AMD, TPM-Lücken

AMD TPM-Lücken: Zwei kritische Schwachstellen in Ryzen und Epyc

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 23:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AMD bestätigt zwei riskante TPM-2.0-Sicherheitslücken in vielen Prozessoren. Patches für die Schwachstellen sind bereits verfügbar.

AMD bestätigt kritische TPM-2.0-Lücken: Diese Prozessoren sind betroffen
Nahaufnahme eines modernen Computer-Mainboards mit Fokus auf den Prozessor und die umliegenden elektronischen Bauteile. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Halbleiterhersteller AMD hat zwei als hochriskant eingestufte Sicherheitslücken in der Implementierung des Trusted Platform Module (TPM 2.0) bestätigt. Die Schwachstellen betreffen eine breite Palette von Prozessoren, darunter gängige Consumer-Modelle sowie Server-Chips. Laut den veröffentlichten Sicherheitsberichten könnten die Lücken es Angreifern ermöglichen, sensible kryptografische Schlüssel zu kompromittieren oder Attestierungen zu fälschen.

Technische Details und Bedrohungspotenzial

Im Mittelpunkt der Warnung stehen die Schwachstellen CVE-2026-6726 und CVE-2026-6727, die AMD im Sicherheitsbulletin AMD-SB-7064 dokumentiert hat. Die erste Lücke, CVE-2026-6726, wurde mit einem CVSS-Score von 8.5 bewertet und betrifft den Referenzcode des TCG-TPM-2.0 in Versionen bis einschließlich v184. Sie ermöglicht ein Informationsleck, durch das ein lokaler Angreifer mit erweiterten Berechtigungen in der Lage ist, Anmeldedaten für gefälschte TPM-Schlüssel zu erlangen. Dies umfasst unter anderem Attestation Keys, DevID Keys und TLS-Authentifizierungen.

Die zweite Schwachstelle, CVE-2026-6727, weist einen CVSS-Score von 8.3 auf. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Timing-Seitenkanal-Angriff. In beiden Fällen ist für eine erfolgreiche Ausnutzung ein lokaler Zugriff auf das System mit privilegierten Rechten erforderlich, was das Risiko für Remote-Angriffe ohne vorherige Systemkompromittierung einschränkt. Dennoch stufen Experten die Lage als ernst ein, da die Integrität der Hardware-basierten Sicherheitsanker (Root of Trust) direkt angegriffen werden kann.

Umfang der betroffenen Hardware

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Die Liste der betroffenen Hardware ist umfangreich. Seitens AMD sind Prozessoren der Serien Epyc 4004 und 4005, Ryzen 3000 bis 9000 sowie Threadripper-Modelle und diverse Embedded-Prozessoren betroffen. Marktbeobachter weisen zudem darauf hin, dass auch ältere Generationen wie Ryzen 1000 und 2000 für die Schwachstellen anfällig sein könnten.

Über die AMD-Ökosysteme hinaus sind zudem Systeme mit Intel-Prozessoren von ähnlichen TPM-Problematiken betroffen. Hierzu zählen Desktop- und Notebook-Prozessoren bis hin zur Core Ultra 200-Serie sowie Xeon Scalable-Modelle. Auch für diese Systeme werden entsprechende Firmware-Updates bereitgestellt, um die Sicherheitsrisiken zu minimieren.

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Verfügbarkeit von Sicherheits-Patches

AMD hat bereits im Frühjahr damit begonnen, Korrekturen an Erstausrüster (OEMs) zu liefern. Die ersten Fixes für die meisten Prozessorgruppen standen bereits im Mai 2026 zur Verfügung, während Lösungen für Ryzen Embedded-Systeme im Juli 2026 folgten. Konkret wurden für verschiedene Plattformen spezifische AGESA-Versionen (AMD Generic Encapsulated Software Architecture) bereitgestellt:

  • Ryzen 3000: ComboAM4PI 1.0.0.11 (veröffentlicht am 18. Mai)
  • Ryzen 4000/5000: ComboAM4v2PI 1.2.0.12 (veröffentlicht am 27. Mai)
  • AM5-Plattformen: AGESA ComboAM5PI 1.3.0.1b (veröffentlicht am 21. Mai)

Namhafte Mainboard-Hersteller wie ASUS, MSI, GIGABYTE und ASRock haben daraufhin reagiert und BIOS-Updates auf Basis der Version AGESA ComboAM5PI 1.3.0.1b Patch A zwischen Juni und Juli 2026 für ihre Endkunden zur Verfügung gestellt. Administratoren und Endanwendern wird dringend empfohlen, die BIOS-Versionen ihrer Systeme zu prüfen und verfügbare Aktualisierungen zeitnah einzuspielen, um die Sicherheit der TPM-basierten Funktionen zu gewährleisten.

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