AMD und Anthropic: 5-Milliarden-Deal für KI-Infrastruktur
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 20:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Chiphersteller AMD und das KI-Unternehmen Anthropic schließen eine strategische Partnerschaft. Im Kern steht ein Milliarden-Deal: AMD investiert bis zu fünf Milliarden Euro in Anthropic und liefert dafür massiv KI-Chips.
Rekord-Deal für KI-Infrastruktur
Die Vereinbarung, die am heutigen Mittwoch bekannt gegeben wurde, sieht vor, dass Anthropic bis zu zwei Gigawatt Rechenleistung mit AMDs neuesten Instinct MI450 Series GPUs aufbaut. Zum Vergleich: Ein Gigawatt entspricht in etwa der Leistung eines großen Atomkraftwerks. Die Kosten für den Aufbau dieser Infrastruktur dürften nach Analystenschätzungen im zweistelligen Milliardenbereich liegen – für AMD könnte der Deal Umsätze von bis zu 27 Milliarden Euro generieren.
Die Auslieferung beginnt phasenweise: Die erste Gigawatt-Stufe soll im ersten Halbjahr 2027 betriebsbereit sein. Die Chips werden in AMDs Helios-Rack-Systemen verbaut, die speziell für KI-Workloads entwickelt wurden. Pro Rack kommen 72 MI455X-GPUs zum Einsatz – mit einer Rechenleistung von 2,9 ExaFLOPS und 31 Terabyte HBM4-Speicher.
Technische Sprünge und Börsenreaktion
Die neue GPU-Generation stellt einen gewaltigen Leistungssprung dar. Branchenkreisen zufolge bietet der MI455X die zehnfache Performance seines Vorgängers MI355X. Ergänzt wird das System durch EPYC Venice-Prozessoren und Pensando-Netzwerkkomponenten – alles gesteuert von der ROCm-Softwareplattform.
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Die Börse reagierte verhalten positiv: AMD-Aktien legten im frühen Handel um 0,5 Prozent zu. Anleger wägen offenbar die hohen Investitionskosten gegen die langfristigen Umsatzchancen ab.
Anthropic auf Wachstumskurs
Für Anthropic kommt die Partnerschaft in einer Phase rasanten Wachstums. Das Unternehmen erzielte im Mai 2026 einen annualisierten Umsatz von über 47 Milliarden Euro. Eine kürzlich abgeschlossene Finanzierungsrunde bewertete die Firma mit 965 Milliarden Euro. Zudem reichte Anthropic im Juni vertraulich einen Börsenprospekt ein – der Gang an die Börse scheint nur noch eine Frage der Zeit.
Die neuen AMD-Chips kann Anthropic entweder in eigenen Rechenzentren betreiben oder über Cloud-Anbieter vermieten. AMD könnte dabei sogar die Mietkosten für die Rechenzentren mitfinanzieren.
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KI hilft bei Chip-Entwicklung
Die Zusammenarbeit geht weit über den reinen Hardware-Deal hinaus. Beide Unternehmen vereinbarten eine mehrjährige Engineering-Kooperation. Anthropic wird sein KI-Modell Claude nutzen, um AMDs Software-Ökosystem ROCm zu optimieren.
Konkret soll Claude dabei helfen, KI-Workloads effizienter zu gestalten und die Softwareentwicklung für AMD-Hardware zu beschleunigen. Ziel ist eine tiefere integration zwischen Anthropics Sprachmodellen und den AMD-Chips – um die zwei Gigawatt Rechenleistung bestmöglich auszunutzen.
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