Euro im Jahr 2024. Experten führen diesen Anstieg unter anderem auf die Reform der Pflegebegutachtung von 2017 zurück, die kognitive und psychische Beeinträchtigungen stärker gewichtet.

Auffällig: Auch jüngere Altersgruppen sind betroffen. Der Anteil der Pflegebedürftigen unter 65 Jahren stieg von 17,5 Prozent (2017) auf rund 24 Prozent (2024). Mitte Mai 2026 wird Bundesgesundheitsminister Warken einen neuen Gesetzentwurf zur Pflegereform vorlegen, der diese strukturellen und finanziellen Herausforderungen adressieren soll.

Die Hauptlast der Pflege tragen weiterhin Privathaushalte. Laut RKI-Panel 2024 pflegen 13 Prozent der Frauen und 8 Prozent der Männer in Deutschland Angehörige. Rund ein Drittel dieser informellen Pflegekräfte fühlt sich stark belastet. In Wuppertal-Katernberg startete Anfang Mai ein Pilotprojekt mit einer Notfall-Pflegewohnung, die kurzfristig einspringt, wenn die Hauptpflegeperson ausfällt.

Neue Medikamente gegen Alzheimer – und mehr Kontrolle

Auch in der Pharmaforschung tut sich etwas. Am 4. Mai 2026 ließ die US-Arzneimittelbehörde FDA Auvelity (Dextromethorphan-Bupropion) zur Behandlung von Unruhezuständen bei Alzheimer zu. Es ist das erste nicht-antipsychotische Medikament für diese Indikation und eröffnet neue Wege im Umgang mit einer der schwierigsten Verhaltensweisen der Demenz.

Der gesamte Forschungsbereich Alzheimer ist in Bewegung. Die Alzheimer’s Association meldete am 5. Mai 2026 insgesamt 192 klinische Studien mit 158 verschiedenen Wirkstoffen – ein Anstieg von 35 Prozent im letzten Jahrzehnt. Acht dieser Phase-3-Studien sollen noch 2026 ihre primären Endpunkte erreichen. Der Fokus verschiebt sich zunehmend auf Entzündungsprozesse, Immunfunktion und Tau-Proteine, die mittlerweile knapp 40 Prozent der Entwicklungsprojekte ausmachen.

Gleichzeitig wächst der Widerstand gegen die Überversorgung mit Psychopharmaka. Am 5. Mai 2026 kündigte US-Gesundheitsminister RFK Jr. einen Bundesplan zur Eindämmung der „Überverschreibung“ dieser Medikamente an – mit besonderem Fokus auf Kinder und gefährdete Gruppen. Der Hintergrund: Auch Senioren erhalten häufig potenziell ungeeignete Medikamente. Ein aktueller Bericht zeigt, dass jeder 15. ältere Patient in der Notaufnahme Substanzen verordnet bekommt, die kognitive Funktionen oder das Gleichgewicht beeinträchtigen können.

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Was hält das Gehirn jung? Neue Forschungsergebnisse

Die Wissenschaft entdeckt immer mehr darüber, wie Lebensstil und biologische Faktoren die Gehirngesundheit im Alter beeinflussen. Eine Anfang Mai 2026 im Fachjournal Nature veröffentlichte Studie zeigt: „Superager“ – Menschen über 80 mit außergewöhnlichem Gedächtnis – produzieren deutlich mehr neue Nervenzellen im Hippocampus als Gleichaltrige. Sie scheinen eine einzigartige genetische Signatur zu besitzen, die die Neurogenese fördert. Dieser Prozess lässt sich durch aerobes Training und mediterrane Ernährung zusätzlich anregen.

Auch die körperliche Fitness spielt eine entscheidende Rolle. Eine Langzeitstudie mit 533 Teilnehmern, ebenfalls im Mai 2026 veröffentlicht, belegt einen Zusammenhang zwischen der Reduzierung von viszeralem Bauchfett und besserer kognitiver Leistung. MRT-Daten zeigten: Probanden, die über mehrere Jahre hinweg erfolgreich Bauchfett abbauten, behielten größere Gehirnvolumina und erzielten höhere kognitive Testwerte.

Dennoch bleiben psychische Probleme bei Senioren weit verbreitet. Ein Bericht der Humana Foundation aus Florida zeigt, dass mehr als 12 Prozent der Senioren unter Depressionen leiden – bei hispanischen Senioren sind es sogar 18,5 Prozent. Eine Studie in Psychological Science beschreibt zudem einen „terminalen Abfall“ der psychischen Gesundheit: Depressive Symptome steigen etwa vier Jahre vor dem Tod deutlich an – besonders bei Männern.

Ausblick: Pflegereform und neue Versorgungsmodelle

Die kommenden Monate werden richtungsweisend für die Altersmedizin. In Deutschland wartet die Branche auf die Reformvorschläge von Minister Warken Mitte Mai 2026. Erwartet werden Anpassungen der Pflegegrad-Schwellenwerte und Maßnahmen zur Kostendämpfung in der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Parallel dazu läuft der bundesweite Rollout des Präventionsprogramms „PfleBeO“ des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) bis 2028 weiter. Ziel ist es, Bewegung als festen Bestandteil des Alltags in 65 Pflegeeinrichtungen zu etablieren.

Die Bündelung der Geriatrie, wie sie AMEOS in Oldenburg vornimmt, ist Ausdruck einer Erkenntnis: Altersmedizin kann nicht isoliert funktionieren. Die hohe Rate an Mehrfacherkrankungen – 23 Prozent der Senioren erlitten im vergangenen Jahr mindestens einen Sturz, 16 Prozent berichten über Gedächtnisprobleme – erfordert ein klinisches Umfeld, in dem verschiedene Fachdisziplinen schnell zusammenarbeiten können. Die Weichen dafür werden jetzt gestellt.

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